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Di., 18. Oktober 2022, 20:53 Uhr
HOSPIZ IM HOCHSTIFT: Beim Tag der offenen Tür herrschte großes Interesse an der neuen Einrichtung / Eröffnung in ca. 4 Wochen
„Im Mittelpunkt steht immer der betroffene Mensch“
Bei der Unterzeichnung der Charta waren sich alle Beteiligten einig, dass die Einrichtung für alle eine Herzensangelegenheit darstellt.
Vier Wochen vor der geplanten Eröffnung herrschte großer Andrang beim jüngsten Tag der offenen Tür des stationären Hospizes im ehemaligen Hochstift am vorvergangenen Freitag. Die meisten Gäste, die zur feierlichen Unterzeichnung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ in die Räumlichkeiten des stationären Hospizes geladen wurden, waren am vorgegangenen Freitag nicht zum ersten Mal vor Ort. Die Gäste leiteten nach den ersten Schritten durch die Baustelle die anziehenden Klänge der „Bik Bänd“ der Lebenshilfe Worms in die vierte Etage zum Ort der feierlichen Unterzeichnung der Charta durch Oberbürgermeister Adolf Kessel.
Als Herzensangelegenheit beschrieb Klaus Engelberty, stellvertretend für alle Träger und Mitglieder der Ökumenischen Hospizhilfe in Worms, bestehend aus den beiden Kirchen, dem Caritasverband, dem Diakonische Werk und dem Förderverein der Ökumenischen Hospizhilfe, bei seiner Begrüßung, dass Engagement in der Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Menschen. Deshalb sei bereits vor Jahren klar gewesen, dass der ökumenische Trägerverbund die Charta mittragen wolle.
Sterben, Tod und Trauer als Teil des Lebens zu begreifen und allen Menschen einen gerechten Zugang zu einer würdevollen Begleitung und Versorgung am Lebensende zu ermöglichen – dafür setzt sich die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland ein“, so Anne-Susanna Dreßke von der Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland bei ihrem Vortrag. Mit seiner Unterzeichnung der Charta bekräftigt Oberbürgermeister Kessel, dass die Stadt Worms diese Ziele mittragen werde.
Der Dank der Ökumenischen Hospizhilfe gelte aber nicht nur der Stadt Worms, so Engelberty abschließend, sondern allen Menschen, die mit Engagement und Herzblut die Hospizarbeit unterstützen: ambulant, stationär, ideell, finanziell, hauptamtlich und ehrenamtlich. So z.B. auch Jutta Bingenheimer, die für die Planung und Durchführung der Feierlichkeiten zuständig war. Die Eröffnung des stationären Hospizes „ist ein großes Geschenk für Worms“.
Zwei weitere Personen, die sich dem Hospizgedanken sehr verbunden fühlen, sind Verena Wolff und Guido Helfert, welche als zukünftige Einrichtungsleiterin und Pflegedienstleitung der Eröffnung des Hospizes entgegenfiebern. Sehr gern zeigten sie gemeinsam mit Dr. Ulrike Löffler vom Förderverein Ökumenische Hospizhilfe Worms und Klaus Engelberty den etwa 150 Interessierten im Anschluss an die Unterzeichnung der Charta die Räumlichkeiten.
Viel Zeit für Fragen
Dabei nahmen sie sich viel Zeit für die vielfältigen Fragen, die im Laufe des Nachmittags an sie herangetragen wurden. Schnell wurde deutlich, dass in den nächsten vier Wochen noch Einiges zu tun ist, um aus den Räumlichkeiten ein Zuhause für bis zu 11 Gäste entstehen zu lassen. „Es ist so schön, was aus dem alten Hochstift geworden ist“ zeigt sich eine Besucherin dennoch begeistert.
Engelberty weiter: „Die Menschen kommen nicht zum Sterben hierher, sondern zum Leben bis zuletzt.“ Anders als in einem normalen Krankenhaus gebe es hier keine festen Essenszeiten, gekocht werde frisch vor Ort und nach Möglichkeit wird gemeinsam gegessen. Jeder Gast habe sein eigenes Zimmer, welches er nach seinen Wünschen gestalten könne. Besuch ist jederzeit willkommen und kann sogar über Nacht im Hospiz bleiben. Die Gästezimmer sind groß genug um eine weiteres Bett dazu zustellen, zudem gibt es ein Extrazimmer für Angehörige.
Mitte November sollen endlich die ersten Gäste einziehen. „Aktuell sind es fünf Personen, welche sich für einen Platz interessieren,“ beantwortet Helfert die Frage eines interessierten Besuchers. Die Vorfreude auf seine neue Aufgabe ist dem ausgebildeten Krankenpfleger deutlich anzumerken. Aus seiner Erfahrung als Pflegedienstleiter des stationären Hospizes in Ludwigshafen weiß er, dass für eine gute Versorgung der zukünftigen Gäste nicht am fachlich qualifizierten Personal zu sparen ist. Dafür wird er als Verantwortlicher stets Sorge tragen. Als Leiterin des Hospizes wird Verena Wolff, die bis vor wenigen Wochen die Wormser Altenpflegeinrichtung Martin-Luther-Haus geleitet hat, sich u.a. für eine gute Vernetzung der Angebote für schwerstkranke und sterbende Menschen in Worms einsetzen und eng mit den Kolleginnen der ambulanten Hospizhilfe Worms zusammenarbeiten. Gemeinsam beziehen diese in der 5. Etage des Hochstifts ihre Büroräume.
Weitere Unterstützung gesucht
Alle Beteiligten hoffen, dass sich noch viele Menschen finden, die die Idee des stationären Hospizes im Herzen von Worms mittragen möchten. Sei es durch eine Spende oder als hauptamtliche oder ehrenamtliche Mitarbeitende. Selbst wer sich nicht sicher sei, ob er für die Tätigkeit als ehrenamtliche Hospizhelferin oder -helfer geschaffen sei, könne durch eine Unterstützung bei hauswirtschaftlichen Aufgaben wie z.B. in der Küche oder aber durch ein Engagement in der Öffentlichkeitsarbeit z.B. im Rahmen des Fördervereins seinen Beitrag leisten.