
40 Jahre nach Abmeldung der Frauenmannschaft sendet der 1. FC Kaiserslautern wieder eine aktive Fußballmannschaft in den Spielbetrieb und eine 16-jährige Wormserin ist mit dabei. Luisa Krückl, die acht Jahre lang größtenteils unter Trainer Christian Franck für den TuS Hochheim spielte, sowie mit Zweitspielrecht unter anderem für den FC Speyer und die Wormatia, steht am Wochenende beim ersten Saisonspiel im Trikot der Pfälzer auf dem Platz.
Nach den beiden Saisons in der U17-Juniorinnen-Bundesliga für den FC Speyer und den 1. FFC Kaiserslautern hatte die Schülerin zwar auch diverse Angebote aus der Verbands- und der Regionalliga, aber sie hat sich dafür entschieden den Weg von ganz unten mit dem FCK zu gehen. Während ihre Gegner letzte Saison in der Bundesliga noch Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach oder auch 1. FC Köln hießen, geht es diese Saison für die Nr. 16 eben gegen Vereine in der untersten Liga des SWFV. Aber das vorgestellte Konzept, sowie das fünfköpfige Trainerteam hatten Luisa relativ schnell überzeugt. Und das obwohl sie passionierte Eintracht-Frankfurt-Anhängerin ist. Allerdings schlägt ihr Herz inzwischen auch für die Roten Teufel, auch wenn diese Kombination für die meisten Fußballfans undenkbar scheint. Der Meistertitel in der Bezirksliga und der damit verbundene direkte Aufstieg in die Landesliga im nächsten Sommer sind das klare Ziel des Trainerteams und die Qualität des Kaders gibt dies auch definitiv her.
Neben einigen weiteren Testspielen in der Vorbereitung, ging es im Rahmen der Mannschaftsvorstellung am 18. August auf dem Betzenberg gegen die Frauen des TSV 1860 München. Zumindest bei den Männern ein Traditionsduell zweier befreundeter Vereine. Und auch zwischen den Frauen gab es ein faires Spiel vor vielen Zuschauern, welches die höherklassig spielenden Löwinnen mit 6:4 für sich entscheiden konnten, wobei das Ergebnis an diesem Tag eher zweitrangig war.
Luisa trainiert dreimal wöchentlich, unter anderem auch am NLZ „Rote Teufel“ in Mehlingen. Für die Zwölftklässerin zwar ein großer Zeitaufwand, aber es ist seit Jahren ihre Leidenschaft und ein Leben ohne den Fußball kann sie sich nicht mehr vorstellen. Für sie bedeuten Trainingstage, an denen sie ab und zu auch mal fünf bis sechs Stunden unterwegs ist, keinen Stress. Ganz im Gegenteil, die Innenverteidigerin freut sich auf jede einzelne Trainingseinheit, selbstverständlich auch wegen der Mitspielerinnen, von denen sie einige schon aus der letzten Saison beim 1. FFC Kaiserslautern kennt.
Aber auch in der wenigen Freizeit der Leiselheimerin dreht sich alles um den Ballsport. Den Job als Schiedsrichterin für den TuS Hochheim musste sie zwar zeitbedingt an den Nagel hängen, aber neben Schule und dem FCK trainiert Luisa seit Anfang Juni einmal wöchentlich gemeinsam mit ihrer Mutter eine integrative Fußballmannschaft beim SV Leiselheim. Als die beiden feststellten, dass es ein solches Angebot in Worms und der ganzen Umgebung noch nicht gibt, kamen sie auf die Idee, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Die Verantwortlichen des SV Leiselheim waren sofort begeistert von der Idee und stimmten zu, dieses Training auf dem Vereinsgelände anzubieten. Die 6- bis 10-jährigen Jungs und Mädels sind mit Feuer und Flamme dabei und freuen sich jede Woche erneut riesig auf das Training.
Wie weit es mit den Frauen des FCK in den nächsten Jahren gehen wird, weiß keiner. Aber der Anfang ist gemacht und bisher fühlt sich Luisa dort wohl und gefördert. Wer weiß, vielleicht klappt es ja in ein paar Jahren mit ihrem Traum von der Profifußballerin.