Do., 08. August 2013, 10:01 Uhr
SPD Stadtratsfraktion im Gespräch mit dem Altertumsverein / Arbeit ruht auf drei Säulen
Im Vorfeld wichtiger Ereignisse
Das Sitzungszimmer des Wormser Altertumsvereins im historischen Andreasstift war jetzt Ziel eines vor Ort Termins der SPD Stadtratsfraktion. Der Vorstand des Vereins, der sich hauptsächlich mit der Geschichtsforschung der Stadt und Region Worms, sowie des alten Bistums Worms befasst, hatte die Stadträte zu einem Gedankenaustausch über verschiedene aktuelle und kommende Projekte eingeladen. Der Vorsitzende des Altertumsvereins, Dr. Josef Mattes gab zu Beginn einen kurzen Überblick über die wesentlichen Aufgaben und Ziele. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Verein gegründet, dessen Arbeit im Wesentlichen aus drei Säulen besteht.
Die Geschichtsforschung, historisch orientierte Exkursionen und Vorträge zu geschichtlichen Themen, sowie die Denkmalpflege. Hier liegen den Mitgliedern zwei Orte ganz besonders am Herzen. Zum einen das Andreasstift, das das vom Altertumsverein gegründete Museum beheimatet. Hier engagieren sich die Vereinsmitglieder bei der Sanierung, die sie finanziell unterstützen. Ziel ist es, das Andreasstift barrierefrei umzubauen, sowie Räume für Magazinbestände und Verwaltung zu erhalten oder zu verlagern, um mehr Platz für verschiedene Ausstellungen zu haben. Die Sanierung eines Turms, der gesamten Nord- und Westseite der Kirche sind bereits abgeschlossen. Der zweite Turm sowie die gesamte Ost- und Südseite der Kirche werden folgen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Altertumsvereins liegt auf dem jüdischen Worms. Viele Mitglieder engagieren sich auf dem jüdischen Friedhof, etwa bei der Übersetzung der Inschriften auf den Grabsteinen. Gemeinsam mit den Städten Mainz und Speyer soll auch der Antrag auf das Weltkulturerbe der Schum-Städte vorangetrieben werden, so der Vorstand des Vereins.
Fördergelder wichtig
In Zukunft stehen wichtige Jubiläen ins Haus, die nach Ansicht des Altertumsvereins jetzt vorbereitet werden müssen, um Fördergelder für die Gedenkveranstaltungen zu den wichtigen geschichtlichen Ereignissen zu erhalten. So werde im Jahr 2018 die 1000-jährige Domweihe begangen, 2020 das 1000-jährige Jubiläum des Andreasstifts, 2021 jährt sich der Wormser Reichstag (Luther) zum 500. Mal und 2022 steht das Jubiläum 900 Jahre Wormser Konkordat an. SPD Fraktionschef Timo Horst will sich für eine entsprechende Unterstützung, auch von Seiten der Stadt, stark machen. „Wir müssen dafür sorgen, dass diese historischen Daten in angemessenem Rahmen in Erinnerung gerufen werden. Nur wenige andere Städte haben mit einer solchen Geschichte so wertvolle Schätze, wie Worms. Daran müssen wir alle Wormserinnen und Wormser erinnern.“
Zu den Jubiläumsthemen sollen nach den Vorstellungen des Vereinsvorstands Ausstellungen stattfinden. Der dafür nötige Raum im Museum solle geschaffen und nutzbar gemacht werden. Das sahen auch die SPD Mitglieder des Kulturausschusses so. „Wir müssen es schaffen, die vielen Veranstaltungen im Museum so zu organisieren, dass sich Eventkultur und Museumsarbeit nicht im Weg stehen“, so SPD Stadtratsmitglied Elke Stauch.
Einen weiteren Wunsch des Altertumsvereins nahmen die Genossen mit der Zusage der schnellen Prüfung gleich mit. Sie wollen, im Konsens mit der jüdischen Gemeinde, die schon länger zugesagte Säuberung des jüdischen Friedhofs voranbringen. Ebenso den Wunsch, dort zukünftig nicht noch weitere Bäume zu pflanzen. Diese zerstören mit ihrem Wurzelwerk historisch wertvolle Grabsteine auf dem heiligen Sand. „Wir werden Kontakt mit der jüdischen Gemeinde und dem Friedhofsbetrieb aufnehmen und suchen nach Lösungen zur Verbesserung der Situation auf dem jüdischen Friedhof“, so Horst abschließend.