Schneckenfarm-Eröffnung am 1. Mai im Pfalzhotel Asselheim/Grünstadt
Pfalzhotel Asselheim: Im Zauber der Schnecke
Zur Schneckenfarmeröffnung am 1. Mai finden 5.000 Weinbergschnecken ein Zuhause am Fuß der Asselheimer Weinberge. Im Lauf der Saison wird die Population auf bis zu 60.000 Exemplare anwachsen. Foto: www.pfalzhotel.de
In der Bäckerei verführen sie mit Zucker überzogen gerne zum Schmausen. Die Slow Food Bewegung hat sie gar zu ihrem Symbol erkoren. Langsame Autofahrer werden mit ihrem Namen betitelt. Drei Beispiele, die beweisen: Die Schnecke übt auch heute noch eine besondere Faszination auf uns Menschen aus. Zwei, die schon länger ihrem Bann erlegen sind, heißen Stefan Charlier und Carmen Wiese.
So gemein beiden die Begeisterung für die Schnecke ist, so unterschiedlich nähern sie sich den gemächlichen Kriechern an. Während Stefan Charlier sie vor allem gastronomisch und philosophisch betrachtet, zieht Carmen Wiese ihre künstlerische Kraft und Inspiration aus den possierlichen Tierchen. Schnecken findet sie faszinierend, weil „sie eine Brücke zur Langsamkeit sind. Sie geben uns einen Impuls, zu uns selbst zu finden.“
So hat sie es selber erlebt, als sie 2010 in einer schwierigen Lebensphase ein leeres Schneckenhaus zu bemalen begann. Rund um die „Schnecken(h)auszeit“ hat sie seitdem ein künstlerisches Werk aufgebaut, verziert Schneckenhäuser mit filigranen Malereien und setzt sie fotografisch in Szene.
Schnecke das Sinnbild der Entschleunigung
Für Stefan Charlier ist die Schnecke das Sinnbild der Entschleunigung: „Sie ist ein Feinschmecker, schlingt ihre Speisen nicht hastig hinunter. Was sie auch zu sich nimmt, sucht sie sorgfältig aus und verleibt es sich genießerisch ein.“ Zu seiner Schneckenfarm – der einzigen in Rheinland-Pfalz – kam er allerdings eher zufällig. Eines Morgens las er im Internet von einem Seminar für die Zucht von Weinbergschnecken.
Weil er und seine Frau Gabriele schon immer Lust daran haben, Trends aufzuspüren, meldeten sie sich kurzer-hand dort an und lernten: Weinbergschnecken stehen auf der roten Liste für artengeschützte Tiere, und deshalb kann die wachsende gastronomische Nachfrage nur durch Zucht befriedigt werden. Dass die Schnecke wieder salonfähig geworden ist, hatten die Charliers bereits in ihrem Pfalzhotel Asselheim bemerkt. Schon immer Freunde schneller Entschlüsse öffneten sie 2007 dann die Schneckenfarm „Pfalzschnecke“.
Die zarten Strukturen des Schneckenhauses bringt Carmen Wiese mit filigranen Zeichnungen ans Licht .Foto: Carmen Wiese
Zwei Veranstaltungen zum Zauber der Schnecke
Seit dem finden dort jedes Jahr von 1. Mai bis 3. Oktober rund 60.000 Weinbergschnecken eine Heimat. Die Schneckenfarmeröffnung wird traditionsgemäß am 1. Mai 2015 mit einem Fest gefeiert. Von 11 bis 17 Uhr gibt es eine Audienz der Schneckenkönigin Alma I., das beliebte Schneckenrennen und Leckereien wie Schneckenpfännchen. Außerdem stellt der Eisenberger Hobbyimker Klaus Ferber einige seiner Bienenvölker vor, die seit 2012 auf der Schneckenfarm leben.
Kostenlose Führungen
Darüber hinaus erzählt Charlier den Besuchern bei einer kostenlosen Führung, was die Kriecherchen schmausen, warum sie im Mittelalter als Fastenessen galten und warum sie Regen lieben. Eintritt und Führungen über die Schneckenfarm sind an diesem Tag kostenfrei, Parkmöglichkeiten gibt es gegen über der Asselheimer Turnhalle. Der 200 Meter lange Fußweg zur Schneckenfarm ist ausgeschildert.
Kunstwerke der „Schnecken(h)aus Zeit“ am 26. April von 11 bis 16 Uhr
Carmen Wiese wiederum wird am Sonntag, 26. April 2015 im Rahmen des Sonntagsbrunches Kunstwerke ihrer „Schnecken(h)aus Zeit“ im Pfalzhotel Asselheim präsentieren. Von 11 bis 16 Uhr wird sie als Unikat bemalte Schneckenhäuschen sowie „Seelenkisschen“ und Postkarten mit Schneckenmotiven zeigen.