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  • Mo., 16. März 2015, 10:37 Uhr
    Horchheimer Sommertag mit vielfältigen Höhepunkten / Winter in zahlreichen Gemeinden vertrieben

    „Immer wieder kommt ein neuer Frühling"

    Einer der zahlreichen Höhepunkte des Horchheimer Sommertages: Die Verbrennung des Schneemanns vor den Augen zahlreicher Kinder. So wie in Horchheim wurde am Wochenende auch in vielen anderen Gemeinden des Nibelungenlandes der Winter vertrieben. Foto: Benjamin Kloos


    Von Benjamin Kloos Pünktlicher hätte am Sonntag die Sonne ihre wärmenden Strahlen nicht durch die Wolkendecke schicken können: Just in dem Moment, als im Rahmen des Sommertages auf dem Horchheimer Festplatz der Schneemann angezündet wurde, ließ sie  es für jeden sichtbar werden: Der Winter ist vorbei und der Frühling hat endgültig Einzug gehalten.

    Diese traditionelle Art der Wintervertreibung war jedoch nur einer der vielen Höhepunkte des diesjährigen Sommertages in der Eisbachtalgemeinde. Nach der offiziellen Eröffnung wurden die Zuschauer auf dem Marktplatz durch ein Theaterstück zur Fronhofsage in vergangene Zeiten entführt: Elsbeth vom Fronhof wurde nach dem Mord an ihrem Kind zum Tode verurteilt. Voll Reue spendete sie all ihren Besitz der Gemeinde, um von der Ernte Brot für die armen Kinder zu backen. Im Gegenzug sollten die Kinder der Gemeinde sie in ihr Gebet einschließen.

    Und so geschah es auch in diesem Jahr: Angeführt durch das Fanfarencorps Nibelungenstadt Worms, Ortsvorsteher Volker Janson, MdB Jan Metzler, MdL Adolf Kessel sowie Mitgliedern des Kultur- und Festausschusses zog die große Kinderschar mit bunten Sommertagsstecken zum Ort des Geschehens aus dem Jahr 1516, und nach einer kurzen Einführung durch Pfarrer Dr. Springer beteten auch 2015 wieder vier Kinder für Elsbeth. Anschließend erhielten alle Kinder einen der traditionellen und einmaligen Horchheimer Dreizackwecken, bevor er zurück zum Marktplatz ging.

    Traditionell beteten vier Kinder für Elsbeth vom Frohnhof. Foto: Benjamin Kloos


    Was folgte, war eine besondere Begrüßungszeremonie für den Frühling: Schüler der Grundschule und der Nelly-Sachs-Gesamtschule sangen fröhliche Frühlingslieder. Passend dazu tauchte die Sonne aus den Wolken auf und strahlte mit den Kindern und den stolzen Eltern um die Wette.

    Anschließend setzte sich der Zug erneut in Bewegung, um mit der Verbrennung des Schneemanns die wärmeren Jahreszeiten zu begrüßen - bevor es nach der erneuten Rückkehr auf den Marktplatz die Dreizackwecken und die berühmte riesige Brezel auf die begeisterten Kinder und Erwachsenen herabregnete.

    So wie in Horchheim wurde am Wochenende auch in vielen anderen Gemeinden des Nibelungenlandes der Winter vertrieben - etwa in Gundersheim, Eich oder Weinsheim, wo unter dem Ruf „Ri, ra ro, der Sommertag is do" die Kinder durch die Straßen zogen und an insgesamt zehn Stationen Süßigkeiten empfingen. Auch hier durfte die große Brezel nicht fehlen, die von Ortsvorsteher Heinz Wößner und Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek in die begeisterte Menge um Kerwevadder Andreas geworfen wurde.

    Symbol des Horchheimer Sommertages: Der Dreizackweck. Foto: Benjamin Kloos
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