Wormser Kaufimmobilien entwickeln sich laut ivd überdurchnitttlich / Leichter Rückgang der Mieten im gewerblichen Bereich / Mietwohnungen und Baugrund dringend gesucht!
Immobiliennachfrage ungebrochen – des einen Freud’, des andern’ Leid!
Die aktuelle Situation skizzierte Bernd Täffner kurz und prägnant. Foto: Robert Lehr
VON ROBERT LEHR Während Wohnungssuchende und potentielle Immobilienkäufer vor großen Problemen stehen, dürfen die hiesigen Immobilienbesitzer dürfen: Laut der neuesten Erhebung des Immobilienverbandes Deutschland (ivd) haben die Preise für Kaufimmobilien in der Nibelungenstadt im vergangenen Jahr um überdurchschnittliche 6 Prozent zugenommen – im Verbleich zu Rheinland-Pfalz mit 4 bis 5 Prozent.
Diese Zahlen wurden am Donnerstagmorgen von Bernd Täffner, Immobiliensachverständiger und Berichterstatter des ivd-West für Worms, im Rathaus bekanntgegeben. Grundlage der Erhebung sind in diesem Fall empirische, nicht statistische Daten wie beim städtischen Gutachterausschuss für Grundstückswerte, in dem Täffner ebenso vertreten ist. Vielmehr erhebt der Immobilienfachmann die Trends im Gespräch mit Immobilienmaklern vor Ort, wobei deren Erfahrungen hier ausschlaggebend sind.
Demnach stieg der Preis für Eigentumswohnungen „in mittleren Lagen recht deutlich auf 1.350 Euro/qm“, wobei man bei „sehr guten Lagen mit mindestens 2.350 Euro/qm kalkulieren muss“.
Leichter Anstieg der Mietpreise
Bis auf wenige Ausnahmen seien in den meisten rheinland-pfälzischen Kommunen auch die Mietpreise „leicht gestiegen“. Dabei sei mit einer Veränderung der großen Nachfrage nicht zu rechnen. Wobei positiv zu vermerken sei, dass trotz der moderaten Steigerung die Preisentwicklung als recht stabil zu bezeichnen sei.
Eine Kostensteigerung sei allerdings bei gut ausgestattetem Wohnraum im Bestand und in entsprechender Wohnlage zu verzeichnen, für den derzeit eine Netto-Kaltmiete von rd. 6,80 Euro/qm bezahlen müsse. Dies stelle laut Täffner eine Zunahme von drei Prozent dar. Um vier Prozent seien dagegen die Mieten im Falle eines Neubau-Erstbezuges gestiegen. Sie betrügen aktuell 8,70 Euro/qm.
Gegensätzlicher Trend bei gewerbliche Mieten
Wie im gesamten Bundesland liege Worms mit leicht rückläufigen Büromieten voll im Trend, hob der Immobilienfachmann hervor. In guten Lagen koste die Netto-Kaltmiete hier um die 6,50 Euro/qm.
Auch bei den Ladenmieten sei ein leicht rückläufiger Trend in der Nibelungenstadt zu beobachten. Dabei seien sogar in Top-Lagen die Mieten mit einem Minus von 6 Prozent im Mittel rückläufig. Mit rd. 4 Prozent weniger seien auch die Nebenlagen von dem Rückgang betroffen.
Situation unbefriedigend
Für Bernd Täffner bietet Worms zahlreiche Standortvorteile, wie günstigere Mieten und Kaufpreise im Gegensatz zu den Zentren, zu denen aber meist eine gute Verkehrsanbindung bestehe, daher auch die stetige Nachfrage. Aber auch ein großes kulturelles Angebot sowie zahlreiche Möglichkeiten im Bereich der Bildung machten Worms attraktiv. Allerdings fehle es derzeit an Wohnbaulandflächen sowie gewerblichen Bauflächen. Zudem seien die aktuellen Baukosten zur Zeit sehr hoch. Dies egalisiere die niedrigen Zinsen und verschärfe die angespannte Wohnungssituation.
Der Immobilienverband Deutschland (ivd)
Der ivd schloss sich im Jahre 2004 aus dem „Ring Deutscher Makler“ und dem „Verband Deutscher Makler“ zusammen. Der ivd West e.V. in Köln mit 1.500 Mitgliedern ist die regionale Untergliederung des Bundesverbandes, der größten Berufsorgansation und Interessensvertretung der Beratungs- und Dienstleistungsberufe in der deutschen Immobilienwirtschaft. Die ivd-Mitglieder führen das ivd-Gütesiegel und haben damit ihre Fachqualifikation nachgewiesen. Weitere Infos unter http://west.ivd.net
Detaillierte Informationen zu der Entwicklung vor Ort erhält unter www.btaeffner.de