Die Polizeidirektion Worms bietet Beratung zur Vorbeugung an und ist mit Streifen verstärkt unterwegs
In der „dunklen Jahreszeit“ haben Einbrecher Hochkonjunktur
Besonders in der „dunklen Jahreszeit“ sind die Einbrecher aktiv und versuchen sich Zutritt in Häuser zu verschaffen. Foto: djdABUS
Von Gernot Kirch Mit dem Einsetzen der „kalten Jahreszeit“, wenn es schon gegen 16 Uhr dunkel wird, beginnt für Einbrecher die Hauptsaison. Dies lässt sich für das Wonnegau leicht anhand einer Statistik ablesen. So gab es im Bereich der Polizeidirektion Worms im August diesen Jahres nur drei Einbrüche, im September waren es schon elf, im Oktober 23 und im November bereits 48. Und der November ist noch nicht vorbei. Sicherlich lässt sich nicht jeder Wohnungseinbruch verhindern, aber jeder kann viel tun, damit es nicht soweit kommt.
Die Polizei informierte im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch die Medienvertreter in Worms über geeignete Präventivmaßnahmen, die jeder Bürger treffen kann.
Zunächst einmal sollten alle Türen und Fenster dem aktuellem Sicherheitsstandard entsprechen, dazu zählen etwa moderne Schlösser, es können aber auch auch Sperrriegel, Bewegungsmelder und Alarmanlagen installiert werden.
Lärm, Licht und Leute
Genauso wichtig wie diese baulichen Maßnahmen oder Sicherheitssystem gehe es aber darum, dem potentiellen Einbrecher stets zu signalisieren, dass jemand im Haus bzw. in der Wohnung sei, selbst wenn alle Bewohner auf der Arbeit oder im Urlaub sind. Der Wormser Kriminalhauptkommissar Mirko Sticht nannte auf der Pressekonferenz am Mittwoch dazu die drei wichtigen Schlagworte: „Lärm, Licht, Leute!“
Mit Zeitschaltuhren, die zu unterschiedlichen Zeiten an- und ausgingen, ließe sich leicht Anwesenheit darstellen. Dies wirke weit besser, wie wenn mehrere Stunden etwa im Bad oder Treppenhaus das Licht brennt. Dies würde niemand tun, der Zuhause sei. Ähnlich verhalte es sich mit Geräuschen, auch hier könnte temporär der Fernseher laufen oder Musik zu hören sein.
Wer in Urlaub fährt sollte immer darauf achten, dass der Briefkasten geleert ist. Steckten dort etwa unzählige Zeitschriften, wäre dies für Einbrecher ein sicheres Indiz, dass niemand Zuhause ist. Einbrecher schauten auch darauf, ob etwa die Müll- oder Papiertonne noch auf der Straße steht.
Der Aufmerksamkeit der Nachbarn komme eine große Bedeutung zu. Wer eine verdächtige Beobachtung mache, solle rasch die Polizei informieren. Auffällig seien etwa Fußgänger, die durch die Straßen streiften, obwohl sie in dem Viertel nicht wohnten. Genauso merkwürdig seien fremde Autos, die parkten und deren Insassen die Gegend im beobachteten.
Gold und Geld
Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz erläuterte Kriminalhauptkommissar Mirko Sticht das Vorgehen der Einbrecher. Zunächst müsste zwischen örtlichen und überregional agierenden Tätern unterschieden werden. Während ein in der Region beheimateter Einbrecher auch mal einen Laptop oder Fernsehapparat mitnehme, gehe es bundesweit aktiven Gruppierungen nur um Bargeld oder Schmuck. Besonders bei letzt genannten Tätern müsse alles extrem schnell gehen. Sie wollten rasch und unerkannt ins Haus eindringen, dann Wertsachen finden, sie einstecken und sofort wieder abhauen. Einbrecher, so Mirko Sticht, vermieden dabei jeden Kontakt und jede Konfrontation zu den Bewohnern. Dennoch sei jeder Einbruch für die Betroffenen eine schlimme Sache, die häufig sogar zur Traumatisierung führe, weil ein Fremder in den intimsten Winkeln des Hauses, etwa dem Schalzimmer, war. Auch bleibe häufig eine gewisse Angst zurück.
Polizei setzt auf Prävention
Um Einbrüche möglichst zu verhindern, macht die Polizei gleich zweierlei Dinge: So erhöht sie in Wohngebieten, in denen in der Vergangenheit häufig eingebrochen wurde, ihre Streifentätigkeit und Präsenz. Anderseits gehen die Ordnungshüter in Worms und Umgebung in Zweierteams aktiv auf die Bevölkerung zu und sprechen in den Wohnvierteln die Menschen an, damit diese den Schutz ihrer Häuser und Wohnungen erhöhen. Am Mittwoch waren die Polizisten etwa im Altrheingebiet sowie in Wormser Vororten unterwegs.