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  • Do., 13. Juli 2017, 11:49 Uhr
    Mehrere LandFrauen-Gruppen aus Rheinhessen besuchten den Gewürzladen im Herrnsheimer Schloss

    In die Welt der Gewürze eingetaucht

    Die LandFrauen lernten viel über Gewürze wie Pfeffer, Kurkuma oder Muskatnuss.


    In die sinnliche Welt der Gewürze kamen in diesem Sommer verschiedene Gruppen mit LandFrauen aus ganz Rheinhessen. Diese waren aus Leiselheim, Pfeddersheim, Bechtheim, Saulheim, Bretzenheim, Nieder-Olm und Hechtsheim. Die Gruppen machten sich auf den Weg in die Remise des Herrnsheimer Schlosses, genauer gesagt zur „Ceylon Spice Corporation“.
    Düfte aus „1001 Nacht“ kamen den Teilnehmerinnen beim Betreten des modernen Ladens entgegen. Roshan Perera - halb Ceylonese, halb Wormser - war sehr erstaunt, dass das Angebot in Kooperation mit dem Rheinhessischen LandFrauen-Verband so gut angenommen wurde. Sehr interessant berichtete er über die Anfänge seiner Geschäfts-Idee, die sich bei seinen Besuchen in die Heimat Sri-Lanka (Ceylon) und dort auf der Kokosnuss-Plantage seines Cousins entwickelte. Ein kleines Video über die Plantage vertiefte die Eindrücke, die die LandFrauen gewinnen konnten. Es handelt sich dort nicht um Anbau in Monokultur, vielmehr gedeihen hier die verschiedensten Gewürzkräuter neben diversen Tee-Pflanzen in einer grünen Oase.
    Roshan Perera berichtete wie schwierig sich die Fahrt mit seinem Transtporter vor Ort gestalte, denn befestigte Straßen seien selten und so sei es immer wieder abenteuerlich, wenn er sein Rohmaterial bei 2 bis 3 Reisen jährlich ankauft und dann verpackt in Säcken per Luft- oder Seefracht auf die Reise nach Deutschland schickt. Er sei aber sicher, dass er beste Qualität von Bauer „Douglas“, der 2 bis 3 Stunden von der nächsten Stadt entfernt lebt, erhält. Er sei dafür aber sicher, dass die Ware weder Pestizid- noch Herbizid verseucht ist. Die Aufbereitung wie Rösten, Sortieren und Mahlen finde dann in den Herrnsheimer Räumen statt.

    Von Zimt bis Muskatnuss

    Vieles gab es für die LandFrauen zu erfahren über die verschiedenen Gewürze, beispielsweise, dass Kurkuma vorwiegend farbgebend ist, aber auch antiseptisch wirkt, gut vom Körper aufgenommen wird und Speisen bekömmlicher macht. Ceylon-Zimt, den es auch nur in Sri-Lanka gibt, sollte man unbedingt den Vorrang vor dem Cassia-Zimt geben, der wegen seines Kumarin-Gehalts in Verruf geraten ist. Die Zimtrinde wird von speziellen Arbeitern ganz dünn abgeschält und kann etwa 2-jährlich geerntet werden. Am besten eigenen sich die gemahlenen Zimtstangen zum verkochen. Die Frauen erfuhren auch, dass die Vanille außer in Mexiko überall von Hand bestäubt werden muss und durch die Fermentation einen Gewichtsverlust von 80 Prozent erleidet und der Preis pro Kilogramm Vanillin in den letzten Jahren von 70 Euro auf 800 Euro gestiegen ist. Interessant auch der Aufbau der Muskatnuss. Muskatblüte ist eigentlich der Samenmantel zwischen den beiden Hüllen, die die Nuss umschließen.

    Pfeffer immer frisch malen

    Neu war für viele auch, dass grüner Pfeffer in Essig oder Salzlake eingelegt oder gefriergetrocknet wird, roter Pfeffer hingegen dunkel getrocknet wird, voll ausgreift ist er dann schwarz. Weißer Pfeffer entsteht durch mehrtägige Lagerung in Säcken in Wasser, dabei zersetzt sich das Fruchtfleisch. Ein Tipp vom Experten: „Pfeffer immer frisch mahlen und nie direkt über dem Kochgut, die Dämpfe verkleben die Mühlen“.

    Im Gewürzladen wird immer nur so viel Gewürz geröstet und gemahlen, berichtete Roshan Perera, wie in kurzer Zeit verkauft werden kann. Und so musste auch an den Abenden mit den LandFrauen noch so manches Gewürz frisch gemahlen werden um als Mitbringsel in den Taschen der Käuferinnen zu landen. Vom Kauf auf Basaren in den Urlaubsländern, wo die Gewürze malerisch aufgetürmt in den Straßen offen angeboten werden, riet der Fachmann ab.

    Bevor es für die LandFrauen auf den Heimweg ging kochte Roshan Perera mit Frau Shamara und Assistentin Karius zwei leckeren Currys mit Tomaten, Zwiebeln, Kokosmilch und natürlich frisch gerösteten Gewürzen, die man beliebig mit Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Linsen oder anderen Gemüsen ergänzen kann.

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