Mi., 12. Oktober 2016, 17:30 Uhr
Konzept der Stadt Worms stieß bei internationalem Kongress auf positive Resonanz / Pflichtaufgabe für Kommunen
In Sachen Klimawandelanpassung europaweit Vorreiter
Starkregen, Überschwemmungen, Trockenperioden – der Klimawandel ist längst auch bei uns angekommen. Die Stadt hat frühzeitig auf die neuen Bedingungen reagiert und nach dem Klimaschutzkonzept, das europaweit auf großes Lob stieß, ein Klimawandel-Anpassungskonzept entwickelt, das auch in der Wormser Kommunalpolitik allseits anerkannt ist.
Bei einem Kongress des internationalen Klimabündnisses im österreichischen Krems präsentierte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek nun das Wormser Klimawandel-Anpassungskonzept, das dort auf durchweg begeisterte Resonanz stieß. „Auf der Konferenz ist deutlich geworden, dass wir mit unserem Konzept europaweit führend sind“, berichtet der Bürgermeister, der seit Jahren die Themen Klimaschutz und –anpassung in Worms vorantreibt.
Insgesamt elf Länder mit 1.200 Teilnehmern sind im internationalen Klimabündnis vertreten – es ist damit die größte, nicht-politische Organisation auf diesem Themengebiet. Thema der diesjährigen Konferenz: „Die Kultur des lokalen Klimaschutzes“. „Dabei geht es darum, die Bürger mitzunehmen, denn gerade in diesem Bereich verzeichnen wir aktuell eine Stagnation“, weiß Kosubek. Längst hat das Thema noch nicht alle Bürger erreicht. Doch es seien eben gerade die privaten Haushalte, die einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung leisten könnten, weiß der Bürgermeister. Auf der Konferenz wurden unter anderem neue Wege eruiert, um möglichst viele Zielgruppen – auch Kinder und Jugendliche – zu erreichen und für das Thema zu sensibilisieren.
Das Wormser Konzept hat dabei Vorbildcharakter – nicht zuletzt deshalb, weil hier auch der politische Wille vorhanden ist, die aufgezeigten Maßnahmen umzusetzen. „Der Klimawandel findet vor Ort statt – und deswegen müssen wir auch vor Ort reagieren“, macht Kosubek deutlich. Doch gerade die Kommunen in Rheinland-Pfalz müssen sich mit einem anderen Problem auseinandersetzen. Maßnahmen hinsichtlich der Klimaanpassung gelten hier als freiwillige Leistung und gerade diese beäugt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion mit Argusaugen. Bürgermeister Kosubek nutzte deshalb die Konferenz auch, um sich mit den Kollegen aus Kaiserslautern auszutauschen. „Wir wollen uns nun zusammenschließen und auf Landesebene deutlich machen, dass die Klimaanpassung zu einer Pflichtaufgabe der Kommunen werden muss“, so Kosubek.
Das Klimawandel-Anpassungskonzept wurde in Worms in Anlehnung an die Erarbeitung des Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzeptes in einem interdisziplinären Team aus Verwaltung und externen Experten, unter Einbeziehung der Bürger sowie mit fachlicher Unterstützung eines externen Büros, dem Klima-Bündnis e.V., erarbeitet. Vier Arbeitsgruppen zu den Themen Wasser, Gesundheit, Landnutzung und Stadtplanung eruierten in einem partizipativen Prozess Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. In der Sitzung vom 25. Mai beschloss der Stadtrat die Maßnahmen einstimmig und beauftragte die Verwaltung, unter Einbeziehung einer Vulnerabilitätsstudie und eines Maßnahmen- und Prioritätenkatalogs ein Klimaanpassungskonzept im Sinne eines Klimaschutzteilkonzeptes zu entwickeln.