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  • Do., 28. Februar 2019, 13:51 Uhr
    IHK Worms und Marketing Club Mainz-Wiesbaden geben Tipps zur Online-Marketing-Praxis / 130 Gäste bei Veranstaltung Unternehmerinspirationen in Worms

    In voller Fahrt über die Datenautobahn

    Von links: Katja Furtwängler, Nadin Meloth, Dennis Tröger, Christian Keller, Johannes Goering, Stefan Ponitz, Christian Becker, Sabine Heukrodt-Bauer und Heinz Meloth


    Dicht gepackte Inspirationen, die der Online-Marketing-Praxis direkt zugutekommen – das haben IHK für Rheinhessen und Marketing Club Mainz-Wiesbaden ihren gut 130 Gästen im Tagungshaus des DRK-Bildungswerks geboten. „Ein Vortragsfeuerwerk aus sechs spannenden Kurzvorträgen und vielen Impulsen“ nannte Katja Furtwängler von der IHK das, was die sechs Referenten – allesamt gestandene Unternehmensberater – in je zehn Minuten präsentierten. Die Profis gaben ihr Wissen an diesem Abend kostenlos weiter. Heinz Meloth, Beirat des Marketing Clubs und Initiator der Veranstaltung, und seine Tochter Nadin Meloth führten mit viel Erfahrung durch die Veranstaltung. Im Anschluss konnten sich die Besucher nicht nur online, sondern vor Ort vernetzen – im direkten Gespräch mit den Experten, bei Brezeln und Wein.

    Ins Thema startete Christian Keller mit der Frage: Was ist wichtig beim Aufbau einer Unternehmenswebsite? „Viele Websites haben zu viele Optionen“, kritisierte Keller und empfahl stattdessen, einzelne Angebote auf Landingpages hervorzuheben. „So können gezielt Onlineanfragen generiert werden.“ Und so lasse sich der Marketing-Erfolg besser messen. Tipps für gezielte Online-Werbung bei Facebook gab er ebenfalls, inklusive Beispiele, wie sich die Werbekosten dafür im Idealfall selbst tragen durch Bezahlinhalte.

    Stefan Ponitz setzte den Fokus darauf, wie die eigene Homepage von Kunden besser gefunden werden kann. Sein Ansatz: „Google hat sich weiterentwickelt vom Website-Index zum direkten Antwortgeber“. Entsprechend müssten auch Unternehmen ihre Optimierungsstrategie anpassen. Das A und O sei, die eignen Kunden besser kennen zu lernen. „Es wird komplizierter, aber es wachsen auch die Möglichkeiten“, erklärte Ponitz.

    Johannes Goering präsentierte vier Schritte, um im stark umkämpften Nachwuchsmarkt die Mitarbeiter von morgen online zu finden. Entscheidend seien Authentizität und fairer Umgang mit den Mitarbeitern. Um herauszufinden, was diesen wichtig sei und wo das Unternehmen stehe, empfahl er, die Mitarbeiter zu befragen und die Interviews zu analysieren. Erst dann könnten – im dritten Schritt – ein passendes Konzept erstellt und Maßnahmen (Schritt vier) abgeleitet werden. Auch Goering hatte viele praktische Tipps: „Erstellen Sie einen „Karriere-Bereich“ auf ihrer Website, auf der Mitarbeiter zu Wort kommen“. Wer früh einen eigenen Personalpool aufbaue, könne, wenn eine Stelle frei werde, aus dem Vollen schöpfen. Online-Jobportale empfahl er als kostengünstig.

    „Mit Social Media und vor allem Instagram können Sie zum Meinungsführer Ihrer Branche werden“, hieß die Botschaft von Dennis Tröger, der die Potenziale der sozialen Medien in den Fokus rückte. Wer Fans gewinne, treibe eine gewaltige Empfehlungs-Marketing-Maschine an. „Dann müssen Sie nicht mehr nach Kunden und Mitarbeitern suchen, Ihre Follower werden das für Sie tun“. Auch kleine Unternehmen könnten mit einem Finger-Schnippen 500 Menschen erreichen. Voraussetzung: Dem Kunden müsse ein Mehrwert geboten werden. Sehr gut geeignet seien dazu „How To“-Videos – kostenlose Filmchen, die zeigen, wie etwas funktioniert. Idealerweise werde mit der Marke eine Geschichte erzählt. „Nicht sagen, wie toll man ist“, warnte Tröger. „Der Kunde, der Follower, muss der Held sein – und wir der Mentor“. Tröger selbst hatte eine Anleitung kostenlos auf Instagram gestellt, wodurch ein angesehener Verlag auf ihn aufmerksam wurde und sich ein Buchprojekt entwickelte.

    Was bleibt nach der Aufregung um die Datenschutz-Grundverordnung? Sabine Heukrodt-Bauer, Fachanwältin für IT-Recht und gewerblichen Rechtsschutz zeigte, was zu beachten ist. „Alles nicht so schlimm? – Den Zahn muss ich Ihnen ziehen!“, sagte sie. Jedem Unternehmen sei anzuraten, seine Hausaufgaben zu machen. Eine Überprüfung durch Aufsichtsbehörden sei jederzeit möglich, warnte sie und nannte Beispiele, in denen es teuer wurde für Unternehmen. Die Fachanwältin riet, auf Datensicherheit besonders bei Passwörtern zu achten, Auftragsverarbeitungsverträge abzuschließen, beim E-Mail-Marketing eine doppelte Einwilligung einzuholen (DOI-Verfahren) und korrekte Datenschutzinfos zu geben.

    Ein wahres Feuerwerk schoss Christian Becker ab: Er packte vieles von seiner über 20-jährigen Erfahrung in die zehn Vortragsminuten. Den Zuhörern konnte es schwindlig werden angesichts seiner Übersichten datenzentrierter Multiplattform-Marketingstrategien. In Praxis-Beispielen verdeutlichte er, welche Vorteile die Verknüpfungen von Daten und digitalen Plattformen ermöglichen. „So lassen sich ganz neue Wertschöpfungspotenziale gewinnen.“

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