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  • Mi., 14. Oktober 2015, 14:53 Uhr
    In einem Masterplan rückt die Stadt den Wohnungsbau in den Fokus der politischen Aktivitäten der nächsten zehn Jahre

    In Worms sollen 2.500 neue Wohnungen entstehen

    Der Wohnungsbau, wie hier auf dem Liebenauerfeld, soll in den nächsten zehn Jahren ein Schwerpunkt der städtischen Politik sein. Archivfoto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Wie in vielen Städten der attraktiven Ballungszentren fehlen auch in Worms Wohnungen. Besonders günstige Wohneinheiten werden händeringend gesucht. Alleine bei der städtischen Wohnungsbau GmbH stehen rund 1.000 Bewerber auf einer Warteliste, die in eine neue und bezahlbare Bleibe ziehen möchten.

    Der Umstand der Wohnungsknappheit birgt sozialen Sprengstoff in sich, denn Menschen mit geringem Einkommen können die stetig steigenden Preise auf dem freien Markt für Kaltmiete und Nebenkosten nur mehr bedingt aufbringen. Wenn nicht beide Elternteile arbeiten, ist dies kaum mehr zu stemmen. Erschwerend kommen jetzt die anerkannten Kriegsflüchtige dazu, die ebenfalls eine Zuhause für ihre Familien suchen.

    Masterplan

    Das stetig größere werden Problem auf dem Wohnungsmarkt wurde von der Stadt jetzt erkannt. Oberbürgermeister Michael Kissel erläuterte vor Vertretern der Presse am Mittwoch, dass die Verwaltung an einem Masterplan arbeite, der in Jahren von 2016 bis 2025 die Schaffung von rund 2.500 Wohneinheiten vorsehe. Diese sollen sowohl von der städtischen Wohnungsbau GmbH wie auch von privaten Investoren geschaffen werden. Man möchte keine Schnellschüsse, aber bis zum Frühjahr 2016 soll der Plan nach Aussage des Stadtchefs vorliegen.

    Innen- vor Außenentwicklung

    OB Kissel betonte, es gelte auch weiterhin der Grundsatz der Innen- vor der Außenentwicklung. Dies bedeutet, dass möglichst keine großen Neubauflächen erschlossen werden, sondern bestehende Baulücken in der City und den Stadtteilen geschlossen werden sollen und es zur Abrundung bestehender Siedlungsflächen kommen wird. Die Stadt strebe auch eine qualitative Bebauung an. Es sollen keine Billighäuser entstehen, die nach 20 Jahren wieder sanierungsbedürftig sind.

    Kein Wohnen am Rhein

    Eine besonders attraktive Baufläche sei das Gelände auf dem zurzeit noch das Bauhaus (ehemaliges Nibelungencenter) stehe.
    Ein „Wohnen am Rhein“ werde es so rasch wohl nicht gehen, führte Kissel weiter aus, denn dazu sei die dortige Situation zu kompliziert. Einerseits trenne die B9 das Rheinufer auf Höhe des Floßhafens von der übrigen Wohnbebauung der Stadt ab, anderseits sei der Floßhafen mit dem angrenzenden Gewerbe ein wirtschaftlich genutzter Raum, in den Wohnungen nicht unbedingt passen.

    Worms wächst weiter

    Abschließend erläuterte der Oberbürgermeister, dass Worms nach letzten Zählungen weiter wachse, was ein zusätzlicher Grund für die Bauaktivitäten sei. So liege die Nibelungenstadt jetzt deutlich über 84.000 Einwohner mit den Tendenz nach oben. Die 100.000 Einwohnerzahl werde Worms zwar wohl nicht knacken, aber die nächsten Jahrzehnte werde es trotz des demographischen Wandels in Deutschland entlang des Rheins in einen stetigen Bevölkerungzuwachs geben.

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