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  • Mi., 06. März 2019, 09:44 Uhr
    Gewerkschaft NGG kritisiert zum Frauentag am 8. März die Lohn-Lücke in der Nibelungenstadt

    In Worms verdienen Frauen 13 Prozent weniger als Männer

    Ein Detail macht den Unterschied. Noch immer verdienen Frauen für die gleiche Arbeit weniger als Männer. Das bemängelt die Gewerkschaft NGG am Internationalen Frauentag. Foto: Tobias Seifert/NGG


    Gleiche Arbeit, unterschiedliche Bezahlung: In Worms verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 13 Prozent weniger als Männer. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Internationalen Frauentag am kommenden Freitag, dem 8. März, mitgeteilt. Sie verweist hierbei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle in Worms auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3.239 Euro pro Monat – Frauen hingegen nur auf 2.814 Euro. In Rheinland-Pfalz beträgt der Verdienstunterschied bei Vollzeit zwischen den Geschlechtern 14 Prozent (Männer: 3.328 Euro, Frauen: 2.872 Euro). Dies liege teils an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig hätten, insbesondere aber auch an der mangelnden Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, so die NGG Darmstadt und Mainz.

    Gewerkschafter Guido Noll spricht von einer „Diskriminierung per Lohnzettel“. Es könne nicht sein, dass Frauen bei der Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren zögen, so der NGG-Regionalchef. „Dabei sind es immer noch vor allem Frauen, die sich nach einem langen Arbeitstag um Familie und Haushalt kümmern – und das unbezahlt.“

    74 Prozent aller Teilzeitstellen in Worms sind weiblich
    Auch deshalb seien sie oft gezwungen, weniger zu arbeiten. So sind nach Angaben der Arbeitsagentur aktuell 74 Prozent aller Teilzeitstellen in Worms weiblich. „Gerade im Gastgewerbe und im Bäckerhandwerk ist es gang und gäbe, dass sie nur eine halbe Stelle haben – oder noch weniger“, kritisiert Noll. Allein das Gastgewerbe beschäftigt laut Arbeitsagentur in der Stadt 870 Minijobber. 550 von ihnen sind Frauen.

    Die Folgen seien spätestens im Rentenalter „dramatisch“, so die NGG. „Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte. Das führt dann zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss“, betont Noll. Am Ende zahlten Steuerzahler die Quittung für die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Damit müsse Schluss sein. „Unternehmen, die Frauen und Männer für den gleichen Job unterschiedlich bezahlen, sollten mit Konsequenzen rechnen.“

    Entgelttransparenzgesetz wird kaum genutzt
    Die Möglichkeit dazu biete zwar das sogenannte Entgelttransparenzgesetz, das seit gut einem Jahr gilt. Danach haben Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern das Recht zu erfahren, was ein Kollege in vergleichbarer Position verdient. Chefs müssen dann bestehende Unterschiede abschaffen. Doch laut einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung wird das Gesetz bisher kaum genutzt. Nach Einschätzung von Guido Noll liegt das auch daran, dass kleine Betriebe vom Gesetz ausgenommen sind – „obwohl die Lohnunterschiede dort besonders groß sind“. Die NGG macht sich für einen gesetzlichen Anspruch auf „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ stark.

     

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