Mi., 12. Oktober 2022, 15:09 Uhr
BUND DER SELBSTÄNDIGEN: Option verfälscht Wettbewerb um rare Fachkräfte zulasten kleiner und mittlerer Arbeitgeber
„Inflationsbonus” weckt falsche Hoffnungen
Die Bundesregierung hat sich im dritten Maßnahmenpaket für einen steuerfreien „Inflationsbonus” von 3.000 Euro ausgesprochen. Diesen können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern steuer- und abgabenfrei auszahlen. In der Theorie könnte es in der Inflationsspirale ein probates Mittel sein – in der Praxis sieht das allerdings anders aus.
35 Millionen Arbeitnehmer rechnen nach Angaben des Bundes der Selbständigen Rheinland-Pfalz & Saarland e.V. mit dieser Sonderzahlung. Aber selbst die Bundesregierung geht davon aus, dass nur etwa fünf Millionen Arbeitnehmer davon in Genuss kommen werden. 30 Millionen werden somit leer ausgehen und zu Recht enttäuscht sein.
„Hier wird von der Regierung ein unlauterer Wettbewerb geschaffen. Nicht jeder Arbeitgeber kann es sich leisten, diesen Inflationsbonus an seine Arbeitnehmer auszuzahlen, erst recht nicht die kleinen und mittelständischen Betriebe. Damit ruft man eine Zweiklassengesellschaft bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern hervor. Es kann nicht die Lösung sein, Gehaltsschecks auf Kosten von uns Unternehmen zu versprechen, die sowieso schon durch Pandemie und die massive Energiekrise stark gebeutelt sind,“ so Liliana Gatterer, Präsidentin vom Bund der Selbständigen Rheinland-Pfalz & Saarland e.V.