Informatiker der Hochschule Worms entwickelten eine App die sich hören lassen kann
Informatik kann auch Rhythmus
Am Piano Uli Partheil, verantwortlich für das musikpädagogische Konzept zur beatZapp und sein Trio, Hanns Höhn am Bass und Holger Nesweda am Schlagzeug.
Informatiker der Hochschule Worms finden sich in der Regel nicht im musikalischen Bereich wieder. Umso schöner, dass die Idee zu einem pädagogischen Konzept zum Training von rhythmischer Kompetenz, sowohl für Profi- als auch Amateurmusiker, realisiert werden konnte. Die Auftaktveranstaltung zur Freischaltung der beatZapp fand am 8. April in der Hochschule Worms statt. Projektleiter Professor Keidel und wissenschaftlicher Leiter des ZTT und sein Team standen dem interessierten Publikum für Fragen zur Verfügung. Im Anschluss daran gab das Trio um Uli Partheil am Piano, Hanns Höhn am Bass und Holger Nesweda am Schlagzeug eindrückliche Beispiele für Rhythmik.
Wenn man darüber spricht Im Rahmen der Veranstaltungen “Mobile Application Development” und “Mobile Security” des Masterstudiengangs „Mobile Computing“ der Hochschule Worms wurde als Anschauungsmaterial ein rudimentäres Metronom für das Smartphone-Betriebssystem Android entwickelt. Der Kontakt zu dem renommierten Jazz-Pianisten Uli Partheil erweiterte das Projekt um ein musikpädagogisches Konzept. Um die Ideen des Musikers zu verwirklichen, war ein kompletter Umbau der App nötig. Eine dem Notenbild nachempfundene Eingabe spielt dabei eine zentrale Rolle.
beatZapp steht mit einer festen Zahl von Speicherplätzen kostenlos im Play Store zur Verfügung. Nach einem optionalen In-App-Kauf der „Premium Version“ können beliebig viele rhythmische Pattern gespeichert werden. Der Erlös kommt dabei vollständig der Hochschule Worms zu gute.
Gutes Zusammenspiel durch Antizipation und Übung Der Hörgenuss stellt sich ein, wenn Musiker harmonisch zusammenspielen. Dazu gehört auch die Fähigkeit der Antizipation. Die Musiker müssen lernen, dass das Timing eine wichtige Rolle spielt. Es geht dabei nicht nur darum den Takt halten zu können, sondern auch um die Antizipationsfähigkeit im Zusammenspiel, denn Reaktionszeit der Mitspieler und Latenzzeit der jeweiligen Musikinstrumente spielen eine erhebliche Rolle.
beatZapp schließt eine Lücke im Übungsablauf Das tägliche Üben ist für Profimusiker selbstverständlich. Wenn passende Mitspieler fehlen, kommt das klassische Metronom zum Einsatz. Doch hier besteht die Gefahr, dass eine Abhängigkeit von den regelmäßigen Schlägen generiert wird, die der Entfaltung der rhythmischen Kompetenz im Wege steht.
Sogenannte Drum Computer bieten bessere Möglichkeiten für anspruchsvolle Übungen. Hier ist aber der apparative Aufwand hoch und die Bedienung kompliziert.
Leicht zu bedienende Software
beatZapp hingegen ist eine leicht zu bedienende Software, die auf Smartphones des Android Betriebssystems installiert werden kann. Durch eine notenbasierte Eingabe können in kurzer Zeit sowohl herkömmliche Rhythmen erstellt, als auch Pattern zum Klingen gebracht werden, die mit weniger Schlägen und längeren Pausen die rhythmische Kompetenz des übenden Musikers ausbilden.
Zugleich bietet die App als weiteres Einsatzgebiet das Studium komplexer, rhythmischer Melodielinien, die sich dem lernenden Musiker nicht sofort aus dem Notenbild erschließen. Mit der App lässt sich das Notenbild übertragen und man kann sich den Rhythmus beliebig oft vorspielen lassen. Weitere Anregungen zu Übekonzepten mit Erklärungen und Hörbeispielen, die von dem Pianisten Uli Partheil erstellt wurden, findet man auf der Website http://beatzapp.net/
Weitere Forschungsaktivitäten ergeben sich fast von selbst Im Rahmen der Entwicklung von beatZapp wurden noch weitere Forschungsaktivitäten initiiert. Zum einen im Bereich Mobile Security die Entwicklung und Untersuchung von effizienten Verfahren den Diebstahl von Software Code zu erschweren. Diese sogenannte Tamper Protection soll verhindern helfen, dass das Produkt aus dem App Store gestohlen werden kann, um von Dritten als Trojaner missbraucht zu werden. Zum anderen wurde die Entwicklung eines Frameworks zur add hoc Datenübertragung begonnen.
Durch Einbindung dieses Frameworks ist es möglich Verbindungen zu im Raum befindlichen weiteren mobilen Endgeräten aufzunehmen, um Daten zu übertragen. Dabei ist keine Infrastruktur wie WLAN oder Anbindung zum Provider notwendig. Diese Datenübertragung erfolgt auch nicht, wie sonst üblich, über Cloud-Services und gewährleistet somit Datenschutz.