Do., 03.09.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mi., 26. Juli 2023, 14:10 Uhr
    BARRIEREFREIHEIT: Wormser Stadträtin enthüllt fehlenden Überblick

    Inklusion auf Spielplätzen

    Die ca. 150 Quadratmeter großen Sandspielflächen am Karlsplatz sind für Kinder bis zu zwölf Jahren ausgestattet. Geboten werden auf dem Spielplatz im Schatten des Wasserturmes und eines stattlichen Baumbestandes unter anderem Doppelschaukel, Rutsche, Spielkombi oder auch eine Tischtennisplatte. Foto: Florian Helfert


    Von Florian Helfert › Wie behindertengerecht sind Wormser Spielplätze? Dies versuchte Stadträtin Isabell Lieffertz (Die Linke) mit der Anfrage ,,Barrierefreie Spielplätze" herauszufinden. Konkret hoffte sie auf Auskunft, welche Spielplätze mit dem Rollstuhl erreichbar und befahrbar sind, welche als teilweise oder vollständig barrierefrei eingestuft werden und welche Spielplatzgeräte barrierefrei sind. Zudem erkundigte sie sich nach eventuell geplanten Umbauten, um die Zugänglichkeit weiter zu verbessern.

    Zu ihrer großen Überraschung erhielt sie von Oberbürgermeister Adolf Kessel die Antwort, dass ihre Anfrage nicht als solche betrachtet werde, sondern als Arbeitsauftrag für die Verwaltung, den diese in Anbetracht der personellen Möglichkeiten nicht leisten könne. Ursprünglich hatte Lieffertz erwartet, dass eine Bestandsaufnahme der Spielplätze und barrierefreier Merkmale bereits vorliegen würde.

    Weites Feld an Beeinträchtigungen

    Vor dem Hintergrund unterschiedlichster Beeinträchtigungen – das Stadtoberhaupt führte konkret Geh-, Seh- und Hör- sowie geistige Beeinträchtigungen in seiner Antwort auf – hält der Fachbereich ihm zufolge das Realisieren einer vollständigen Barrierefreiheit für schwierig bis unmöglich.

    Etat aktuell mehr als verdoppelt

    Im Finanzhaushalt der Stadt stehen im laufenden Haushaltsjahr 50.000 Euro für Investitionen auf den 85 öffentlichen Spielplätzen respektive Spielbereichen zur Verfügung. „Bis zum Haushaltsjahr 2021 waren es 20.000 Euro“, so Adolf Kessel. Für 2024 würden erneut 50.000 Euro beantragt werden. Inwiefern diese jedoch angesichts des von der Kommunalaufsicht geforderten ausgeglichenen Haushaltes bereitgestellt werden könnten, stehe in den Sternen.

    Kein Geld der GroKo?

    Der Hinweis auf den Finanzhaushalt kann aus Lieffertz Sicht nur als vermeintlicher Beleg dafür gesehen werden, dass die Stadt kein Geld für barrierefreie Spielplätze habe. „Wie kann es sein“, fragt sie sich, „dass die Wormser GroKo keinen Finanzierungsplan für ihr eigenes Koalitionsvorhaben vorlegen kann?" Ferner verweist sie auf Sponsoring, Förderprogramme und den Prüfbericht des Landesrechnungshofs zum städtischen Haushalt, in dem ein Konsolidierungspotenzial von mindestens 4,8 Millionen Euro ermittelt worden sei.

    Vorschläge erbeten

    Die 22-jährige Stadträtin hält es für problematisch, dass behinderte Menschen politisch vergessen würden. Für Spielplätze bedeute dies, dass behinderte Kinder nur zuschauen könnten, wenn keine inklusiven Spielgeräte existierten. Darum möchte sie doch einen Ratschlag des Oberbürgermeisters beherzigen. Dieser hatte es für zielführender erklärt, statt der Anfrage „konkrete Vorschläge zu konkreten Standorten zu unterbreiten".

    Nach der Sommerpause wolle sie einen entsprechenden Antrag im Stadtrat stellen. Außerdem nehme sie konkrete Wünsche aus der Wormser Bevölkerung zu barrierefreien Spielgeräten und Spielplätzen gerne unter isabell.lieffertz@dielinke-azwo.de entgegen.

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige AmtsblattAnzeige das WormserAnzeige Ticketshop
    Anzeige Tip SüdhessenAnzeige Klinikum Worms - Tag der offenen TürAnzeige Cecil Cycle KN18256