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  • So., 31. Oktober 2021, 21:00 Uhr
    PRO BAHN Regionalverband Starkenburg e.V. und bergstraße.mobil fragen Interesse für bedarfsorientierte Druckausgabe ab

    Inoffizielles Fahrplanbuch für VRN und RNN

    Das Netzwerk bergstraße.mobil und der PRO BAHN Regionalverband Starkenburg e.V. möchten alle rund 1.000 Linien beider Verbünde in einem Fahrplanbuch zusammenstellen und an Interessierte ausliefern. Foto: Netzwerk bergstraße.mobil


    Gedruckte Fahrplanbücher scheinen für manche aus der Zeit gefallen zu sein und sind längst kein Massenprodukt mehr. Nicht ohne Grund haben Online-Medien – vielerorts in Echtzeit – Fahrplanbücher etwas an den Rand gedrängt. Fahrpläne in Form gedruckter Bücher sind für bestimmte Nutzergruppen dennoch nach wie vor wichtig. Beispielsweise für Betriebspersonal, Verkehrsplaner oder Sachbearbeiter, die in bestimmten Situationen schnell alle Linienfahrpläne zur Hand brauchen. Aber auch außerhalb der Verkehrswirtschaft gibt es neben denen, die kein Smartphone bzw. mobiles Internet haben – laut Statista im Jahr 2020 immerhin 20 % der Bevölkerung – ÖPNV-Archivare oder „Nahverkehrs-Nerds“, die die Entwicklung von Fahrplänen und Netzen studieren oder bewahren möchten. Kurzum: Printmedien ergänzen Online-Medien sinnvoll und tragen zu einer barrierefreien Fahrgastinformation bei, finden die Projektinitiatoren.

    Dennoch sind Ende 2017 bzw. 2018 im Rein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN) und Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) die letzten regionsbezogenen Fahrplan-Gesamtausgaben erschienen. Allenfalls auf einzelne Kreise bzw. Linienbündel bezogene oder sehr kleinräumig konzentrierte Hefte gibt es noch. Diese werden aber leider entweder gar nicht oder nicht überall von Jahr zu Jahr neu aufgelegt. Dagegen hat sich die Geschäftsführung des benachbarten Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) zuletzt 2015 offensiv zu gedruckten Fahrplanmedien bekannt und sieht in ihnen sogar ein „Symbol für eine Beständigkeit“, wie aus dem Vorwort der entsprechenden Fahrplanbuch-Ausgabe hervorgeht. Sie werden durch die einzelnen Nahverkehrsorganisationen weiterhin aufgelegt, wenn auch mit tendenziell sinkender Auflage.

    Im RNN- und VRN-Gebiet hängt es von Landkreis zu Landkreis bzw. von Kommune zu Komme ab, ob der „Aufwand“ der Fahrplanbuch-Erstellung betrieben wird. So z.B. in der Stadt Ladenburg oder im Landkreis Südliche Weinstraße, wo die Betroffenen – insbesondere Smartphone- oder PC-losen – nicht im Regen stehen gelassen werden und weiterhin etwas an die Hand bekommen können, wenn sie sich auf klassischem Weg über den ÖPNV informieren wollen. Die offiziellen Regionalbereich-bezogenen Fahrplanbücher der Verbünde deckten die vielerorts fehlenden lokalen Angebote ab – stellten also die einzige Möglichkeit dar, auf analogem Weg einen umfassenden Überblick über das Fahrtenangebot zu erhalten.

    Fahrplanbuch von Fahrgästen für Fahrgäste

    Durch den Wegfall der offiziellen Fahrplanbücher im RNN und VRN ist eine Informationslücke entstanden, die der PRO BAHN Regionalverband Starkenburg e.V. in Kooperation mit dem Netzwerk bergstraße.mobil zu schließen versucht.

    Konkret soll ein Fahrplanbuch für das Gebiet beider Verkehrsverbünde erstellt werden. Schon für das Fahrplanjahr 2020 ist das Fahrplanbuch für den Teilbereich "Bergstraße-Odenwald" erschienen und so gut angekommen, dass für 2022 noch eine Schippe drauf gesetzt werden solle: „Wir wollen das gesamte ÖPNV-Angebot des RNN und VRN – von Bingen bis Zweibrücken, von Idar-Oberstein bis Sinsheim, von Lindenfels bis Landau und von Ingelheim bis Bad Mergentheim, natürlich einschließlich der Städte Kaiserslautern, Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg – in einem Buch abbilden. Wir sprechen hier von mehr als 1.000 Linien, die zunächst zusammengestellt und in eine druckfähige Form gesetzt werden müssen“, so Peter Castellanos, der für beide Herausgeber das Projektmanagement zum Fahrplanbuch betreut. „Wir gehen derzeit von schätzungsweise 2.000 Seiten aus, die das DIN A5 große Buch umfassen soll. Durch die Ausführung als Softcover, mit Klebebindung und Dünndruckpapier (36g/m²) soll es sich in der Gestaltung möglichst nahe an den Originalen des VRN orientieren“, so Castellanos weiter.

    Bedarfsorientierte Auflage

    Um die Nachfrage richtig abzuschätzen – also nicht „für die Tonne“ zu produzieren – suchen die Herausgeber derzeit Interessenten für eine bedarfsorientierte Auflage. Es ist zu erwarten, dass die Kosten pro Exemplar durch die kleinere Auflage vsl. etwas über den bisher gewohnten Preisen des VRN liegen werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann leider noch keine verbindliche Aussage über die Kosten getroffen werden. Es gelte nur „je höher die Auflage umso niedriger die Kosten pro Exemplar“. Daher verpflichtet eine Interessensbekundung nicht zum Kauf. Das Fahrplanbuch werde „ohne kommerzielles Interesse produziert; die Interessenten zahlen allein die Druck- und Versandkosten“, wie Castellanos abschließend erklärt.

    Interessiert?

    Wer Interesse an dem Fahrplanbuch hat, kann sich bis einschließlich Dienstag, dem 30. Dezember 2021, über ein Online-Formular unterwww.t1p.de/fahrplanbuchoder unter der Handynummer 01577 9217391 telefonisch/per SMS/per Threema beim Fahrplanbuchservice der Herausgeber (Ansprechpartner: Peter Castellanos) melden. Unter dem Link sind weitere Informationen zum Interessenbekundungsverfahren und häufig gestellte Fragen zu finden.

    Zur Kofinanzierung der Druckkosten wurde eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext gestartet (www.startnext.com/fahrplanbuch-rnn-vrn-2022). Nach dem Druck kann das Fahrplanbuch im Bürgerbüro der Stadt Viernheim erworben werden. Weitere Vertriebsstellen werden gesucht.

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