Bettina Münninghoff (links) gemeinsam mit Dezerie Sanders und Melvina Petersen.
Wie ist der Arbeitsalltag in einem südafrikanischen Krankenhaus? Und wie unterscheidet er sich von dem der deutschen Kolleginnen und Kollegen? Im Rahmen eines interkulturellen Austauschprojektes waren Anfang Oktober zwei Krankenschwestern aus Südafrika zu Gast im Klinikum Worms, um über ihren Arbeitsalltag in der Frauenklinik mit angeschlossener Früh- und Neugeborenen-Intensivstation des Mowbray Maternity Hospitals in Kapstadt zu berichten.
Dezerie Sanders, Leiterin der Neugeborenen-Abteilung und Melvina Petersen, Schulleitung der dortigen Pflegeschule, statteten zunächst der Frühchenstation des Klinikums einen Besuch ab, bevor sie Ärzten und Pflegepersonal einen kurzweiligen und interessanten Einblick in den südafrikanischen Krankenhausalltag gaben. Die beiden Südafrikanerinnen berichteten über das Gesundheitssystem in ihrem Heimatland und ihren Alltag auf der Station.
Die Zuhörer erfuhren beispielsweise, wie die Betreuung der Mutter und des Kindes vor, während und nach der Geburt gestaltet ist und welche Initiativen und Projekte das Mowbray Maternity Hospital ins Leben gerufen hat, um eine möglichst intensive Betreuung der jungen und insbesondere frühgeborenen Patienten zu ermöglichen.
900 Babys pro Monat!
Besonders spannend war es natürlich zu erfahren, welche Gemeinsamkeiten, aber auch welche Unterschiede es zwischen den Krankenhäusern in den verschiedenen Ländern gibt. So erblicken im Mowbray Maternity Hospital beispielsweise monatlich rund 900 Babys das Licht der Welt, während im Wormser Klinikum in einem Monat durchschnittlich etwa 140 Babys geboren werden.
Initiatorin dieses interkulturellen Austauschprojektes mit dem Mowbray Maternity Hospital in Kapstadt ist Bettina Münninghoff, Stationsleiterin der Neugeborenen-Intensivstation am Klinikum Worms. Bereits seit dem Jahr 2008 koordiniert sie ein Austauschprogramm mit dem südafrikanischen Krankenhaus. Alle zwei Jahre reisen so Mitarbeiter des Mowbray Maternity Hospitals ins Klinikum Worms und in andere deutsche Krankenhäuser, um den Alltag in einem deutschen Krankenhaus zu erleben und ihre eigenen im Heimatland gemachten Erfahrungen an die deutschen Kollegen weiter zu geben. Im Gegenzug erhalten auch deutsche Kolleginnen und Kollegen die Chance nach Kapstadt zu reisen und wertvolle Erfahrungen über das Krankenhausgeschehen auf einem anderen Kontinent mit nach Hause zu nehmen.