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Mo., 22. Juli 2013, 21:23 Uhr
Gute Ansätze beim 1: 1 im letzten Vorbereitungsspiel gegen die U23 des FC Schalke 04 / Am Samstag kommt es um 14 Uhr zum ersten Heimspiel der Saison 2013/2014 gegen Eintracht Frankfurt II
Ist das Glas bei Wormatia halb voll oder halb leer?
Erdal Celik (links) bugsiert den Ball nach einer Ecke von Kevin Wölk per Kopf zur 1:0-Führung für seinen neuen Verein VfR Wormatia gegen den FC Schalke 04 in das Gästetor. Foto: Klaus Diehl
VON KLAUS DIEHL Mit Kapitän Sandro Rösner, Marco Steil und Benjamin Himmel standen bei der Generalprobe gegen die U23 des FC Schalke 04 nur noch ganze drei Spieler aus dem letztjährigen Wormatia-Kader von Beginn an auf dem Platz. Vor dem Anpfiff stellte sich der gesamte 23-Mannschafts-Kader, darunter auch die Rekonvaleszenten Adam Jabiri, Max Mehring, Tim Bauer sowie der im zweiten Durchgang eingesetzte Lucas Oppermann, der noch um einen Vertrag kämpft, samt Trainer-Duo, physio und medizinischer Abteilung den gut 400 Besuchern auf der Tribüne vor .
Man merkte hierbei schon ein etwas ungeduldiges Kribbeln bei den Spielern, wussten sie doch genau, dass dieses Spiel sicherlich Cheftrainer Stefan Emmerling eine wichtige Grundlage bietet, wer zum Saisonauftakt gegen die U23 von Eintracht Frankfurt am Samstag, um 14 Uhr, in der EWR-Arena von Beginn an auflaufen darf. Es sei vorneweg gesagt, dass die Defensive und Torhüter Rainer Adolf bis auf den 1:1-Ausgleich in der 85. Minute durch den eingewechselten und völlig frei zum Schuss kommenden Schalker Jean-Pierre Schilling, einen sehr sicheren Eindruck machte. So scheint das Vorhaben von Stefan Emmerling schon Früchte zu tragen, dass man ohne eine sichere, gut stehende und funktionierende Abwehr schon gar nicht gewinnen kann. Die Sicherheit in einem Spiel muss zunächst vom Torhüter über die Vierer-Abwehrkette und den Sechserpositionen ausgehen. Da scheint der Wormatia-Coach Rainer Adolf im Tor – auch ein super mitspielender und stets aufmerksamer Torhüter – und davor die Viererkette mit Raschid El Hammouchi, Marco Steil, Kapitän Sandro Rösner und dem flinken und lauffreudigen Benjamin Himmel auf der linken Abwehrposition, der auch nach vorne mit etlichen guten Flanken mit dem linken Fuß aus vollem Lauf hoffnungsvolle Aspekte aufzeigte, auch am Samstag gesetzt zu haben.
Lediglich das unnötige Gegentor verdarb dem Wormatia-Coach etwas die Laune und unterstrich seinen Anspruch, dass man auf dem Platz bis zum letzten Pfiff des Schiedsrichters absolut konzentriert zu Werke zu gehen hat. Eine notwendige und löbliche Tugend, die Stefan Emmerling in seiner aktiven Fußballer-Laufbahn stets auszeichnete. Auf den Sechserpositionen hat man beim VfR Wormatia mit Erdal Celik einen absoluten Gewinner-Typ an Land gezogen, welcher dem Wormatiaspiel echt gut tut.
Nicht von ungefähr sorgte er in der 42. Minute nach einer Wölk-Ecke per Kopf für die 1:0-Führung. Marco Steil war auch mit hochgestiegen, erreichte den Ball aber nicht und der auch in einem Freundschaftsspiel engagiert agierende Erdal Celik wuchtete den Ball in das Schalker Gehäuse. Erdal Celik kennt offenbar auch vor großen Namen keine Angst und ließ sich mit Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah und dem weiteren Schalker Routinier und Kapitän Oliver Caillas auf eine heftige Diskussion ein, so dass der Schiedsrichter und Mitspieler wieder für Ruhe sorgen mussten. Etwas weniger auffällig agierte Carsten Sträßer im Spiel nach vorne. Insgesamt kann man der Wormatia-Defensive aber bescheinigen, dass das Glas weitaus voller als leerer ist, wenn auch noch Optionen (Zweikampfverhalten) nach oben zu erwarten sind. Besonders im Spiel nach vorne, wo die jungen Knappen von Chefcoach Bernhard Trares, der an seiner ehemaligen Wormatia-Wirkungsstätte – ebenso wie Asamoah – mit Beifall begrüßt wurde, mit viel Tempo die Partie angingen und in den ersten 30 Minuten den Wormaten nicht viel Platz ließen.
Da rannten die Wormaten mehr den Blau-Weißen hinterher als umgekehrt. Doch außer bei einem Freistoß, den Rainer Adolf um den Pfosten drehte, ging von den Gästen – sehr zum Unwillen ihres Trainers Bernhard Trares – nicht gerade große Torgefahr aus. Denn sich bietende Lücken konnte man nicht nutzen.
Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen gab es nach einer halben Stunde eine Trinkpause, die auf Wormatiaseite nicht nur Erfrischung brachte, sondern in der es Stefan Emmerling gelang, seine Mannschaft neu zu ordnen. Und es lief nun auch nach vorne besser. Nicht von ungefähr war denn auch Erdal Celik der Schütze zum 1:0.
In der 51. Minute verhinderte der Schalker Torhüter Ferdinand Oswald nach einem Röser-Kopfball mit einer Glanztat das 2:0 für die Wormaten und auch Lucas Oppermann scheiterte in der 64. Minute am Schalker Keeper. Es wäre dies auch ein verdienter Lohn einer gelungenen schnellen Kombination über die linke Seite gewesen, wo die Ball-Hereingabe Markus Müller knapp verfehlte, ehe Oppermann – er sah den Ball wohl schon im Tor – volley abzog, der Schalker Schlussmann aber der Sieger blieb. Weitere gute Ansätze im Spiel nach vorne wurden auf Wormatiaseite nicht konsequent genug zu Ende gespielt. Da fehlte es im Spiel nach vorne an einer besseren Abstimmung. Doch wer das Spiel gegen den SV Darmstadt 98 gesehen hatte, der konnte feststellen, dass schon ein paar wichtige Prozente mehr auszumachen sind
Von den Offensivkräften hinterließ Kevin Wölk hinter den Spitzen und, wenn es sein musste, überall präsent, den besten Eindruck.
Auch war er bereit, Verantwortung zu übernehmen und seine Mitspieler lautstark aufzurütteln und anzuspornen. Was Markus Müller auf der Center-Position betrifft, so ist er stark im Kopfballspiel und weiß auch seinen Mitspielern den Ball aufzulegen und hierbei Gegenspieler geschickt abzublocken. Was er braucht, ist alsbald ein Erfolgserlebnis, auch um ruhiger und nicht so überhastet im Anschluss zu agieren.
Der vom SV Gonsenheim gekommene Johnathan Zinnram kann eine gute Waffe im Angriffsspiel werden, wenn er etwas mehr und schneller aufpasst und reagiert. Da gilt es gewisse Abstimmungsprobleme noch auszumerzen. Alper Akcam ist immer dann gefährlich, wenn er Positionswechsel andeutet und nicht nur auf der linken Seite agiert. Die im Verlauf der zweiten 45 Minuten eingewechselten Markus Hofmeier, für die rechte Angriffsseite durchaus eine Alternative, dazu Kevin Feucht im Zentrum und Eugen Gopko vor der Abwehr sind jederzeit einsetzbare Variationsmöglichkeiten.
Da gibt es auch noch einen Marcel Abele und besonders Lucas Oppermann, wenn er gesund bleibt und vor dem 31. August sich auch einen neuen Vertrag verdient.
Mit einem gesunden und agilen Lucas Oppermann, bekäme das Wormatiaspiel sicherlich noch etwas mehr an spielerischer Qualität.
Spielerisch heißt es beim VfR Wormatia weiter zu arbeiten, soll es am Samstag einen positiven Start in die neue Saison geben. Dennoch ist man geneigt, das Glas eher halb voll als halb leer zu sehen. Für die Youngster Björn Weisenborn, Damian Kaminski und Benny Vali Mohammadi, der aber mit Vali seinen Familiennamen als genügend erwähnt sieht, heißt es Geduld zu haben und bei einem Einsatz auch die Chance beim Schopf zu packen. Die neu formierte Wormatia-Elf braucht Vertrauen, Unterstützung von den Fans und muss vor allen Dingen auch den nötigen Kampfgeist, Siegeswillen und Zweikampfstärke mitbringen. Diesbezüglich sieht es durchaus hoffnungsvoll aus, wenn auch nun einmal „gut Ding Weile braucht“. Da wäre ein positiver Start wohl am Wichtigsten.
Gegen Schalke 04 spielten: Rainer Adolf (Tor), Raschid El-Hammouchi, Marco Steil, Sandro Rösner, Benjamin Himmel, Erdal Celik, Carsten Sträßer (87. Markus Hofmeier), Johnathan Zinnram (46. Lucas Oppermann), Kevin Wölk, Markus Müller (79. Kevin Feucht), Alper Akcam (77. Eugen Gopko).