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  • Mi., 22. April 2015, 23:56 Uhr
    Im sechsten Play-Off-Finalspiel gewinnen die Mannheimer Eishockeyspieler mit 3: 1 Toren in Ingolstadt und feiern ihren insgesamt siebten Titel

    Ja, geschafft! Adler sind Deutscher Meister 2015

    Die Mannheimer Adler holten sich am Mittwochabend die Deutsche Meisterschaft. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler haben am Mittwochabend mit 3:1 (0:0/1:1/2:0) Toren in Ingolstadt gewonnen und sichern sich mit 4:2 Siegen in der Play-Off-Finalserie die Deutsche Meisterschaft. Es war ein hoch dramatisches Match zweier ausgeglichener Mannschaften. Am Ende entschieden Nuancen über Sieg und Niederlage. Doch so wie Mannheim am Mittwochabend eine Nuance besser war, so waren sie es in der Serie und sind damit verdient Deutscher Meister.

    Das erste Drittel blieb am Mittwoch zwar torlos, doch war Mannheim eindeutig stärkerer Team. In Abschnitt zwei drehte sich dies und Ingolstadt dominierte. Doch ging es mit einem Zwischenstand von 1:1 in die letzte Pause. Dem letzten Drittel drückten wieder eindeutig die Adler den Stempel auf und gingen früh mit 2:1 in Führung. Wer ein großes Aufbäumen der Oberbayern erwartete, wurde etwas enttäuschte, es kam zu wenig von den Panthern. Nur die Top-Reihe mit Greilinger, Taticek dun Buck blieb gefährlich, aber auch ihr gelang kein Tor mehr. Insgesamt schwanden bei Ingolstadt mit fortlaufender Spielzeit die Kräfte. Das Tor zum 3:1 Endstand nur mehr Sekunden vor Spielende ins leere Ingolstädter Tor war nur mehr Ergebniskosmetik.

    Fragt man nach den Gründen für den Titelgewinn der Adler, gilt es gleich fünf zu nennen. Erstes stand eine wirkliche Mannschaft auf dem Eis, in der jeder für jeden kämpfte. Zweitens waren es die Comeback-Qualitäten des Teams. So konnte Mannheim im Halbfinale dreimal einen 0:3 Tore Rückstand gegen Wolfsburg noch in einen Sieg drehen. Und auch im Finale, als Mannheim das dritte Spiel sang- und klanglos mit 1:6 Toren gegen Ingolstadt verloren hatten, gab niemand mehr einen Schuss Pulver auf die Adler. Die Mannheimer schlugen aber eiskalt zurück und siegten in Spiel vier mit 6:2 Toren in Ingolstadt, dann in Spiel fünf mit 3:1 Toren in Mannheim und setzten am Mittwochabend denSchlusspunkt mit dem 3:1 Sieg. Der dritte Aspekt für die Adler-Dominanz ist die tiefe und Ausgeglichenheit im Kader. Die Mannheimer konnten Ausfälle wie kein anders Team wegstecken. Zudem ist jede Reihe der Adler brandgefährlich und kann Tore schießen, was es schwer machte, die Kurpfälzer auszurechnen. Der vierte Aspekt ist der Trainer. Mit Geoff Ward wurde vom Adler-Management ein absoluter Experte und Profi aus Nordamerika geholt, der es nicht nur schaffte ein Team zu formen, sondern der auch stets kluge taktische Marschrouten ausgab. Und fünftens ist die Einkaufspolitik zu nennen. Besonders bei den Ausländern bewies man ein gutes Händchen. Gerade Andrew Joudrey und Jamie Tardif sind voll eingeschlagen. Auch Glen Metropolit, Brandon Yip und mit Abstrichen Dany Richmond, Kurtis Foster und in den Play-Offs auch Robert Raymond brachten ihre Leistung.

    Tja, somit ist der Titel nach 2007 endlich wieder in die Quadratstadt zurückgekehrt. Und wohl keine Stadt und keine Mannschaft hat ihn so sehr verdient wie Mannheim. Der Druck und die Erwartung in der Kurpfalz war riesig, doch jetzt ist der Jubel grenzenlos, denn es gibt wohl keine Großstadt mit solche einer Eishockey-Begeisterung wie Mannheim. Hier ist Eishockey (weit vor Fußball) die absolute Nummer eins und jeder in der Region identifiziert sich mit den Adlern. Und wie formulierte es Ronny Arendt in einem Fernsehinterview am Mittwoch sinngemäß: „Nach Jahren in denen wir Scheiße fressen musste, ist der Gewinn verdient.“ Vergessen sind nun all die Demütigungen und Enttäuschungen der letzten Jahre, denn der Pokal ist wieder da, wo er hingehört, in Mannheim. Und dort soll er, nach den Vorstellungen der Fans, auch lange bleiben.

    Zum wertvollsten Spieler der Play-Offs wurde übrigens Jochen Hecht gewählt.

     

    Zur Chronologie des Mittwochspiels

    1. Drittel

    Die Adler mit einem aggressiven und starken Beginn. Zunächst waren die Kurpfälzer eindeutig der Herr im Ring. Es ergaben sich Torchancen wie am Fließband für Mannheimer. In der 2. Minute hatte Jon Rheault die Führung auf dem Schläger, in der 4. Minute war es Brandon Yip, in der 6. Minute Christoph Ullmann und in der 7. Minute Jochen Hecht. Aber es blieb beim 0:0 unentschieden. Und langsam löste sich Ingolstadt aus der Umklammerung und setzte seinerseits Akzente in der Offensive. In der 12. Minute hatte dann Brandon Yip für Mannheim noch eine große Chance. Im Anschluss musste aber der Mannheim Martin Buchwieser auf die Strafbank und es brannte lichterloh vor Adler-Goalie Dennis Endras. Und kaum waren die Mannheimer wieder komplett, wanderte erneut ein Adler auf das Sünderbänkchen, diesmal musste Brandon Yip hinaus. Jedoch gelang Ingolstadt erneut kein Tor. Aber die Oberbayern jetzt endgültig im Spiel und mit viel Vehemenz und Torgefährlichkeit. Letztlich ging es aber mit dem 0:0 in die Kabinen. Fazit: Zunächst die Adler eindeutig dominierend, dann aber brachte sich Mannheim mit zwei Strafzeiten selbst aus dem Konzept. Torschüsse: Mannheim 10 - Ingolstadt 9

    2. Drittel

    In der 21. Minute hatte Adler-Stürmer Jochen Hecht eine große Chance, aber insgesamt war der Abschnitt in den ersten Minuten aber ausgeglichen. Dann musste wieder ein Mannheimer hinaus und erneut spielte Ingolstadt eine starke Überzahl, blieb aber ohne Torerfolg, genauso wie die Adler, die im Anschluss mit einem Mann mehr agierten. Ingolstadt jetzt aber insgesamt mit mehr Druck. In der 29. Minute war es schließlich soweit und Christoph Gawlik schoss zum 1:0 für Ingolstadt ein. Und die Panther blieben im Vorwärtsgang, waren jetzt deutlich torgefährlicher und hatten das Momentum auf ihrer Seite. In der 31. Minute dann die Adler im Glück als Panther-Stürmer Thomas Greilinger nur die Latte des Adler-Gehäuses traf. Ab der 32. Minute die Mannheimer in numerischer Überlegenheit. Und es waren gerade einmal sieben Sekunden in der Überzahl gespielt, da schoss Kurtis Foster zum 1:1 Ausgleich ein. In der 33. Minute die Chance für Brandon Yip zum Nachlegen, aber er verpasste. Zwei Sekunden vor Drittelende hatte Christoph Ullmann die Führung auf dem Schläger, aber er traf die kleine Hartgummischeibe nicht richtig. Fazit: Ingolstadt etwas stärker, aber insgesamt ein gerechter Spielstand. Torschüsse: Mannheim 10 - Ingolstadt 9

    3. Drittel

    Die Adler konnten sofort in Überzahl agieren, aber der Torerfolg blieb ihnen verwehrt. Die Spannung und Nervosität nun greifbar. Ein Schuss, ein Tor, konnte das Match entscheiden. Mannheim jetzt wieder dominierend und stärker. In der 44. Minute fiel dann das 2:1 für Mannheim durch Andrew Joudrey. Nun musste Ingolstadt kommen. Und sie taten es. Brandon Buck in der 49. Minute mit einer dicken Chance für Ingolstadt. In der 5o. Minute auf der anderen Seite eine Zwei-auf-eins-Situation für Mannheim, aber Jon Rheault verzog und es blieb beim knappen 2:1 für die Adler. In der 51. Minute hatte Jochen Hecht die Gelegenheit zu erhöhen, aber auch er verpasste. Ab der 52. Minute Ingolstadt in Überzahl. Doch die Kurpfälzer überstanden die zwei Minuten unbeschadet. Jetzt blieben noch sechs Minute zu spielen. Dann noch vier Minuten. Wer würde die bessern Nerven haben? Mannheim wirkte jetzt abgeklärt, Ingolstadt hingegen ideenlos und unkonzentriert. Bei den Audi-Städtern schienen die Kräfte zu schwinden. Richtig gefährlich waren die Oberbayern nur, wenn die Top-Reihe mit Greilinger, Taticek und Buck auf dem Eis war. Die Dramatik war kaum mehr zu überbieten. Noch zwei Minuten auf der Uhr. Dann noch 60 Sekunden und die Mannheimer kämpften verbissen und geschickt, während Ingolstadt anrannte, aber kraftlos wirkte. Schließlich noch 46 Sekunden und Bully vor dem Adler-Gehäuse. Jetzt nahm Ingolstadt den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Ein harter Schlagschuss eines Ingolstädters aber Dennis Endras hielt mit einer weltklasse Leistung. Noch 32 Sekunden. Erneut Bully und Mannheim kann den Puck erobern. Schließlich fährt Jon Rheault alleine auf das leere Ingolstädter Tor zu und versenkte den Puck zum 3:1 Endstand für Mannheim.

    Ingolstadt : Mannheim 1:3 (0:0/1:1/0:2)

    Tore:  1:0 (28:02) Gawlik (Buck/Greilinger) - EQ; 1:1 (31:40) Foster (Hecht/Richmond) - PP1; 1:2 (43:51) Joudrey (Wagner/Goc) - EQ; 1:3 Rheault - EN;
    Schiedsrichter: Piechaczek / Brüggemann
    Strafen: Mannheim 8 Min - Ingolstadt 6 Min
    Torschüsse: Mannheim 31 - Ingolstadt 27
    
Zuschauer: 4.800

    Aufstellungen:

    Mannheim: Endras (Ziffzer) – Foster, Richmond, Reul, Goc, Akdag, Wagner, Raymond - Buchwieser, Hecht, Yip, Tardif, Hospelt, Plachta, Ullmann, Arendt, Höfflin, Kink, Joudrey, Rheault

    Ingolstadt: Pielmeier (Eisenhut) - Schopper, Friesen, Köppchen, Picard, Periard, Kohl, Brocklehurst - Taticek, Buck, Greilinger, Lalliberte, Hahn, Szwez, Hager, Ross, Brooks, Gawlik, Boucher, Davidek
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