In Worms tut sich in Kürze etwas in Sachen Weinkultur: Winzer eröffnen Vinothek, das Haus am Dom bekommt ein Café mit Weinbar
Ja, ist denn schon Wei(h)nachten?!
VON ROBERT LEHR | Der riesige Erfolg der MarktWinzer hat es gezeigt: In Worms gibt es ein großes Interesse am heimischen Wein und ein noch größeres an entsprechenden Geselligkeit. Wie oft hört man Klagen darüber, dass es ausserhalb der MarktWinzerzeiten – die nur im Sommer und während der samstäglichen Marktzeiten ihre Kreszensen anbieten – keine „institutionalisierte“ Vinothek oder Ähnliches gebe, wo man sich den regionalen Rebensäften verschrieben hat.
Dabei ist dies nicht nur der Wunsch der Wormserinnen und Wormser, sondern ebenso der stetig steigenden Zahl an Touristen. Und da gerade der Wein zu den gerne „bespielten“ Themen in der drittgrößten Weinbaugemeinde Deutschlands zählt, scheinen Aktivitäten in dieser Richtung unumgänglich.
Ein erstes Projekt dieser Art nimmt jetzt deutliche Gestalt an:So lädt das Stadtmarketing Nibelungenstadt Worms e.V. für Donnerstag zu einer Pressekonferenz ein, bei der die Pläne für eine „Wormser Vinothek“, die bereits im Frühjahr eröffnen soll, vorgestellt werden. Darin heißt es, dass sich in vielen kleineren Weinbaugemeindenin lokalen und regionalen Vinotheken die Besucher und Einwohner über die tollen Produkte der Winzer informieren können.
Gleichzeitig bedeute eine Vinothek auch ein Stück rheinhessischer Kultur und eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität“, so in der Einladung des Stadtmarketing-Geschäftsführers Kai Hornuf zur PK. Fünfzehn Wormser Winzer hätten sich für dieses Projekt begeistert, ein Standort für die neue Vinothek wurde allerdings noch nicht genannt. Gerüchte sprechen für das Verkehrshäuschen am Parma-Platz, in dem derzeit noch die „Wormser Wurstwerkstatt“ beheimatet ist – Zumindestens phonetisch ist es also kein weiter Schritt zur „Wormser Vinothek“.
Auch aus touristischer Sicht scheint das rechte Verkehrshäuschen bestens geeignet. Es bietet zudem Plätze vor dem Haus sowie auf einer kleinen Terrasse. Foto: Gernot Kirch
Einer der Gastronomen, welche die „Zeichen der Zeit“ bereits erkannt haben, ist Filippo Borgnolo. Seit April 2015 führt der gelernte Restaurantfachmann den „Weinladen Borgnolo“ am Weckerlingplatz und hat sich so in Worms bereits einen Namen gemacht. Vorher war er über 15 Jahre als Chefkoch im Restaurant seiner Eltern in Darmstadt tätig.
Mit Borgnolo übernimmt ein bereits erfolgreich agierender Fachmann die Gastronomie im Haus am Dom. Ursprünglich wollte die Domgemeinde das Café im Eigenbetrieb bewirtschaften, das Bistum Mainz aber hatte dazu keine Genehmigung erteilt und die externe Verpachtung präferiert, so eine Mitteilung der Domgemeinde zur abschließenden Vertragsunterzeichnung mit dem neuen Pächter. Unter dem Namen „Die Café-Bar Borgnolo“: möchte Filippo Borgnolo künftig am Dom ein Café und Weinbistro mit einer attraktiven Speisenauswahl anbieten. Integriert werden soll ein kleiner Laden für Andenken, touristische Artikel und Devotionalien.
Man sei überzeugt, mit Filippo Borgnolo den richtigen Mann gefunden zu haben. Er habe gute Ideen, viel Elan und in seinem Weinladen am Weckerlingplatz auch bereits bewiesen, dass er eine solche Gastronomie erfolgreich führen kann, so Klaus Berg, der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Domgemeinde. Sowohl für die Touristen, die den Dom besuchen, wie auch für die Wormserinnen und Wormser sei „Die Café-Bar Borgnolo“ ein Gewinn.
Ein Eröffnungstermin steht noch nicht fest. „Wenn irgend möglich, noch vor Weihnachten“, sagt Filippo Borgnolo.
Klaus Berg, Propst Tobias Schäfer und Filippo Borgnolo während der Vertragsunterzeichnung (von links nach rechts).