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  • Do., 27. Februar 2025, 12:14 Uhr
    FUSSBALL: Ataspor Worms ist in der Bezirksliga noch nicht angekommen

    Jeder hatte mehr erhofft

    Er gehört zu den wenigen Spielern, die alle Saisonspiele bestritten haben. Dabei steht Kapitän Oguz Akcesme (am Ball) für Einsatzwillen und Kampfgeist.
    Foto: Felix Diehl

    Von Marcus Diehl › Der Aufsteiger Ataspor Worms wollte in dieser Saison die Bezirksliga aufmischen. Voller Selbstvertrauen nach der souveränen Meisterschaft peilten sie im Sommer einen guten Tabellenplatz an. Der Kader mit zahlreichen Neuzugängen hätte diese Prognose auch erfüllen können. Jetzt, eine Woche vor dem Wiederauftakt der Saison, sieht alles anders aus. Die Erwartungen wurden in keiner Weise erfüllt. Sie stecken mitten im Abstiegskampf – vorletzter Tabellenplatz mit gerade einmal 14 Punkten. Das rettende Ufer ist noch nicht weit entfernt. Die Hoffnung ist auf jeden Fall vorhanden. Es drohen am Ende aber vier Absteiger aus der Liga, weil in der Landesliga Ost Bingen und Mombach stark abstiegsgefährdet sind. 

    Zuversichtlich ist der neue Vorsitzende von Ataspor, Ali Bozkaya, auf jeden Fall. „Jetzt wissen wir, wie die Uhren ticken und dass wir dringend Punkte brauchen. Der Fokus liegt klar auf Klassenerhalt.“ Dass die Bezirksliga unterschätzt wurde und der Verein vielleicht etwas blauäugig in die Saison gestartet ist, ist für Bozkaya nicht zutreffend. „Wir wussten, was auf uns zukommt. Dass es kein Zuckerschlecken wird, war uns von Anfang an bekannt.“

    Hinderliche Sperren und Verletzungen

    Für den Klassenerhalt wurde der Kader etwas umgebaut. Einige Akteure haben den Verein verlassen. Ehemalige Spieler kamen zurück in den Verein. Gründe für die enttäuschende Saison gibt es einige anzuführen. Zum Beispiel einige Sperren und Verletzungspech wichtiger Spieler. So kommt Torjäger Igor Grozu bisher nur auf einen erzielten Treffer. In jeder Woche stand eine andere Elf auf dem Platz. 

    Ali Bozkaya spricht durchaus Klartext, was die zusätzlichen Gründe sind. „Wir haben zu viele unterschiedliche Charaktere in der Mannschaft, die meinen, alles besser zu wissen, aber dieses Problem ist hoffentlich behoben worden.“ Dazu kommt, wie bei jedem Verein, wo es nicht so läuft – die zu wünschen übrig lassende Trainingsbeteiligung. 

    Alle Mannschaftsteile gefragt

    In allen Mannschaftsteilen gibt es Verbesserungspotential. Zweitschlechteste Defensive und drittschlechteste Offensive zeigen es recht deutlich. Teils deftige Niederlagen hat sich das Team geleistet, wie ein 0:10 beim ebenfalls abstiegsbedrohten FSV Oppenheim oder auch zuhause das 0:6 gegen Zornheim. Keine Übermannschaften standen damals als Gegner auf dem Platz. Bei solchen Ergebnissen muss über die Einstellung geredet werden. 

    „Oppenheim war eine klare Arbeitsverweigerung, keiner hatte Lust, Fußball zu spielen. Zornheim war auch sehr bitter. Da kam alles zusammen: Verletzung in der Innenverteidigung und eine Rote Karte obendrauf.“ Diese Mankos sind dem Verein bewusst. Er führt aber noch auf, dass gerade in der Defensive Spieler auf ungewohnten Positionen spielen mussten, weil einfach die Alternativen gefehlt hatten.

    Rechnerisch noch vieles möglich

    Dass die Mannschaft auch anders kann, zeigten sie im Derby gegen TuS Neuhausen. In diesem Spiel hatten sie den Spitzenreiter am Rande einer Niederlage. Ali Bozkaya: „Weil die Einstellung stimmte. Im Derby geben sie hundert Prozent.“ 

    Da kommt die Frage auf: Warum nicht in jeder Partie in der Saison? Dies können nur die Spieler beantworten. Sie müssen in jedem Spiel die erforderliche Einstellung an den Tag legen, egal wer als Kontrahent einem gegenübersteht. Sie müssen das Ruder umreißen. Ali Bozkaya weiß auch schon wie. „In der Defensive kompakter stehen und vorne in der Box die Torchancen besser ausnutzen.“ Denn die vergebenen Gelegenheiten, Tore zu erzielen, wurden in einigen Partien zum Verhängnis. Aufgeben ist für Ataspor keine Lösung, warum auch. Rechnerisch ist für das Team noch vieles möglich.

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