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Mi., 10. Mai 2017, 11:05 Uhr
„1.000-Dächer-Programm“ erfolgreich umgesetzt / Win-win-Situation für Bürger und Stadt
Jeder Sonnenstrahl zaubert ein Lächeln ins Gesicht der Familie Scharffenberger
Auf dem Dach der Familie Scharffenberger in Worms-Heppenheim wurde die 1.000 Fotovoltaikanlage installiert. Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek (2.v.re.) freute sich über den erfolgreichen Abschluss des „1.000-Dächer-Programms“ mit Sandra und Volker Scharffenberger (4. und 8.v.re.) im Kreise der Familie und Sponsoren. Foto: Stadt Worms
Bei der Familie Scharffenberger in der Unteren Bahnhofstraße in Worms-Heppenheim kommt der Strom vom Dach, genauer gesagt von derzeit 18 Solarpanels, die seit März 5,13 kWpeak produzieren und damit 40 Prozent des Strombedarfs für den Sieben-Personen-Haushalt decken. Das Besondere daran: es ist das 1.000 Dach in Worms mit einer Fotovoltaikanlage. Ende 2012 hatte die Stadt das „1000-Dächer-Programm“ zur Förderung der Nutzung von Solarenergie initiiert. Am Montag konnte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek als zuständiger Dezernent im Beisein der Kooperationspartner EWR, Volksbank, Sparkasse und Handwerkskammer Rheinhessen vor dem Haus der Heppenheimer Familie die erfreuliche Bilanz ziehen: „Wir haben unser Ziel erreicht! Damit ist Worms unter den Städten bis 100.000 Einwohner nun zugleich die Stadt mit den meisten Fotovoltaikanlagen in ganz Rheinland-Pfalz.“
Ein Ergebnis, das vor allem der Initiative der Verwaltung unter Regie der Umweltabteilung und einer umfassenden Aufklärungs- und Werbekampagne zu verdanken sei, wie Kosubek stolz hervorhob. Nach einem entsprechenden Stadtratsbeschluss seien insgesamt fast 12.000 Wormser Grundstückseigentümer angeschrieben und informiert worden, dass die Dachflächen ihrer Gebäude sehr gut für die Installation einer Fotovoltaikanlage geeignet seien. Ermittelt wurde dies anhand des Wormser Solarkatasters, das auch nach wie vor dank der Sponsoren Volksbank und Sparkasse allen Grundstückeigentümern zur Verfügung steht. Es gibt Auskunft über die Eignung der Dachflächen für eine Fotovoltaikanlage und entsprechende Fördermittel (Internet: www.solarkataster-worms.de).
„Ende 2016 waren in Worms bereits 996 Photovoltaik-Dachanlagen mit einer Gesamtleistung von annähernd 22.845 kWpeak und einem Gesamtstromertrag von mehr als 19,6 Millionen Kilowattstunden (kWh) installiert. Damit können 5250 Wormser Haushalte mit Strom aus Sonnenenergie versorgt werden, also etwa jeder Siebente“, ergänzt Reinhold Lieser, der innerhalb der städtischen Abteilung für Umweltschutz und Landwirtschaft die Projekte der Erneuerbaren Energien maßgeblich begleitet. Sandra und Volker Scharffenberger sind mit ihrer Solaranlage auf ihrem Einfamilienhaus jedenfalls sehr zufrieden. Neben den Modulen auf dem Dach sorgt ein 6,4 Kilowatt-Akku im Haus für die Nachtspeicherung, sodass auch morgens gleich Strom zur Verfügung steht. Geplant und aufgebaut wurde die Anlage von einer ortsansässigen Fachfirma. „Unser Ziel ist es, 70 Prozent unseres Strombedarfs über Solarenergie zu gewinnen“, verdeutlichte das Ehepaar, das jetzt nicht nur erhebliche Stromkosten spart, sondern auch einen wichtigen Beitrag für die Umwelt leistet.
Hier liege eine typische Win-win-Situation vor, hob Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek hervor. Das Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzept der Stadt Worms habe landesweiten Vorbildcharakter und erfreue sich auch der uneingeschränkten politischen Unterstützung, doch „wir müssen beim Umweltschutz kontinuierlich weitermachen und am Ball bleiben“, hielt Kosubek fest, denn Ziel sei es, den Strom von rund 36.000 Wormser Haushalten bis zum Jahr 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Als „Gewinner“ des 1.000-Dächer-Programms überbrachte Henriette Zimmer vom Netzbetreiber EWR den Scharffenbergers noch ein besonderes Präsent: zwei Wochen lang darf die Familie nun einen elektroangetriebenen VW-Golf testen und völlig umweltfreundlich unterwegs sein. „Vielleicht sind Sie ja so begeistert, dass Sie auch hier auf die erneuerbare Energie umstellen“, warb Zimmer für die Elektromobilität, die seitens der EWR AG vorangebracht wird.