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  • Do., 14. August 2025, 17:21 Uhr
    1. WORMSER SCHWIMMCLUB POSEIDON: Feierliche Einweihung der Lehrschwimmhalle

    „Jedes Kind in Worms soll schwimmen lernen!“

    Seine Badehose hat Innenminister Michael Ebling (2. von links) zwar nicht dabei, über die neue Lehrschwimmhalle freut er sich aber trotzdem.
    Foto: Clara Werger

    Von Clara Werger > Es ist ein freudiger Tag für den Poseidon und eigentlich für ganz Worms. Nach drei Jahren – 2022 wurde das Projekt angemeldet – wurde die neue Lehrschwimmhalle des 1. Wormser Schwimmclubs fertiggestellt. 

    Bei bestem Schwimmbadwetter wurde sich jedoch nicht im Schwimmbecken getroffen, sondern nebenan auf der Restaurantterrasse, wo sich heute unter anderem der Präsident und die Vorsitzenden des Schwimmclubs, Innenminister von Rheinland-Pfalz Michael Ebling, Bürgermeisterin Stephanie Lohr, Präsident des deutschen Schwimm-Verbandes David Profit und zahlreiche Gäste versammelten. 

    Zuerst ergriff Präsident des Poseidon Manfred Pfeiffer das Wort. Froh sei er über das, was sie geleistet haben, aber auch wirklich „geschafft“. Nicht weiter verwunderlich, denn die Lehrschwimmhalle wurde in kürzester Zeit fertiggestellt, und das in Zeiten, in denen Bauen immer komplizierter wird. 

    Die Renovierung des Heinrich-Völker-Bads war Anlass für den Bau der neuen Halle. „Und dann ging es ratzfatz“: Im April 2022 wurde das Projekt angemeldet und das Innenministerium trug 40 % der Baukosten – 10 % mehr als eigentlich üblich, wegen der Einmaligkeit des Projekts. „Pünktlich zu Heiligabend kam der positive Bescheid“, erzählte Manfred Pfeiffer. Es wurden zwei Grundstücke von der Stadt gepachtet und alle weiteren Hürden, von der Baugrunduntersuchung bis zur Grundstückabsuchung nach Kriegsmitteln, wurden überwunden, sodass im Oktober 2023 der erste Spatenstich vorgenommen werden konnte. „Ohne unsere Vereinsmitglieder wäre der Bau nicht möglich gewesen“, betonte Kai Hornuf, der 1. Vorsitzende des Poseidon. Die Manpower von über 100 Mitgliedern des Schwimmclubs hätte mit über 6 000 Stunden Arbeitszeit signifikant zum erfolgreichen Abschluss des Projekts beigetragen. „Sehr lange Wartelisten“ hätten die Schwimmkurse, so Kai Hornuf weiter. „Diese Listen können wir nun abarbeiten, das ist unsere soziale Aufgabe.“

    So wichtig wie Rechnen oder Lesen

    In seinem Grußwort bemerkte Innenminister Michael Ebling ebenfalls den raschen Bau: „Das ist hier schon Turbo gewesen. Genau vor zwei Jahren hatten wir den Bescheid überreicht.“ Auch betonte er die Relevanz von Schwimmbädern, denn Schwimmen zähle zu „Kulturtechniken“, genauso wie Rechnen oder Schreiben. „Menschen müssen Schwimmen können. Es ist etwas, was sie auszeichnet. Es hilft, sich im Leben zurechtzufinden. Wir schaffen Voraussetzungen, dass diese und die folgenden Generationen schwimmen lernen können.“ 

    Bürgermeisterin Stephanie Lohr ging ebenso in ihrem Grußwort auf die prekäre Lage des Schwimmunterrichts in Deutschland ein, denn jedes dritte Kind in Deutschland kann nach der Grundschule nicht schwimmen, jedes zweite nicht sicher. Die neue Lehrschwimmhalle sei ein „Leuchtturmprojekt, was in Rheinland-Pfalz strahlen möge“. Gleichzeitig sei sie auch ein „Vorbildprojekt. Wir nehmen uns vor, viele weitere Projekte dieser Art umzusetzen und hoffen, dass es Nachahmer findet.“ 

    Sogar bundesweit habe das Projekt Beachtung gefunden, wie der Beigeordnete für Sport der Stadt Worms Timo Horst sagte. Das gemeinsame Ziel sei, dass „jedes Kind in Worms schwimmen lernen soll. Unsere Kinder sollen in Worms eine gute Zukunft haben und Schwimmsport ist Teil davon.“ 

    Ein Verein mit Menschen, die Verantwortung übernehmen

    Nach wie vor fehlen Wasserflächen, die die Stadt allein nicht mehr gewährleisten kann. David Profit, Präsident des deutschen Schwimm-Verbandes ging auf die Bedeutung der Schwimmvereine ein. „Der Poseidon ist der zweitgrößte Verein in Rheinland-Pfalz. Es handelt sich um einen ganz typischen Verein mit 

    ehrlichen Menschen, die machen, was sie sagen und Verantwortung übernehmen.“ Für ihn zählen Schwimmbäder zu sozialen Orten in den Kommunen, von denen wir „dringend mehr brauchen.“ 

    Schwimmen ist ein gesunder Sport, der praktisch „von der Wiege bis zur Bahre“ betrieben werden kann, so David Profit. Zum einen können Kinder dort Schwimmen lernen, zum anderen ist es für ältere Menschen zu Rehazwecken gut. 

    Worms kann WOW

    Der 3. Vorsitzende des Poseidons Dominique Huss gab eine Führung durch die neu gebaute Anlage. In der ehemaligen Kegelbahn wurden gleich vier Umkleiden gebaut, die die Schulklassen im Wechsel nutzen können. In der neuen Halle mit einer Größe von 20 mal 16 Metern befinden sich Toiletten und ein Lehrerzimmer. Das Becken an sich ist 10 mal 16 Meter groß und abgeschrägt, an der tiefsten Stelle hat es 1,35 Meter, die Wassertemperatur beträgt 28 Grad. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro, wobei 1,45 Millionen bezuschusst wurden.

    Noch ist das Becken leer, Ende August soll es gefüllt werden und ab September kann bereits mit dem Schwimmunterricht begonnen werden. Tagsüber soll das Schwimmbecken von Schulklassen genutzt werden, abends von der Poseidon Schwimmschule Triton Kids.

    Während die Poseidon-Schwimmer im alten Becken unbeirrt ihre Bahnen zogen, gab es auf der Terrasse einen wohlverdienten Sekt. Es ist „ein richtig guter Tag für Worms“, wie Stephanie Lohr feststellte. „Worms kann WOW, aber nur wegen seiner Menschen.“

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