Mit 38,6 Prozent holt sich Sozialdemokrat Guth das Direktmandat vor Adolf Kessel (CDU) mit 27,2 Prozent / Lehmann (AfD) mit 16,6 Prozent
Jens Guth (SPD) gewinnt den Wahlkreis Worms
Jens Guth und Katrin Ankam-Trapp (Bildmitte) jubeln über den Erfolg der Sozialdemokratie. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Jens Guth (SPD) holt bei der Landtagswahl als Direktkandidat erneut den Wahlkreis 32 Worms. Er liegt mit 38,6 Prozent klar vor Adolf Kessel (CDU), der auf 27,2 Prozent der Stimmen kam. An dritter Stelle liegt Matthias Lehmann (AfD) mit 16,6 Prozent vor Richard Grünewald (Grüne) 7,7 Prozent, Dr. Jürgen Neureuther 6,1 Prozent und Sebastian Knopf (Linke) mit 3,7 Prozent.
Jubel bei der SPD Der Jubel im Gerd-Lauber-Haus der Sozialdemokraten kannte am Sonntagabend nach Bekanntgabe des Ergebnisses keine Grenzen. Jens Guth (SPD) kam auf 38,6 Prozent, wobei dies immerhin ein Verlust von 6,4 Prozent gegenüber dem Ergebnis von 2011 mit 45 Prozent war. Dennoch war die Freude riesengroß, denn mit solch einem Erfolg hätte vor einem halben Jahr niemand gerechnet. Ein sichtlich gerührter Jens Guth führte den Erfolg in erster Linie auf Malu Dreyer zurück, die einen unglaublichen Endspurt hingelegt hätte. Sie sei eine Sympathieträgerin. Ihr vertrauten die Menschen. Und von diesem Malu-Faktor hätten alle SPD-Kandidaten im Land profitiert. Besorgt äußerte sich Jens Guth über das starke Abschneiden der AfD. Mit aller Kraft gelte es im Land aber auch im Wahlkreis den Rechtspopulisten entgegenzutreten. Die AfD will er im Landtag enttarnen und deutlich machen, dass es die Sozialdemokraten sind, die sich für die Belange der Menschen einsetzen. Genauso wichtig sei aber, die Menschen zurückzuholen, die die AfD gewählt hätten.
Tristesse bei der CDU Bei der CDU im Brauhaus 12 Apostel war hingegen Katzenjammer angesagt. Mit 27, 2 Prozent war CDU-Direktkandidat Adolf Kessel deutlich hinter Jens Guth zurückgeblieben. Gegenüber dem Ergebnis von 2011 hatte Adolf Kessel 5,1 Prozent verloren, damals lag er bei 32,3 Prozent. Stephanie Lohr sagte, dass die Christdemokraten in Worms nicht gegen den Bundes- und Landestrend angekommen seien. Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek sprach von einer Protestwahl, die der AfD so viele Stimmen beschert hätte. Über die Landesliste zog Adolf Kessel dennoch, wenn auch knapp, in den Landtag ein.
AfD aus dem Stand erfolgreich Die ganz großen Stimmengewinne konnte als Direktkandidat nur Matthias Lehmann von der AfD erzielen. Er kam vom Stand auf 16,6 Prozent. In Neuhausen errang er sogar 24,8 Prozent, inWorms Nord 23,3 Prozent und in der Innenstadt Süd kam sie auf 24,5 Prozent. Es scheint, dass die AfD von der hohen Wahlbeteiligung profitierte. Viele Bürger, die sonst eher nicht zur Wahl gehen, haben diesmal scheinbar bewusst am Urnengang teilgenommen, um ihren Prostet über die Flüchtlingspolitik von Frau Merkel auszudrücken und ihr Kreuz bei der AfD zumachen. Dass es eine Landtags- und keine Bundestagswahl war, scheint hierbei keine Rolle gespielt zu haben. Genauso wenig wie die Fragestellung, ob es um einen Direktkandidaten oder die Landesstimme ging. Wichtig war wohl nur, den etablierten Parteien einen "Denkzettel" zu geben.
Grüne verlieren Richard Grünewald (Grüne) landete bei den Direktkandidaten im Wahlkreis Worms bei 7,7 Prozent (14,2 Prozent in 2011). Dr. Jürgen Neureuther (FDP) steigert sich auf 6,1 Prozent (4,7 Prozent in 2011) und Sebastian Knopf (Linke) blieb relativ unverändert bei 3,7 Prozent (3,8 Prozent in 2011).
Landesstimme Neben der Stimme für die Direktkandidaten haben die Wähler im Wahlkreis 32 Worms natürlich auch ihr Zweitstimme, die so genannte Landes- oder Parteistimme abgegeben. Anhand dieser Zweitstimme errechnet sich, wie stark eine Partei im Landtag vertreten sein wird. Hier kam es in Worms zu folgendem Resultat: SPD 36,9 Prozent, CDU 26,1 Prozent, Grüne 5,8 Prozent, FDP 5,8 Prozent, Linke 3,0 Prozent und AfD 17,5 Prozent.
Wahlbeteiligung Die Wahlbeteiligung lag in Worms bei 64,8 Prozent, was für eine Landtagswahl eine recht hohe Wahlbeteiligung ist. Im Jahr 2011 lag die Wahlbeteiligung nur bei 56 Prozent.