
VON LILI JUDITH OBERLE Mit seiner Ausstellung „Auch ... hätte einen Davidstern getragen“ möchte Wilfried Saur zum Nachdenken über Identitäten jenseits von Stigmatisierung und Propaganda anregen. Zur Vernissage am Mittwoch waren zahlreiche Interessierte Wormser gekommen, um die einleitenden Worten des Kulturkoordinators Volker Gallé zur Geschichte der einzelnen Kunstwerke zu hören und anschließend mit dem Künstler selbst ins Gespräch zu kommen.
Besonders erfreut war Gallé darüber, dass auch ein Foto von Martin Buber zur Ausstellung dazu gekommen ist. „Buber liebte die chassidischen Erzählungen, ohne orthodox zu sein“. Buber gehöre auch zur Wormser Überlieferung als einer multireligiösen Stadt, fuhr Gallé fort und zitierte Bubers Gedanken beim Spaziergang über den Wormser Judenfriedhof.
In seinen Bildern hat Saur die Personen in Schwarz-weiß wunderbar skizziert und weist dezent mit dem „Davidstern“, der in fast jedem Bild auftaucht, auf die Verbundenheit mit dem Judentum hin.
„Die Nationalsozialisten machten aus dem Davidstern eine Zwangskennzeichnung für Menschen, die sie nach ihrer rassistischen Gesetzen als Juden stigmatisierten, den so genannten Judenstern: zwei gelbe Dreiecke mit der schwarzen Aufschrift ‚Jude’“, so Gallé weiter. Mit seiner Ausstellung wolle Maler Wilfried Saur den Judenstern wieder in einen Davidstern zurück wandeln und damit ein positives Staunen darüber erzeugen, in welchem Umfang es bedeutende jüdische Beiträge zur deutschen Kultur gegeben habe.
Neben Martin Buber sind auch bekannte Persönlichkeiten wie Heinrich Heine, Karl Marx, Franz Kafka, Stefan Zweig, Sigmund Freud, Albert Einstein oder Hannah Ahrendt portraitiert. Bis zum 29. September können Interessierte die Ausstellung des Künstlers im WORMSER Kulturzentrum bewundern.
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