Di., 03. Dezember 2019, 12:17 Uhr
SchUM entdecken: Unterrichtsmaterialien online und frei zugänglich
Jerusalem am Rhein: eine Zeitreise vom Mittelalter bis heute
In einer Kooperation des SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V. mit dem Katharinen-Gymnasium Ingolstadt sind Unterrichtsmaterialien entstanden, um die Monumente und das immaterielle Erbe der jüdischen SchUM-Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz vorzustellen.
SchUM ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, auf Latein zurückgehenden hebräischen Städtenamen. Schin (Sch) = SchPIRA = Speyer / Waw (U) = Warmaisa = Worms / Mem (M) = Magenza = Mainz
SchUM: drei jüdische Gemeinden, die einen einzigartigen, innovativen und kreativen Gemeindebund im Mittelalter schlossen. Synagogen aus dem 11. und 12. Jahrhundert, die ersten überlieferten Frauenschuln, erste Monumentalmikwaot (Ritualbäder), einzigartige Grabsteinornamentik – hinzu kommt, dass sich der älteste in situ erhaltene jüdische Friedhof Europas in Worms befindet und in Mainz der herausragende Denkmalfriedhof Judensand eingerichtet wurde. Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden. 2020 wird der Antrag des Landes Rheinland-Pfalz eingereicht und 2021 fällt die Entscheidung.
Besuch in Speyer und Worms
Schüler des Katharinen-Gymnasiums Ingolstadt besuchten 2018 Speyer und Worms, bestaunten die mittelalterlichen Monumente und gingen auf Streifzug durch Jahrhunderte. Die im Durchschnitt 16-Jährigen näherten sich den SchUM-Stätten an, beschäftigten sich mit Geschichten und Objekten und stellen ihre Ergebnisse in eigenen Worten vor.
Grundlegend war dabei die Idee, dass Schüler interessantes Lernmaterial für andere Jugendliche erarbeiten. Was war ihnen wichtig, welche Objekte waren für sie interessant? Nicht der Blick des Lehrenden, sondern des Lernenden stand im Mittelpunkt. 2018 reiste die Gruppe durch SchUM – und diese Zeitreise hat alle bereichert. Das Ergebnis kann nun genutzt werden.
Pädagogische Impulse
Die Geschichten zu SchUM verbergen sich hinter den Fotos, die als Ausgangspunkt der Beschäftigung Jugendlicher mit SchUM dienen sollen. Ganz ohne vorherige Informationen laden die Fotos zum Entdecken, Überlegen, Präsentieren und Geschichtenerzählen ein.
Durch Aufdecken der Fotos zeigen sich Informationen und Geschichten zu jedem einzelnen Objekt und ermöglichen es, in die Welt von SchUM einzutauchen.
Dabei können die Nutzer selbstständig, auch kreuz und quer, Dinge entdecken – und sich anhand der einzelnen Objekte über SchUM informieren. Durch einen vorangegangenen Besuch oder die Beschäftigung mit SchUM zu einem früheren Zeitpunkt können die Objekte aber auch systematisch benutzt werden, um verschiedene Themen zu bearbeiten.
Auf der Website https://schumstaedte.de/entdecken sind auch pädagogische Impulse der das Projekt begleitenden Lehrer nachzulesen.