Weltweit machen sich Menschen für ein Ausstrahlungsverbot des Films stark. Foto: Screenshot www.netflix.com
Von Vera Beiersdörfer Derzeit sorgt eine brasilianische Comedy-Truppe mit ihrer Anfang Dezember auf dem Film-Streamingdienst Netflix erschienen Jesus-Satire für weltweite Proteste bei Christen. Inzwischen haben sich im Internet über anderthalb Millionen Menschen gefunden, die mittels einer Online-Petition ein Ausstrahlungsverbot des Films „The First Temptation of Christ“ fordern. Der Vorwurf der Blasphemie steht im Raum. Der Streifen wurde von der brasilianischen Comedy-Gruppe „Porta dos Fundos“ (Hintertür), die auf YouTube aktiv ist, produziert. Gesprochen wird nur Portugiesisch, jedoch sind Untertitel auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch verfügbar. In „The First Temptation of Christ“ hat Jesus eine sexuelle Beziehung zu seinem Mann. Der Film wird für ein Alter ab 16 Jahren empfohlen.
Nachdem eine erzürnte Leserin sich nun auch an den Nibelungen Kurier gewandt und über eben diesen Film beschwert hat, haben wir bei Kirchenvertretern nachgefragt: „Darf Religion satirisch dargestellt werden? Gibt es Grenzen, die nicht überschritten werden sollten?“
Pfarrer Volker Fey erklärte, dass satirische Filme wie „Monty Python's Life of Brian“ nichts Neues seien. „Jesus hält das aus“, ist sich der evangelische Pfarrer sicher. Seiner Ansicht nach, solle man es positiv sehen, dass sich Menschen auch noch 2.000 Jahre später mit Jesus beschäftigen und die Bibel die Fantasie weckt. „Als westlich geprägte Menschen sollten wir dem Ganzen tolerant gegenüberstehen“.
Auch Ehrendomkapitular Tobias Schäfer äußerte sich ähnlich: Seiner Ansicht nach müsse Religion Gegenstand von Kritik und Meinungsvielfalt sein. „Allerdings sollte es Grenzen geben. Menschen sollten nicht in ihren Gefühlen und ihrem Glauben daran, was ihnen heilig ist, verletzt werden“. Es sei schwierig, eine klare Aussage über besagten Film zu treffen, da ihm dieser nicht bekannt sei. Generell ist der Dompropst jedoch der Auffassung, dass Satire vieles, aber eben nicht alles darf.