AUS DEM STADTRAT: Corona zwingt Reformator in die Knie / Landesausstellung wird verschoben / Neuer Termin: 3. Juli bis 31. Oktober
Jetzt hat’s auch Luther erwischt!
Wegen Corona und möglicher Risiken bei noch ausstehenden Arbeiten im Rahmen der Landessausstellung, wurde deren Eröffnung von April in den Juli verschoben. Luther und seine Mitstreiter auf dem weltgrößten Reformationsdenkmal tragen die Entscheidung mit Fassung. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN | 2021 jährt sich bekanntlich zum 500. Mal die Erinnerung an den Wormser Reichstag. Ein Großereignis für die Stadt, die ursprünglich vom 17. April bis 31. Oktober 2021 die vielgepriesene Landesausstellung im Museum Andreasstift ausrichten wollte. Mit großem Bedauern musste Oberbürgermeister in der Stadtratssitzung am Mittwoch verkünden, dass die Ausstellung erst ab dem 3. Juli ihre Pforten öffnen wird. Ursache für die Verschiebung ist Corona und die Auswirkungen des Virus, der im schlimmsten Fall die Planungen für noch ausstehende Maßnahmen zunichte machen könnte.
Worms folgt also anderen Museen, die namhafteAusstellungen ebenfalls coronabedingt ein anderes Zeitfenster verordnet haben. „Ansonsten laufen die Vorbereitungen weiter“, wie OB Kessel betonte. Bis Weihnachten sollen die Einbauten für den Kassenbereich erfolgen. Auch habe man bislang die Zusage für 100 Exponate erhalten, das Gros der erhofften Ausstellungsstücke, darunter auch die Mandela-Bibel mit eingeschnittener Pistole. Einbrecher hatten diese auf dem Kopfkissen von Winnie Mandela als Todesdrohung zurückgelassen. Die Bibel wurde aus Anlass des Todes von Nelson Mandela im Frankfurter Bibelhaus ausgestellt.
Termine für Begleitprogramm unverändert
In Gesprächen mit den zuständigen Architekten von Neo-Studio in Berlin wurde deutlich, dass in der Umsetzungsphase für die Lutherausstellung etliche Risiken lauern und etwa Dienstleister durch den Ausfall von Mitarbeitern Terminfristen nicht wahren könnten. „Zu viele Unbekannte“, so OB Kessel. An den Terminen für das Begleitprogramm ändere sich nichts, ergänze das Stadtoberhaupt „da diese an Gedenktage gekoppelt sind“. Luther steht also auch ohne die Landesausstellung bereits ab April im Mittelpunkt. Sofern sich die Corona-Lage entspannen sollte, dürfte auch dem großen Eröffnungwochenende ab dem 16. April nichts im Wege stehen. Kritische Stimmen verweisen durch dieVerkürzung der Ausstellung bereits auf Mindereinnahmen bei den Eintrittsgeldern, die sich deutlich auf die Bilanz der Lutherausstellung auswirken könnten.