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  • Mi., 22. April 2020, 19:23 Uhr
    STADTRAT WORMS: Nibelungen-Festspiele 2020 abgesagt / Inszenierung der „hildensaga“ erfolgt 2022 / Gutscheine für bereits gekaufte Karten

    Jetzt herrscht endgültig Gewissheit

    Einstimmiger Beschluss im Stadtrat. Die für den Sommer 2020 geplante Uraufführung vor dem Dom von Ferdinand Schmalz’ Nibelungen-Bearbeitung „hildensaga. ein königinnendrama“ in der Inszenierung von Roger Vontobel wird in den Sommer 2022 verschoben. 2021 steht ganz im Zeichen von Martin Luther und der Uraufführung von Büchnerpreisträger Lukas Bärfuss. Foto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN I Der besonderen Situation angepasst, fand die 11. Sitzung des Stadtrates am Mittwoch im Mozartsaal statt, um mit Masken ausgestattet und mit Abstand zum Nebenan Gremienarbeit leisten zu können. 13 Eilentscheidungen mussten im Vorfeld getätigt werden, um wie im Falle von Auftragsvergaben, Architektenarbeiten und Genehmigungen nicht aufschiebbare Anliegen auf den Weg zu bringen. Mit einem Corona-Lagebericht leitete Oberbürgermeister Adolf Kessel den Nachmittag ein und skizzierte dabei den Wormser Einsatz zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Abschließend galt Kessels Dank allen Involvierten, die mit ihrem Engagement dazu beitragen, der Bevölkerung zu helfen. Trotz positiver Tendenzen mahnte das Stadtoberhaupt zur Vorsicht, um nicht Gefahr zu laufen, sich zu infizieren. „Es geht nur Schritt für Schritt“, betonte OB Kessel, der sukzessive und mit Bedacht die Verwaltung wieder in den Normalzustand führen möchte.

    „hildensaga“. ein königinnendrama“ findet 2022 statt

    Mit Blick auf die Tagesordnung musste eine endgültige Entscheidung darüber fallen, dass die Nibelungen-Festspiele 2020 abgesagt werden und die Inszenierung der „hildensaga“. ein königinnendrama“ auf das Festspieljahr 2022 verlegt wird. Der Empfehlung des Gesellschafterausschusses zur Absage folgte der Stadtrat einstimmig. Darin inkludiert ist auch die Option, dass die bereits 11.000 verkauften Karten aus dem Gesamtkontingent von 18.000 verfügbaren Tickets statt einer Erstattung auch gegen Gutscheine eingetauscht werden können. Diese haben dann Gültigkeit für eine Karte der gleichen Kategorie in 2022. Ein kleiner Trost für alle Karteninhaber: Für das kommende Jahr tritt eine Modifizierung der Preisstruktur in Kraft. Von einer Erhöhung der Eintrittsgelder wären Kartenbesitzer für die „hildensaga“ dann ausgenommen.

    Komplexe Entscheidungsfindung

    Im Vorfeld habe man alle Eventualitäten geprüft, so Sascha Kaiser. In Diskussion mit dem Oberbürgermeister und dem Intendanten sei der Entschluss gereift, trotz der enormen Wertschöpfungskette der Festspiele für die Stadt auf eine Inszenierung zu verzichten, berichtete der Geschäftsführer der Festspiele. Die Komplexität einer solchen Entscheidung verdeutlichte Petra Simon. Die künstlerische und technische Betriebsdirektorin beschrieb den Ist-Zustand zwischen Gaspedal und Handbremse. Dass jetzt Fakten geschaffen wurden, ändere nichts daran, dass auch Kosten, etwa in Form von Honoraren für den Autor oder für Verbindlichkeiten für das Kostümkonzept entstanden seien. Diese müssten noch beziffert werden, ergänzte Simon, die aber jetzt schon Vorfreude auf eine „sicher auch 2022 hervorragende Inszenierung“ schürte.

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