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  • Fr., 22. August 2014, 12:31 Uhr
    Traubenvollernter sind bereits im Einsatz in den rheinhessischen Weinbergen

    Jetzt rollen sie wieder

    In den kommenden Wochen werden die Trauben-Vollernter wieder in den Weinbergen unterwegs sein, um die Trauben für den Jahrgang 2014 zu ernten. Foto: DAPD/Ronald Wittek/dapd


    Von Vera Konersmann  Große Landmaschinen, die ein jeder in dieser Region kennt, sind im Herbst aus dem heimischen Landschaftsbild gar nicht mehr weg zu denken. Seit vergangener Woche sind die imposanten Traubenvollernter wieder im Einsatz und ziehen ihre Bahnen durch die rheinhessischen Wingerte. Weinfreunde dürfen sich daher schon bald über den Genuss des ersten Federweißers des Jahres 2014 freuen.

    Wie Ingo Steitz, Präsident des Weinbauverbandes Rheinhessen, dem Nibelungen Kurier berichtet, hat im Wonnegau mancherorts die Lese der frühen Sorten bereits begonnen. „Zur Zeit werden nur Trauben für die Federweißerbereitung geerntet. Mit der Lese der Sorten Optima, Frühburgunder oder Bacchus rechnen wir in der ersten Septemberwoche, wobei  sich der Lesestart plus minus fünf bis sechs Tage je nach Witterung verändern kann“.

    Über den ersten Federweißer können sich  Weinfreunde dann etwa eine Woche nach der ersten Ernte freuen.

    „Der Austrieb der Reben kam in diesem Jahr Anfang April schon recht zeitig, ebenso auch die Blüte Ende Mai Anfang Juni. Sicherlich reichlich früh, aber in drei von zehn Jahren ist dies auch die Regel. In einem „Normaljahr" würde die Lese sicherlich zwei Wochen später beginnen als dieses Jahr“, so Ingo Steitz weiter.

     

    Ausdrucksstarke Rotweine und fruchtbetonte Weißweine

     

    Rheinhessen ist mit 25.000 Hektar das größte der 13 deutschen Weinanbaugebiete. Davon werden ungefähr ein Drittel der Fläche für rote und zwei Drittel  für weiße Trauben genutzt.

    Riesling, Grauburgunder, Weissburgunder und Müller Thurgau als weiße Rebsorten sowie Dornfelder, Spätburgunder und Portugieser als rote Trauben sind typische rheinhessische Sorten. „Wobei die Nachfrage nach Rose- und Blanc de Noir-Weinen weiterhin gestiegen ist und dort vermehrt rote Trauben Verwendung finden“, erklärt der Weinbaupräsident.

    Nach frühem Start und relativer Trockenheit bis Mitte Juli konnten in diesem Jahr auch die eher minderwertigen Sommerwochen des Augustes den Reifefortgang nicht verhindern. Beim 2014er erwartet der rheinhessische Weinbauverband daher fruchtbetonte kompakte Weißweine und vor allem ausdrucksstarke, sehr farbintensive Rotweine.

    Auch der Gimbsheimer Winzer Jochen Falger ist überzeugt, dass die mittelfrühen und späten Sorten einen erstklassigen Jahrgang hervorbringen werden. „In diesem Jahr wird der Silvaner eine schöne Färbung haben“, freut sich Falger.

     

     

    Maschinelle Ernte oder Handlese anno dazumal

     

    Nach Schätzung des Weinbauverbandes Rheinhessen werden etwa 80 bis 90 Prozent der Flächen heutzutage maschinell beerntet. Nur noch wenige Trauben werden in Rheinhessen per Hand gelesen.

    „Die ersten Traubenerntemaschinen wurden Anfang der 80er Jahre in den rheinhessischen Weinbergen gesichtet. Mit der rapide zunehmenden technischen Verbesserung dieser Maschinen wuchs auch die Nachfrage bei den Winzern stetig“, erläutert Ingo Steitz. Heutige Traubenvollernter sind in der Lage, optimales Lesegut auch für die Produktion hochwertiger Weine zur Verfügung zu stellen. Die Maschinen werden über die in Reihen ausgerichteten Weinreben hinwegbewegt. Geerntet werden dabei mittels Klopfen und Rütteln nur die Traubenbeeren, ihr Stielgerüst verbleibt an den Trieben. Das herabfallende Erntegut wird dann von einem Lamellensystem aufgefangen, das die Stämme der Rebstöcke umschließt und die Trauben über ein Förderband in einen Behälter leitet.

    „Eine Traubenerntemaschine erntet in einer Stunde in etwa die Fläche, für die ungefähr zwölf bis 15 Personen einen ganzen Arbeitstag benötigen“, entrollt Steitz den Fortschritt der modernen Technik.

    Auch Jochen Falger setzt bei seiner Lese auf Maschinen. Für den Gimbsheimer Winzer hat die Ernte noch nicht begonnen, aber zum Lesestart werden aufgrund der Technisierung nur noch schätzungsweise ein Drittel der Erntehelfer benötigt, die im Frühjahr und Sommer für die klassischen Weinbergsarbeiten im Einsatz sind.

    Nach Angaben des Weinbauverbandes kommen die Erntehelfer, die zum Beispiel zur Traubenlese in Steillagen eingesetzt werden, zum Großteil aus den neuen EU-Ländern Polen und Rumänien. Aber es gibt auch eine Reihe von inländischen „Erntehelfern", die nicht nur der Lohn, sondern auch die Aussicht auf stressfreie körperlich anstrengende Arbeit in der Natur und an der frischen Luft lockt und die gerne täglich frische Trauben zum Frühstück genießen. Mittlerweile bieten auch manche Weingüter die Handlese anno dazumal als Erlebnis-Wochenende für ihre Kunden an.

     

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