„Asamblea Mediterranea“ begeisterte am Donnerstagabend in der Frauensynagoge
Jüdische Kulturtage im Zeichen kultureller Vielfalt
VON REGINA URBACH Begeistert ließ das Publikum in der Frauensynagoge das Ensemble „Asamblea Mediterranea“ erst nach zwei Zugaben gehen.
Das Konzert mit Musik der Sepharden und Ashkenasen war die erste Veranstaltung nach Eröffnung der jüdischen Kulturtage mit der Ausstellung zu Wein im Judentum, die noch in der Frauensynagoge zu sehen ist.
Außer „Dona Dona“, das mancher Zuhörer noch vom Giora-Feidman-Konzert im August in Erinnerung hatte und laut mitsang, waren aus dem 15. Jahrhundert überlieferte, bereits durch das Ensemble „Savina Yanatou“ bekannte Lieder in eigener Bearbeitung sowie Eigenkompositionen des Ensembleleiters Alon Wallach zu hören.
Wunderbar, fast spirituell wirkte der Zweigesang von Ines Amanovic und Gabriele Anna Lesch. Sonderapplaus bekam Klarinettist Andreas Geyer für seine vor Spielfreude vibrierenden Solos. Wallach betonte zu Anfang, wie besonders für ihn als Israeli ein Konzert an der Wirkungsstätte Raschis sei und bekannte sich zum Dialog: „Keine der drei abrahamitischen Religionen gäbe es ohne die beiden anderen“, sagte er: „Ist man gegeneinander, so ist man eigentlich gegen sich selbst.“ Dazu passte ein Muezzinruf-Handyklingeln im Publikum.
Weitere Veranstaltungen der Jüdischen Kulturtage sind Führungen über den Jüdischen Friedhof am Samstag, dem 11. September, um 11 und 17 Uhr, eine Lesung mit Gila Lustiger am Donnerstag, dem 22. September, um 19 Uhr, an der Hochschule Worms und ein Konzert des Ensembles „Sistanagila“ am Sonntag, dem 9. Oktober, um 17 Uhr, im Lincoln-Theater. Am Sonntag, dem 30. Oktober, um 17 Uhr, spielt Pianist Jens Barnieck in Schloss Herrnsheim Werke von Reger, Jadassohn und Gernsheim.
Neben traditioneller Stücke, waren auch Feigenkompositionen von Aton Wallach zu hören. Foto: Regina Urbach