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  • Do., 10. September 2015, 16:57 Uhr
    Dr. Susanne Urban ist die Geschäftsführerin der Vereins „SchUM-Städte“

    Jüdischem Erbe Anerkennung wiederfahren lassen

    OB Michael Kissel (vorne, 2.von rechts) stellt die neue Geschäftsführerin des SchUM-Städte-Vereins, Dr. Susanne Urban (vorne, Mitte), vor.


    Sie finde die Aufgabe sehr reizvoll, sagt Dr. Susanne Urban über ihren neuen Wirkungsbereich. Oberbürgermeister und Vorstandsvorsitzender Michael Kissel stellte die promovierte Historikerin nun nach der Mitgliederversammlung als neue Geschäftsführerin des Vereins „SchUM-Städte“ der Öffentlichkeit vor. Unter 43 Bewerbern habe sich Dr. Urban aufgrund ihrer Qualifikationen und Erfahrungen als geeignetste Kandidatin erwiesen, berichtete OB Kissel und dankte gleichzeitig dem städtischen Kulturkoordinator Volker Gallé für die organisatorische Arbeit.

    Der Fokus ihrer Arbeit soll auf der Erstellung eines so genannten Managementplans im Hinblick auf die Bewerbung der drei SchUM-Städte bei der UNESCO liegen. Dazu gehören neben Marketing und Öffentlichkeitsarbeit die Koordination von Veranstaltungen sowie Konzepte in den Bereichen Tourismus und Bildungsarbeit. „Als wesentliche Elemente meiner Tätigkeit sehe ich die Netzwerkarbeit sowie die Beteiligung von Unterstützern und der Zivilgesellschaft“, betonte die künftige Geschäftsführerin, die zum 1. November ihre Stelle in Worms antreten wird. Sympathiewerbung für den SchUM-Antrag im In- und Ausland sei ebenfalls ein wichtiger Faktor, ergänzte der Wormser Stadtchef. „Wir wollen weltweit Experten und Befürworter für unsere Bewerbung gewinnen“, so Dr. Urban.

    „Wir“ steht in diesem Fall für eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsführung des SchUM-Vereins, seines Vorstands, dem wissenschaftlichen Beirat des Landes und dem lokalen Beirat, für den neben der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Mainz-Worms, Stella Schindler-Siegreich, auch der Verein Warmaisa, der Altertumsverein, der Präses der evangelischen Kirche Hessen-Nassau, Dr. Ulrich Oelschläger, die Wormser Journalistin Ulrike Schäfer und das Stadtarchiv gewonnen werden konnten. Sie alle wollen gemeinsam die Bewerbung voranbringen. Bei einem jährlichen Vereinsbudget in Höhe von rund 140.000 Euro wird die Geschäftsführerin auch um Kooperationspartner werben und Drittmittel beantragen.

    Gemeinsame Ziele definieren
    In einem ersten gemeinsamen Gespräch mit dem Vereinsvorstand im Januar nächsten Jahres will Dr. Urban ihre ersten Schritte erläutern und gemeinsame Ziele definieren. „Mit dem Vorhaben, die SchUM-Städte zum Welterbe zu machen, können wir unserem jüdischen Erbe die Anerkennung wiederfahren lassen, die es verdient hat“, unterstrich die Expertin.

    Bis 2020 soll die vorliegende Bewerbung auf nationaler Ebene zu einem umfassenden Antrag für das UNESCO-Welterbe-Komitee weiterentwickelt werden.

    Mit Dr. Susanne Urban konnte der Verein „SchUM-Städte“ eine Fachkraft mit vielfältigen beruflichen Erfahrungen gewinnen. Die Frankfurterin promovierte in Potsdam zunächst in Jüdischen Studien und arbeitete anschließend 20 Jahre lang freiberuflich beim Jüdischen Museum Frankfurt. Fünf Jahre lang war sie in Israel tätig und seit 2009 leitet sie die Abteilung Forschung und Bildung im International Tracing Service in Bad Arolsen, einem der weltweit größten Archive für Verfolgte in der NS-Zeit. „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe“, bekräftigte die neue SchUM-Geschäftsführerin.

     

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