SCHUM: Monika Fuhr und Stefanie Seiler für Sonderbriefmarke / Briefmarkensammlerverein Worms begrüßt Initiative
Jüdisches Leben sichtbar machen
Ziert das jüdische Erbe der drei SCHuM-Städte Speyer, Worms und Mainz, hier der jüdische Friedhof Heiliger Sand in Worms, bald eine Sonderbriefmarke? Foto: Florian Helfert
Mit einer Sonderbriefmarke sollen die SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz eine weitere Würdigung erfahren. Dafür setzen sich die Beauftragte der Ministerpräsidentin für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen, Monika Fuhr, und die Vorsitzende des Vereins der SchUM-Städte, die Oberbürgermeisterin von Speyer, Stefanie Seiler, ein.
In einem Brief an den zuständigen Bundesfinanzminister Christian Lindner schreiben Fuhr und Seiler: „Eine Sonderbriefmarke bietet die Chance, die UNESCO-Welterbestätten auch über Rheinland-Pfalz hinaus bekannter zu machen. Zudem wäre sie ein wichtiges Zeichen, das dazu beitragen kann, ein noch größeres Interesse für jüdische Leben in unserem Land zu wecken. Und nicht zuletzt wäre sie auch ein deutliches Signal gegen Antisemitismus und jene politischen Kräfte, die sichtbares, buntes und vielfältiges jüdisches Leben in Deutschland heute leider erneut gefährden.“
Das Sonderpostwertzeichen 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland aus dem Jahr 2021. Foto: Bundesministerium der Finanzen
Fuhr und Seiler betonten, dass der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, die Initiative ausdrücklich unterstützt. In seinem Schreiben an Bundesfinanzminister Lindner heißt es: „Wie bereits die Sonderbriefmarke zum Festjahr ‚1700 Jüdisches Leben in Deutschland‘ im Jahr 2021 wäre eine solche Sondermarke ein sichtbares Zeichen für eine deutsch-jüdische Tradition und Kontinuität im In- und Ausland.“
Nur sehr wenige Briefmarken zum Judentum
Der Briefmarkensammlerverein Worms e.V. freut sich sehr über die Initiative. Nach Angaben ihres Pressesprechers Markus Holzmann wird der Verein ein unterstützendes Vorschlagschreiben an das Bundesfinanzministerium richten. Eine Sondermarke zum jüdischen Worms ist aus Sicht der Briefmarkensammler eine Ergänzung zu den bisher über Worms erschienenen Sondermarken.
„Wir hatten bereits mehrfach den Wormser Dom und auch Martin Luther sowie die Reformation. Das jüdische Worms als dritte Religion wäre eine tolle Sache", so Holzmann weiter, „zumal das Judentum bundesweit nur auf sehr wenigen Briefmarken und meist nur allgemein, wie zuletzt 2021, dargestellt worden ist“.