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  • Mi., 26. März 2014, 23:45 Uhr
    Jugendparlament und SPD sind dafür, während bei Liberalen und Christdemokraten eine gewisse Skepsis herrscht

    Jugendzentrum in der Güterhalle: Ja oder nein?

    Nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten könnte aus der alten Güterhalle ein Jugendzentrum werden. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Diskussionen über die Notwendigkeit eines Jugendzentrums werden in Worms schon seit Jahrzehnten geführt. Und fast genauso lange gibt es die Suche nach einem geeigneten Standort. Wobei es in den vergangenen Jahren in der Politik eher Konsens zu sein schien, dass es „die Jugend” nicht gibt, sondern man es mit sehr unterschiedlichen Gruppen, Strömungen und Neigungen zu tun hat. Dies führte wiederum zu der Überlegung, wonach man kein Jugendzentrum brauche, vielmehr aber eine Datenbank in der sehr unterschiedliche Räume und Veranstaltungsorte aufgelistet sind, die angemietet bzw. von Jugendlichen genutzt werden könnten.

    Güterhalle im Gespräch
    Seit letzter Woche hat die Idee eines Jugendzentrum in Worms wieder an Aktualität gewonnen, denn die SPD machte den Vorschlag, die alte Güterhalle hinter dem Bahnhof als Begegnungsstätte für Jugendliche zu nutzen. „Wenn das Bahnhofsumfeld wie beabsichtigt neu gestaltet wird, möchten wir ein Jugendzentrum in der Güterhalle prüfen lassen“, erklärt der Wormser SPD-Chef Jens Guth. Laut SPD-Fraktionsvorsitzenden Timo Horst werden mit der Bahn als Grundstückseigentümerin zwar noch komplexe Gespräche zu führen sein, allerdings könne trotz eines noch langen Weges bereits jetzt mit den Planungen beginnen.

    JuPa sagt „Ja”
    Die Vorsitzende des Wormser Jugendparlaments (JuPa), Dilara Tandogan, begrüßte die Idee und freut sich, dass die Forderungen des JuPas endlich aufgeriffen wurden: „Viele Jugendliche wünschen sich in Worms ein städtisches Jugendzentrum. Auch die direkte Nähe zum Haupt- und Busbahnhof wäre ideal."

    Julis mit klarem „Nein”
    Der Wormser Juli-Spitzenkandidat zur Kommunalwahl, Christian Götz, sieht den Vorstoß des Jugendparlaments und der SPD Worms äußerst kritisch, da mit diesem Projekt „unkalkulierbare Kosten“ auf die Stadt zukämen. Aber nicht nur finanzielle Gründe sprechen für den liberalen Politiker gegen ein Jugendzentrum: „Ich sehe es nicht als Aufgabe der Stadt, sich um die Freizeitgestaltung von Jugendlichen zu kümmern. Wir haben in Worms zahlreiche Vereine, die hervorragende Jugendarbeit leisten. Jeder Euro den die Stadt dort investiert, wird durch das Engagement zahlreicher engagierter Mitbürger um ein vielfaches produktiver sein als in einem neuen Jugendzentrum!“ Auch würde nur ein kleiner Teil der Wormser Jugendlichen von einem Jugendzentrum profitieren, denn wer in einem Vorort lebt, habe nichts davon. Sportvereine existierten jedoch in jedem Stadtteil.“

    CDU bleibt skeptisch
    Michaela Langner von der Wormser CDU steht dem Vorhaben „Jugendzentrum” skeptisch gegenüber. Zunächst müsste die Frage nach den Finanzen geklärt werden. "Vieles ist wünschenswert, doch was ist bezahlbar", fragt sie und ergänzt: "Wir sollten keine Hoffnungen wecken, die wir nicht einhalten können." Michaela Langner weist daraufhin, dass es in einigen Vororten bereits Jugendtreffes gäbe, und diese seien schon unterfinanziert. Auch existiere das ”Haus der Jugend”, wo bereits Veranstaltungen für die Altersgruppe 14 bis 17 stattfänden. Es würde auch nicht genügen die „Güterhalle” umzubauen und zu eröffnen, sondern die Jugendlichen dort müssten auch von Sozialarbeitern betreut und das Zentrum betrieben werden. Doch bevor man an alle dies Fragen heranginge müsse man die Jugendlichen fragen, was sie überhaupt wollen.

    Güterhallenpartys ein Mythos
    Vor rund 15 Jahren stand die Güterhalle schon einmal als Partyort im Fokus. Damals fanden die legendären „Güterhallenpartys" viel Anklang bei den Jugendlichen. Der damalige Verlust als „Location" wurde von vielen bedauert. Vielleicht erlebt der Ort ja bald ein Renaissance .

     

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