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Sa., 05. Juli 2014, 21:11 Uhr
Leon Draisaitl wurde beim "Draft" der National Hockey League (NHL) als drittbester Nachwuchscrack gezogen und wechselt zu den legendären Edmonton Oilers
Jungadler auf dem Sprung zum nordamerikanischen Superstar
Leon Draisaitl im Dress der deutschen Nationalmannschaft im Match gegen die Schweiz. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Eishockey-Club Mannheimer Adler ist für seine hervorragende Jugendarbeit bekannt. Die Mannheimer Jungadler gewannen in der im Jahr 2000 gegründete Deutsche Nachwuchs Liga (DNL), eine Art Bundesliga für Jugendspieler, insgesamt 11 Mal die Deutsche Meisterschaft. Jedes Jahr bringt der Mannheimer Traditionsverein so zahlreiche Talente hervor, die den Weg in die Herrenmannschaft der Adler oder in eines der anderen 13 DEL-Teams finden. Viele deutsche Nationalspieler haben den Pucksport in der Quadratstadt erlernt oder zumindest verfeinert.
Einige ganz wenige Jungadler schaffen auch den Sprung nach Nordamerika, zunächst in Juniorenteams bis zum 20 Lebensjahr, dann in die wohl beste Eishockey-Liga der Welt, der National Hockey League (NHL). Ein Jungadler schickt sich nun an, Eishockey-Geschichte zu schreiben und ein ganz "Großer" zu werden. Und dies nicht nur nach deutschen Maßstäben gerechnet, sondern in der globalen Welt des Pucksports. Der Name des 18 Jahre jungen Mannes ist Leon Draisaitl.
Leon Draisaitl spielte von 2009 bis 2012 bei den Jungadlern in der Schüler-Bundesliga und in der DNL und wurde mit der Schüler-Mannschaft 2011 sowie mit der DNL-Mannschaft 2012 deutscher Meister. Im Sommer 2012 wechselte er dann in die nordamerikanische Juniorenliga WHL und schaffte jetzt den Sprung in die NHL. Dabei wurde er auf Platz drei der sogenannten Draftliste von den legendären Edmonton Oilers gezogen. Die Oilers waren jene Mannschaft, mit denen Wayne Gretzky zahlreiche Titel und Meisterschaften gewann. Kein Wunder, dass man von Leon Draisaitl in Nordamerika jetzt vom "German Gretzky" spricht.
Um die ganze Dimension des "Drafts" von Leon Draisaitl verstehen zu können, sei hier erwähnt, dass im nordamerikanischen Profisport kein Spieler von einem Club zum anderen frei wechseln kann wie in Deutschland und Europa, sondern dies streng reglementiert ist. Ziel ist es, dass jeder Club in der NHL oder auch beim Basketball (NBA) oder im American Football (NFL) möglichst gleich stark ist, damit die Ligen spannend sind. Man möchte keine "Übermannschaften" wie Bayern München kreieren, die den Saisonverlauf langweilig machen. Aus diesem Grund wurden die "Draftlisten" eingeführt. Auf ihnen werden alle Jugendspieler, die für einen Wechsel in die jeweilige Profilliga anstehen, gemäße ihrer Qualität auf einen bestimmten Rang gesetzt. Im Eishockey kommen dabei nicht nur Kanadier und US-Amerikaner auf diese Liste, sondern auch schwedische, tschechische, russische und eben, wenn die Qualität stimmt, auch deutsche Nachwuchsspieler. Auf der Liste stehen insgesamt mehrere hundert Cracks. Dass Leon Draisaitl bei dem Draft im Jahr 2014 nun als dritthöchster Spieler verpflichtet wurde, zeigt welche große Meinung die Nordamerikaner von ihm haben. Ob er allerdings ein ganz "Großer " wird, ist offen, dies wird sich in den kommenden Jahren zeigen. In jedem Fall ist es eine Auszeichung für die Jungadler Mannheim, solch einen Top-Athleten in ihren Reihen gehabt und ausgebildet zu haben.
Leon Draisaitl spielte mit seinen erst 18 Jahren dieses Jahr bereits bei der Eishockey-Weltmeisterschaft der Heeren im weißrussischen Minsk und zeigte dabei das Potential, das in ihm steckt.