
Der NABU erhält in diesen Tagen wieder die ersten Anfragen von Vogelfreunden, die angeblich "verlassene" Jungvögel gefunden haben. „Einige wohlmeinende Zeitgenossen sammeln die Jungvögel sogar ein", berichtet Christian Henkes von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.
Doch diese Tiere seien meist gar nicht verlassen, betont der Naturschützer, vielmehr verließen sie das Nest, bevor sie richtig fliegen können. Mit leisem Piepsen halten sie Kontakt mit den Eltern, die meist schon mit einem Schnabel voller Futter in der Nähe warten. Nur wenn Gefahr im Verzug sei, etwa an einer viel befahrenen Straße, sollten Jungvögel vorsichtig umgesetzt werden - jedoch nicht weit von den Alttieren entfernt, damit diese den Kontakt zu ihren Jungen nicht verlören.
Erst wenn nach mehrstündiger Beobachtung aus einiger Entfernung kein Zweifel bestehe, dass ein Jungvogel nicht mehr versorgt wird, sollte er in Obhut genommen werden. Dabei müsse man sich im Klaren sein, dass die Handaufzucht sehr aufwändig sei und die Vogeleltern nicht ersetzen könne. Die beste Hilfe sei immer noch ein naturnaher Garten, in dem Jungvögel Nahrung und Deckung finden.
Wer mehr über die Vögel in seiner Umgebung und ihre Bedürfnisse erfahren will, erhält bei Einsendung von 5 Briefmarken à 70 Cent an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig die Broschüre Vögel im Garten.
Beitrag aus der Rubrik