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  • Mi., 27. September 2017, 12:56 Uhr
    Für zweiten Kurs suchen Malteser noch Jugendliche interessierte / Zertifikat zum Abschluss

    Juniordemenzbegleiter gesucht

    Mandy Dengler stellt an der Westend-Realschule plus das Projekt Juniordemenzbegleiter im Fach Familienhauswesen vor.

    Jugendliche und demente ältere Menschen – zwei Personengruppen, die im Alltag meist nicht zusammenfinden, obwohl diese Begegnung für beide Seiten eine große Bereicherung darstellen kann. Um Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, wurde das Projekt Juniordemenzbegleiter vom Malteser-Hilfsdienst in Mainz bereits vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Die Malteser in Worms schlossen sich an. Der erste Kurs begann im Februar, an ihm nahmen auch Schülerinnen der Westend-Realschule plus teil. Für den zweiten Kurs, der im Oktober startet, sucht Dengler nun wieder interessierte Jugendliche. Sie stellte daher die Ausbildung zum Juniordemenzbegleiter den Neuntklässlern im Wahlpflichtfach Familienhauswesen vor.


    Viele Unsicherheiten

    Dengler, selbst ehemalige Westend-Schülerin, ist Ergotherapeutin und nun im Bereich der Geriatrie tätig. Aus ihrem Erfahrungsschatz konnte sie anschaulich berichten, wie gut es dementen Senioren tut, wenn sie in Kontakt mit Jugendlichen kommen. Über jede Art von Zuwendung, schon allein eine freundliche Begrüßung, freuen sich die älteren Leute sichtlich. Weil es im Umgang mit Demenzerkrankten viele Unsicherheiten gibt, werden die Jugendlichen zuvor über den Zeitraum eines halben Jahres auf ihre Aufgabe vorbereitet. Das Konzept sieht vor, dass sich die Schüler einmal pro Woche mit der Kursleiterin für 90 Minuten treffen und dabei in Grundzügen etwas über die Formen der Demenz lernen, wie sich das Gehirn dadurch verändert und welche Beeinträchtigungen sich daraus ergeben. Aber auch ein Rollstuhltraining und ein 1.-Hilfe-Kurs gehören zur Ausbildung.


    Große Dankbarkeit

    Nach Beendigung des Kurses wird ein Zertifikat ausgestellt und die Jugendlichen sind bereit für ihren Einsatz. In verschiedenen Altersheimen in Worms werden sie sich mit Senioren treffen, um sich mit ihnen zu unterhalten, spazieren zu gehen oder etwas zu spielen. Aus den bisherigen Erfahrungen weiß man, dass das mit großer Dankbarkeit angenommen wird. Insbesondere vereinsamte ältere Menschen ohne Ehepartner und Familien sind sehr glücklich über die Zeit, die sie mit den Jugendlichen verbringen können.


    Dengler wies ausdrücklich daraufhin, dass auch die Schüler von der Teilnahme an dem Projekt profitieren werden, da sie ihre Fähigkeiten zur Rücksichtnahme, ihr Einfühlungsvermögen und ihre Hilfsbereitschaft erweitern können. Zusätzlich haben sie einen Vorteil bei der Ausbildungssuche, weil das Zertifikat für den Juniordemenzbegleiter von Arbeitgebern gern gesehen wird, spricht es doch für eine gute Sozialkompetenz der Bewerber. Wer sich für einen sozialen oder pflegenden Beruf interessiert, gewinnt darüber hinaus erste Einblicke in diese Berufsfelder. 


    Insgesamt weckte die engagierte Präsentation Denglers das Interesse vieler Schülerinnen an dem Projekt, wie eine abschließende Umfrage in der Klasse zeigte. „Wenn ihr euch entschließt, daran teilzunehmen, werdet ihr großen Spaß haben und wertvolle Erfahrungen sammeln“, konnte sie den Jugendlichen versprechen.

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