WORMS: Ruhestandspfarrer Axel Heldt als Fels in der Brandung / Sechsstellige Summe für Erhalt des Jugendtreffs gesammelt
Kanal70 feiert engagierte Helfer
Das Graffiti-Porträt des engagierten Ruhestandspfarrers Axel Heldt ziert das Foyer des Kanal 70. Foto: Ev. Dekanat Worms-Wonngeau
Seit über einem halben Jahrhundert ist der Kanal 70 ein fester Bestandteil der Jugend- und Kulturszene von Worms. 2017 wurde deutlich, dass umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Haustechnik notwendig sind und der Kanal musste von einem auf den anderen Tag die Pforten schließen. Nach erfolgreicher Wiedereröffnung gab es nun ein Dankesfest für alle Retter des Kanals.
Ruhestandspfarrer übernahm Fundraising
Generationen von Jugendlichen haben im Kanal schon gemeinsam gefeiert, diskutiert, mitgearbeitet und mitgestaltet. Auch Axel Held ist Teil der langen und bunten Geschichte des Kanals und war früher bei interkulturellen Begegnungen und der Initiative „Asyl in Worms“ im Kanal engagiert. Nach Schließung der Begegnungsstätte hatte der Ruhestandspfarrer die Initiative ergriffen und zahlreiche Projekte zur Spendenakquise auf die Beine gestellt. Konzerte, Sponsorengewinnung, Benefizveranstaltungen und daneben viele kleine Kampagnen – insgesamt bekam die Gruppe um Axel Held eine sechsstellige Summe zusammen.
Wiedereröffnung 2022
Fünf Jahre nach der plötzlichen Schließung hieß es endlich wieder „Türen auf für den Kanal!“. Zunächst habe man sich darauf konzentriert, möglichst schnell den Betrieb wieder aufzunehmen und den Kanal mit Leben zu füllen, so Henry Spielhoff, Leiter des Jugend- und Kulturzentrums und Gemeindepädagoge im Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau. Seit letztem Sommer läuft es wieder im Kanal und die regelmäßigen Angebote werden gut besucht.
Fest für alle Helfer
Nun wurde allen, die sich an der Rettung des Kanals beteiligt hatten – sei es durch großzügige finanzielle Spenden oder andere Formen des Engagements – mit einem großen Fest im Jugend- und Kulturzentrum gedankt. „Andy’s Sister“ führten die Gäste musikalisch durch den Abend. Film- und Wortbeiträge schilderten die Jahre des Wiederaufbaus. Für ihr außergewöhnliches Engagement rund um die Arbeit des Kanal 70 wurden Jonas Bauer, Lukas Beth, Katja Hermanns, Daniel Born und Pascal Guni geehrt. Henry Spielhoff betonte mehrfach, dass der Wiederaufbau des Kanal 70 ohne den unermüdlichen Einsatz dieser Gruppe nicht möglich gewesen wäre. Ein herzliches Dankeschön ging auch an die Mitarbeiterinnen der Verwaltung im Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau, Angela Kendziorra und Manuela Witzl, ohne die Spielhoff „bei verwaltungstechnischen Aufgaben manchmal ziemlich blank dastehen würde“, wie der Gemeindepädagoge mit einem Zwinkern einräumte.
Denkmal für Axel Held
Ein künstlerisches Denkmal wurde dem engagierten Fundraiser Axel Held gesetzt und an diesem Abend feierlich enthüllt: Das Porträt des engagierten Ruhestandspfarrers wurde in Zusammenarbeit mit dem Graffiti-Künstler Alex „Hightower” Schmidt im neuen Foyer des Kanals verewigt. Das Kunstwerk war während einer Ferienaktion mit Jugendlichen entstanden.
Der Geehrte brachte sichtlich gerührt zum Ausdruck, dass er lediglich die Initiative ergriffen habe, das Projekt aber nur in Zusammenarbeit mit vielen anderen Helferinnen und Helfern und dank großzügiger Spenden zum Erfolg geführt werden konnte.