
Vor 95 Jahren wurde mit der bis heute erfolgreich aktiven Rhenania Worms AG ein Wirtschaftsunternehmen von Stadt und privater Seite gegründet. Die damalige, in Mannheim ansässige Rhenania Speditions-Gesellschaft mbH übernahm 1921 das städtische Lagerhaus im Hafen sowie dessen Einrichtungen und deren Betrieb. Seither besteht das Unternehmen fort, das heute als Joint Venture mit jeweils 50 Prozent Aktienanteil zwischen der Stadt Worms und der Rhenus Logistics GmbH organsiert ist. Im Jahre 2015 hat das Stadtarchiv die Unterlagen des Unternehmens im Rahmen eines Hinterlegungsvertrags übernommen und fachgerecht verzeichnet. Zu den Dokumenten der Firmengeschichte gehört neben den Geschäftsunterlagen (Aufsichtsrat, Bilanzen, Hauptversammlungen, Jahresberichte etc.) auch ein umfangreicher, technikgeschichtlich sehr interessanter Planbestand in elf großformatigen Planmappen. Die nahezu 600 Pläne und Zeichnungen seit der Zeit des aufwendigen kommunalen Hafen- und Uferausbaus in den 1890er Jahren dokumentieren den Aufschwung der Technik und des Ingenieurwesens im Hafen. Die Bearbeitung der Unterlagen ermöglicht die Beschäftigung mit einem wichtigen, häufig unterschätzten Kapitel der Wormser Wirtschafts- und Hafengeschichte.
Oberbürgermeister Michael Kissel betont die Bedeutung des Unternehmens für Worms: „Der trimodale Standort der Rhenania Worms AG, gelegen zwischen den beiden großen Wirtschaftsregionen Rhein/Main und Rhein/Neckar, ist ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftsstandortes Worms, um die Warenströme aus diesen beiden Regionen umzuschlagen. Gerade durch die Lage am Rhein gibt es die Möglichkeit, die stetig steigenden Gütermengen über den Wasserweg kostengünstig und umweltfreundlich zu befördern. Um diesen Anforderungen auch für die Zukunft gerecht zu werden, hat die Rhenania Worms AG in den letzten Jahren massiv in die Suprastruktur investiert. So wurden zwei neue moderne Logistikhallen, sowie ein multifunktionaler Umschlagskran angeschafft. Dies führte dazu, dass in den letzten Jahren eine äußerst erfolgreiche Geschäftsentwicklung stattgefunden hat. Eine erfreuliche Folge dieser Entwicklung ist die um 20 Prozent gestiegene Anzahl der Arbeitsplätze. Die Rhenania AG gehört zu den wichtigen Beteiligungsgesellschaften des Konzerns Stadt Worms. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir fortschreiben“, bekräftigt Oberbürgermeister Michael Kissel die Haltung der Stadt.
Alleinvorstand Oliver Schüttler betont, dass durch die Investitionen und die Weiterentwicklung des Standortes in den letzten Jahren der Güterumschlag um 65 Prozent gesteigert wurde. Die Umsatzerlöse konnte man in dieser Zeit sogar fast verdoppeln. „Es war mir auch persönlich ein wichtiges Anliegen, dass die historischen Unterlagen der Nachwelt erhalten bleiben. Beim Stadtarchiv sind sie in guten Händen“, so Schüttler.
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