„Das Parkhaus zeigt viele traglastrelevante Schäden, die saniert werden müssen, die aber zur Zeit kein akutes Sicherheitsproblem darstellen, wenn dafür Sorge getragen wird, dass nur Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von maximal 2,5 Tonnen das Parkhaus nutzen.“ Das ist das Ergebnis einer statischen Beurteilung der Betonschäden durch die Firma Neiss Tragwerksplanung, die die Stadt bereits im Sommer dieses Jahres in Auftrag gegeben hat. Heißt: Solange das Gewicht einfahrender Fahrzeuge unter 2,5 Tonnen liegt, besteht keine Gefahr. Die Stadt hat auf das Statik-Gutachten sofort reagiert und eine entsprechende Beschilderung an der Einfahrt angebracht.
Kompromisse bei Gebrauchstüchtigkeit
Die Firma Neiss hat aber auch festgestellt: „Nach der Sanierung ist zwar die Standsicherheit ertüchtigt, bei der Gebrauchstauglichkeit müssen aber Kompromisse eingegangen werden.“ Das Parkhaus sei zwar mit den heutigen Methoden der Betonsanierung statisch sanierungsfähig, es könne jedoch nicht in einen Zustand versetzt werden, der den heutigen Erkenntnissen und Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit eines Parkhauses genüge, berichtet Oberbürgermeister Michael Kissel von den Ergebnissen der Untersuchung. Eine Sanierung des Parkhauses sei zwar theoretisch möglich, ließe sich jedoch nur unter unverhältnismäßig großem Aufwand realisieren, so der OB.
„Unter anderem wären ein Komplettabbruch der Decken, eine Ertüchtigung der verbleibenden Unterzüge, eine teilweise Kompletterneuerung der Stützen und eine aufwändige Abstütz-Stahlkonstruktion zur Sicherung des Gebäudes während der Bauzeit nötig“, erklärt Baudezernent Uwe Franz. Doch auch nach Durchführung der Sanierungsarbeiten bliebe die Gebrauchstauglichkeit eingeschränkt, da die Anordnung der tragenden Konstruktionsteile nicht verändert werden kann.
Die Firma Neiss hatte unter anderem die Betongüten, die Stützen ab Ebene eins aufwärts, die Decken und die Entwässerungsmöglichkeiten begutachtet.
„Die in Presseerklärungen verbreitete Behauptung, unsere jetzige Sichtweise folge der hellseherischen Erkenntnis bestimmter Parteien, können wir nicht bestätigen. Unsere Einschätzung beruht auf fundierten fachlichen Untersuchungen“, macht der Stadtchef deutlich.