Mo., 03. Juni 2024, 10:10 Uhr
STRUKTUR- UND GENEHMIGUNGSDIREKTION SÜD: Pegel von 750 cm wird in Worms voraussichtlich nicht überschritten
Kein Einsatz der gesteuerten Polder in der Oberrheinstrecke
Die Einsatzkriterien der rheinland-pfälzischen Polder am Oberrhein werden nicht erreicht. Nach den aktuellen Vorhersagen und Berechnungen wird das maßgebende Kriterium, die wahrscheinliche Überschreitung eines Wasserstandes in der Größenordnung von ca. 750 cm am Pegel Worms, nicht überschritten. Damit wäre ein so genanntes 50-jähriges Hochwasser erreicht worden.
Da am Samstag durch die hohen Zuflüsse aus dem Neckareinzugsgebiet die Überschreitung dieses Wasserstandes zu Beginn der Woche nicht ausgeschlossen werden konnte, hatte die SGD Süd am Samstag eine Flutung der gesteuerten Polder am Oberrhein für möglich erachtet. Daher waren seitens des SGD Süd die erforderlichen Vorkehrungen getroffen worden, um die Flutung der gesteuerten Polder gemäß den Vorgaben der Betriebsanweisungen vorzubereiten.
Prognose bis zu 6,90 Meter
Die Prognosen gehen derzeit nach Angaben der Feuerwehr Worms wieder von einem Höchststand von 6,80 bis 6,90 Metern aus, Schwankungen sind jedoch weiterhin möglich. Damit
hätten es die Wormser allerdings immer noch mit einem zehnjährigen Hochwasser zu tun. Einen vergleichbaren Höchststand gab es zuletzt 2013 mit etwas mehr als 7 Metern (7,07). Die Hochwasserschutz-Vorbereitungen gehen demnach weiter. Ab Montagvormittag wird die technische Einsatzleitung (TEL) in der Hauptfeuerwache besetzt werden. Bereits am Sonntag wurde die Hochwasserschutzwand im Stadtteil Rheindürkheim aufgebaut.
Deichwache organisiert
Ebenfalls am Sonntag kamen außerdem die Ortsvorsteher der Stadtteile zusammen, um die Deichwachen zu organisieren, die ab Montagmorgen eingesetzt werden sollen. Zuständig für die Deichwachen ist die Wasserwehr, die sich aus Bürgern zusammensetzt, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen. Die Wasserwehr-Kräfte begehen die ihnen zugewiesenen Deichabschnitte (der Rheinhauptdeich in Worms hat eine Gesamtlänge von 16 km) und melden etwaige Schäden an die TEL. Diese Aufgabe ist deshalb so wichtig, weil die Deiche das Stadtgebiet schützen. Je länger ein Hochwasser andauert und das Wasser gegen die Schutzbauwerke drückt, desto engmaschiger muss die Kontrolle sein. Zunächst sollen die Deiche nur tagsüber begangen werden.
Die Deichwachen der örtlichen Wasserwehren am Rheinhauptdeich sind laut SGD Süd weiterhin aktiv und kontrollieren die Deiche auf mögliche Schwachpunkte. Am Pegel Maxau wurde der Hochwasserscheitel bereits überschritten. In der Strecke zwischen Ludwigshafen und Bingen werden die Hochwasserscheitel erst im Lauf des Dienstages erwartet.
Ehrenamtliche Wasserwehr
Wer Interesse hat, sich bei der Wasserwehr für Worms zu engagieren, kann sich per E-Mail an kats.feuerwehr@worms.de wenden.Dass sich die Hochwasservorhersage nochmals signifikant verändert hat, hängt offenbar mit dem Neckar zusammen. Dieser Fluss gilt derzeit als „unberechenbar“ und erschwert gemäß Feuerwehr genaue Vorhersagen zum Rheinpegelstand nördlich des Zuflusses.
Die Bevölkerung und sämtliche von Hochwasser betroffenen Stellen werden gebeten, die weitere Entwicklung der Lage dennoch weiterhin insbesondere unter www.hochwasser.rlp.de zu beobachten.