Sie sind hier: Home » Worms und Ortsteile » „Kein Weihnachten in Moria – Wir haben Platz!“
15.36 Uhr | 17. Oktober 2020

„Kein Weihnachten in Moria – Wir haben Platz!“

HELFERKREIS ASYL WORMS & PAX CHRISTI: Online-Unterschriftenaktion läuft seit 12. Oktober / Appell an den Wormser Stadtrat

„Sehr geehrte Damen und Herren, wir bitten Sie eindringlich als Mitglieder des Wormser Stadtrates, sich aus humanitären Gründen für die Aufnahme von Geflüchteten aus Moria einzusetzen. Die Lebensverhältnisse und die gesundheitliche Versorgung in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln sind katastrophal und unmenschlich, eine Schande für Europa. Kein Mensch sollte das Weihnachtsfest 2020 in diesen völlig überfüllten Elendsquartieren erleben müssen. Die Bundesregierung hat sich am 15. September bereit erklärt, lediglich 1553 Personen, denen in Griechenland bereits ein Schutzstatus zugesprochen wurde und 150 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Die rheinlandpfälzische Landesregierung will 250 Flüchtlinge mehr als vorgesehen aufnehmen. Wir unterstützen die Bitte der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) um zusätzliche Aufnahme von 1000 Geflüchteten in Hessen und um 650 Geflüchtete in Rheinland-Pfalz. Die Wormser Gemeinschaftsunterkünfte sind nicht vollständig ausgelastet und wir haben durchaus noch Platz, um einigen Menschen Zuflucht und Hoffnung zu geben! Bitte fassen Sie einen Beschluss zur Aufnahme von Geflüchteten in Worms über Ihre gesetzliche Pflicht hinaus und setzen Sie damit ein persönliches Zeichen für Menschlichkeit!“, so der Helferkreis ASYL Worms und Pax Christi.

Begründung: Nach dem das Lager Moria auf Lesbos vor einem Monat fast völlig abbrannte, wurden 10 000 Flüchtlinge im Camp Kara Tepe, dem sogenannten Moria2 untergebracht. Massive Regengüsse in den vergangenen Tagen haben die Zelte unterspült, Kinder tapsen barfuß durch das Wasser und den Matsch. Mit dem Einbruch der kalten Jahreszeit drohen Menschen zu erfrieren. Einmal am Tag gibt es ein Essenspaket, das nicht ausreicht. Darum versuchen manche Flüchtlinge, in der Stadt Flaschen oder Taschentücher zu verkaufen, um sich mit dem Erlös zusätzliche Nahrungsmittel zu besorgen. Für die 10 000 Menschen stehen gerade mal 345 mobile Toiletten zur Verfügung, auch geflüchtete Frauen und Kleinkinder können sich nur im Meer waschen, wie die NGO „Ärzte ohne Grenzen“ berichtet. Es drohen zusätzlich zu Covid 19 weitere Seuchen bei gleichzeitiger ärztlicher Unterversorgung. Nur sofortige Evakuierung und Verteilung der Flüchtlinge auf andere europäische Länder kann eine humanitäre Katastrophe verhindern.“

110 Menschen bereits dabei – Ziel: 1.000

Bereits wenige Tage nach dem Start der Petition haben 110 Menschen (Stand: 17. Oktober) ihre Unterschrift geleistet, darunter Repräsentanten der katholischen und evangelischen Kirche, von Fridays For Future und demokratischen Jugendverbänden. In Kommentaren wird auf das Menschenrecht auf Asyl, christliche Werte  und humanistische Grundsätze, aber auch auf die Entscheidung des Wormser Stadtrates kritisiert, der – trotz erheblichen Rückgangs der Asylgesuche – keine Flüchtlinge über die gesetzlich zugewiesene Zahl hinaus aufnehmen will. Für die Initiatoren ist dies eine wichtige Ermutigung in einer Zeit, die zu oft durch Abschottung und Rassismus gegenüber Flüchtlingen gekennzeichnet ist. Sie hoffen, dass in den nächsten Wochen das ehrgeizige Ziel von 1000 Unterschriften erreicht werden kann.

Aktion am 24. Oktober

Weitere Unterschriften können unter https://www.openpetition.de/petition/argumente/kein-weihnachten-in-moria-wir-haben-platz geleistet werden. Am Samstag, dem 24 Oktober werden Vertreter vom Helferkreis Asyl Worms zwischen 16 Uhr und 18 Uhr am „Weltpavillon“ (Winzerbrunnen, Am Römischen Kaiser 1, Worms) auch ausgedruckte Unterschriften-Listen auslegen. Bei der Podiumsdiskussion „Kein Weihnachten in Moria – Wir haben Platz“ mit Herrn Oberbürgermeister Adolf Kessel, Rechtsanwalt Tim Kliebe und Prof. Dr. Gerhard Trabert am 30. Oktober, ab 19 Uhr im Haus am Dom wird über die Situation auf in Moria, die Abschottung Europas informiert und über Aufnahme von Flüchtlingen beraten, die auf den griechischen Inseln unter menschenunwürdigen Bedingungen ausharren müssen. Nachfragen und Anmeldungen für die Veranstaltung: cafeinter@asylworms.de, Telefon 06241/499 01020.

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Worms und Ortsteile

Ein Kommentar für "„Kein Weihnachten in Moria – Wir haben Platz!“"

  1. Kerstin Blum sagt:

    Ich habe ein 11 qm grosses Zimmer frei! Platz wäre für ein junges Paar mit einem Kleinkind ! …. oder eine/ ein erwachsener Jugendlicher/e Herzlich Willkommen vor allem in der Weihnachtszeit!

Schreiben Sie einen Kommentar

10 + 3 =
4 + 9 =
8 + 3 =