So., 06.09.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mo., 05. Dezember 2022, 14:08 Uhr
    Existenzminimum: Wormser Arbeitsloseninitiative e.V. bemängelt die Kinderarmut

    Kein Weihnachtsbaum im Winter – kein Speiseeis im Sommer

     "Mehr als ein Fünftel aller Kinder und Jugendliche in unserem Land sind von Armut betroffen: 20,8 Prozent ist die höchste Armutsquote seit dem ersten Armutsbericht der Bundesregierung im Jahre 1998", erläutert Markus Kopetzky vom Wormser Arbeitsloseninitiative e.V. Die Pandemie und die steigende Inflation machen Armutsfolgen deutlich sichtbarer und werden die Armut von Kindern und Jugendlichen in den nächsten Jahren weiter verschärfen, wenn nicht entschieden dagegen gesteuert wird, betont Kopetzky. In Pirmasens war der Anteil im Dezember 2019 mit fast 29 Prozent in Rheinland-Pfalz am höchsten. "Kinderarmut bedeutet Ausgrenzung in der Gegenwart und verbaut den betroffenen Kindern ihre Chancen in der Zukunft".

    Kindergeld, Kinderzuschlag, SGB II-Leistungen oder das Bildungs- und Teilhabepaket verhindern nach Ansicht der Wormser Arbeitsloseninitiative die Armut von Kindern nicht. "Familienbezogene Leistungen wie das Kindergeld werden von dem Hartz IV-Regelbedarfen ebenso abgezogen wie Unterhaltszahlungen. Auch die Anpassungen einzelner Leistungen haben keinen grundlegenden Durchbruch bei der Überwindung der Kinderarmut gebracht. Im Gegenteil: Schon vor Jahren wurde unter Andrea Nahles der Posten `Schnittblumen und Zimmerpflanzen´ aus den Regelleistungen gestrichen. In diese Kategorie gehören auch Weihnachtsbäume und Adventskränze. Das bedeutet, Kinder aus einkommensarmen Familien wird kein Weihnachtsbaum gegönnt. Warum auch? Wenn doch eh kein Geld für Weihnachtsgeschenke zu Verfügung steht. In diesem Zusammenhang wurde auch der Anteil für ein Speiseeis aus den Regelsätzen für Kinder herausgenommen".

    Nach einer Forsa-Umfrage halten 94 Prozent der Bevölkerung die Bekämpfung von Kinderarmut für wichtig. Es bedürfe demanch einer echten Kindergrundsicherung aus einer Hand, auf der Basis eines neu und realistisch ermittelten soziokulturellen Existenzminimums von Kindern und Jugendlichen. "Bis zur Einführung der Kindergrundsicherung im nächsten Jahr braucht es schnelle und lückenlose Hilfe", fordert die Arbeitslosenonitiative.

     Eine Kindergrundsicherung, die Minderjährige aus dem Hartz-IV-Bezug herauslöse, ihre Eltern aber darin belässe, bedeute lediglich eine Notlösung hinsichtlich der Armutsreduzierung, erläutert Kopetzky. Deshalb müsse der Regelsatz für Erwachsene im neuen Bürgergeld auf 725 Euro angehoben werden, wie es der Paritätische zur Einkommensarmut im Grundsicherungsbezug errechnet hat.

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige Tip SüdhessenAnzeige das WormserAnzeige Ticketshop
    Anzeige AmtsblattAnzeige Cecil Cycle KN18256Anzeige Klinikum Worms - Tag der offenen Tür