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  • Mi., 07. Oktober 2015, 16:47 Uhr
    Verfahren durch Ordnungsbehörde um 40 Prozent auf 67.300 angestiegen / Mitarbeiterzahl aufgestockt / Mehr Verkehrssicherheit

    „Keine Abzocke, kontrollieren dort, wo es nötig ist”

    40 Prozent öfter als noch im Jahr 2014 tappten Autofahrer 2015 in die „Radarfalle” – im Bereich der Stadt Worms insgesamt 11.500 Mal.


    VON STEFFEN HEUMANN Der Klassiker! Ein blauer Zettel haftet unter dem Scheibenwischer an der Windschutzscheibe. Falsch geparkt oder zulässige Parkdauer überschritten – es gibt viele Gründe. Die Mehrheit der Betroffenen nimmt das „Knöllchen” sportlich und zahlt, andere schieben Frust. Von der „fiesen Abzocke” bis zur „modernen Wegelagerei” oder „damit wird der Haushalt saniert” geht die Bandbreite der druckreifen Kommentare. Wirft man den Mitarbeitern der Ordnungsbehörde in manchen Fällen fehlendes Fingerspitzengefühl vor, sieht Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek Erklärungsbedarf.

    „Den Vorwurf kann ich so nicht stehen lassen”, stellt sich der Bürgermeister vor seine Mitarbeiter. „Die kommen in Teufels Küche”, bittet Kosubek die Bürger um Verständnis, dass Ausnahmen nicht akzeptabel sind, wenn die Verkehrsdisziplin im ruhenden oder fließenden Verkehr nicht gewahrt werde. Ebenso wehrt sich der Dezernatsleiter gegen den Vorwurf der Abzocke. „Wir kontrollieren dort, wo es nötig ist.” „Es geht um mehr Verkehrssicherheit in der Stadt und in den Vororten”, verteidigt Kosubek die Entscheidung, das Team der Mitarbeiter 2015 von 13,5 auf 25,5 Stellen aufgestockt zu haben.

    Mit dem Personalschlüssel der Vorjahre sei es nicht möglich gewesen, den Anforderungen an die Behörde gerecht zu werden. Dass die Anzahl der Verfahren im Jahr 2015 auf 67.300 Fälle (im Vergleich zu 46.952 Fällen anno 2014) anstieg, sei daher die logische Konsequenz. Ebenfalls um 40 Prozent stiegen die registrierten Verstöße gegen die zulässige Höchstgeschwindigkeiten an. Wurde 2014 noch 8.279 Mal „geblitzt”, lösten im vergangenen Jahr 11.500 Blitzgeräte aus. „Die Bedeutung der sogenannten Starekästen geht aber zurück”, kündigt der Bürgermeister die längst überfällige Anschaffung eines neuen mit modernster Überwachungstechnik ausgerüsteten Fahrzeuges an.

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