Di., 12. Mai 2020, 12:33 Uhr
WORMS: Runder Tisch der Luthergemeinde gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus fordert Verbot des Nazi-Aufmarsches am 6. Juni
Keine Alternative
Das vergangene Wochenende habe gezeigt, dass in den Großstädten die erweiterten Corona-Einschränkungen nicht eingehalten worden sind. Genehmigte Kleinveranstaltungen seien mit einer Vervielfachung der Teilnehmerzahl zu Großveranstaltungen geworden, die immer noch bis zum 5. August 2020 verboten sind. Die Polizei sei überfordert gewesen und gegen eindeutige Verstöße nicht eingeschritten, bemängelt der Runde Tisch der Luthergemeinde gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus.
"Dieser leichtfertige Umgang mit den gelockerten Krisenmaßnahmen wird wohl wieder zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen!", heißt es in der Pressemitteilung. Es gehören keine prophetischen Fähigkeiten dazu, wenn man annimmt, dass, wenn die Neonazis ihren TddZ in Worms auch mit starken Einschränkungen durchführen dürfen, sowohl die Zahl der „Gäste“/„Zuschauer“ als auch der Gegendemonstranten immens sein wird und unkontrollierbar. Es sei denn die Polizei entschlösse sich zu Gewaltmaßnahmen, heißt es in dem Schreiben.
Aus den vom "Bündnis Für Demokratie gegen den Naziaufmarsch am 6.6.2020" veröffentlichten politischen Positionen und dem Schutz vor der Pandemie bleibe zu einem Verbot des Neonazi-Aufmarsches keine Alternative. Wenn der Naziaufmarsch am 6.6. stattfinden sollte, wäre dies die erste Großveranstaltung nach dem Lockdown in Worms. "Wenn der mehrsprachige Videoaufruf der Stadt Worms zur Corona-Krise auf YouTube `Worms hält Abstand - Worms hält zusammen!´nicht nur leere Worte sein sollen, so ist das Verbot der Neonazipräsenz eine konsequente Folge.", so die Forderung des Runden Tisches.