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  • Di., 22. Januar 2019, 09:59 Uhr
    Moderne Schilddrüsenchirurgie am Klinikum Worms

    Keine Angst vorm Stimmverlust

    PD Dr. Markus Hirschburger während einer Operation.


    Sie ist nur zwischen 18 und 25 Gramm schwer und ist doch eines der einflussreichsten Organe, die der menschliche Körper besitzt: die Schilddrüse.

    Als wahres Multitalent steuert sie den kompletten Hormonhaushalt unseres Körpers und beeinflusst so ziemlich alles, was in selbigem vor sich geht – angefangen vom Appetit und der Verdauung über das Müdigkeitsempfinden bis hin zu unserer Konzentrationsfähigkeit.

    Funktioniert die Schilddrüse nicht mehr so, wie sie das eigentlich sollte, gerät vieles schnell durcheinander.

    Bösartige Tumore sind selten

    Die Unterfunktionen der Schilddrüse ist mit gutem Erfolg medikamentös behandelbar. Bei Knotenbildungen ggf. in Verbindung mit einer Überfunktion ist häufig eine operative Behandlung notwendig.

    Bösartige Tumore der Schilddrüse sind selten und gehen nach der Operation in der Regel mit einer positiven Prognose einher. Vor der Schilddrüsenoperation haben viele Patienten insbesondere Sorge vor möglichen Stimm- oder Sprachstörungen in Folge der Operation.

    „Diese Bedenken sind natürlich absolut verständlich, da ein Risiko des Eingriffes die Verletzung des Stimmbandnerven darstellt. Zum Glück ist diese Komplikation sehr selten“, weiß PD Dr. Markus Hirschburger, der als Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Wormser Klinikum häufig an dieser sensiblen Stelle operiert.

    Chirurgisch anspruchsvoll

    Die Lage der Schilddrüse in unmittelbarere Nachbarschaft zum Stimmbandnerven verlangt vom operierenden Chirurgen einiges an Fingerspitzengefühl.

    „Der zentrale Stimmbandnerv verläuft direkt hinter der Schilddrüse in Richtung Kehlkopf. Insbesondere bei vermehrten Knoten der Schilddrüse muss der Nerv oft aus solchen Gewebeverknotungen herauspräpariert werden, was chirurgisch sehr anspruchsvoll ist. Wird dieser Nerv während der OP verletzt droht dauerhafte Heiserkeit. Viele Patienten haben aus diesem Grund Angst vor einer Schilddrüsenoperation, das Risiko ist jedoch bei erfahrenen Chirurgen zum Glück sehr gering“, erklärt Hirschburger.

    Die Operationstechniken haben sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt. Die neueste Errungenschaft auf diesem Gebiet ist das so genannte „kontinuierliche Neuromonitoring“, welches seit gut drei Monaten mit Erfolg am Klinikum Worms eingesetzt wird.

    Bei dieser Methode wird der Stimmbandnerv während des gesamten Eingriffs mithilfe einer angebrachten Elektrode durch minimale Stromstöße stimuliert. „Dadurch können wir während der gesamten Präparation am Nerven kontrollieren, ob dieser noch einwandfrei funktioniert.

    Mithilfe des kontinuierlichen Neuromonitorings“, ist sich Hirschburger sicher, „ist es uns möglich zum Nutzen unserer Patienten noch nervschonender zu operieren um hiermit ein Maximum an Sicherheit zu erreichen.“

     

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