Abordnung der Wormser Prinzengarde Gloria 02 e.V. stürmte am Altweiberdonnerstag das Wormser Rathaus
Keine Chance für Krawatten
„Die schönsten Männer von Worms begrüßen die schönsten Frauen“, bekundete Stadtchef Michael Kissel angesichts der närrischen Übermacht.
Schnipp, schnapp, Krawatte ab: Einmal im Jahr steht das Rathaus Kopf und Krawattenträger haben nichts zu lachen. Und auch diesmal übernahm eine Horde von Hexen – eine Abordnung der Wormser Prinzengarde Gloria 02 e.V. – vorübergehend das Regiment.
Mit lautem Gebrüll stürmte die „Altweiber-Garde“ das Foyer des Rathauses, wo Oberbürgermeister Michael Kissel erfolglos versuchte, sein Territorium zu verteidigen. Gegen die Scheren der wilden Hexen konnte sich der Stadtchef jedoch nicht zur Wehr setzen – der Schlips musste ab. Und so erging es auch den anderen Verwaltungsmitarbeitern, die dem OB zur Seite gesprungen waren.
„Gefreut“ auf die Damen hat sich vor allem der städtische „Fastnachtsbeauftragte“ Wilfried Bermes, der zunächst ein Loblied auf die charmanten Hexen anstimmte. Logische Konsequenz aus den jüngsten Ereignissen: Auch der NPD-Eklat im Stadtrat fand Einzug in Bermes‘ Büttenrede.
Ab ins „Dschungelcamp“
Glücklicherweise hatte der städtische Büttenredner noch viel mehr Platz für vergnügliche Themen reserviert. Ins „Dschungelcamp“ wolle er die Hexen schicken, damit auch sie erführen, was Ekel bedeute. Für diese Äußerung erntete er Stürme der Empörung aus den Reihen seiner Kontrahentinnen, die wiederum unverzüglich zu einer Entgegnung ansetzten. Während sie sich stets anhören müssten, wie furchtbar und hässlich sie seien, versteckten andere ihr finsteres Wesen hinter Anzügen, konterten die Damen in gewohnt charmanter Weise. Doch trotz aller Bissigkeit hatten sich am Ende alle wieder lieb. Und bei fastnachtlicher Musik machte sich die Polonaise auf durch den Raum – angeführt vom Stadtchef höchstpersönlich.