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  • Mo., 20. Mai 2019, 14:20 Uhr
    Spatenstich für das Gesundheitszentrum Eisbachtal gesetzt / Dem Ärztemangel auf dem Land entgegengewirkt

    Keine Gesundheitsfragen mehr offen

    Der symbolische Spatenstich ist gesetzt – mit dem Gesundheitszentrum wird das Angebot der ärztlichen Versorgung der Eisbachtalgemeinden ergänzt und gesichert. Foto: Nico Gronau


    Von Leonie Ahlert | Es ist ein besonderer Tag für Horchheim und das ganze Eisbachtal, als Ortsvorsteher Volker Janson am vergangenen Montag stolz hinter das Rednerpult tritt, das auf dem Grundstück der Unteren Hauptstraße 53-55 errichtet wurde. Hier werden innerhalb der nächsten 18 Monate das neue Gesundheitszentrum Eisbachtal sowie ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen und Penthäusern entstehen. „Viele Mediziner arbeiten – vor allem in den ländlichen Regionen – auf ihren Ruhestand zu, doch der Nachwuchs fehlt“, erklärt Janson nach der Begrüßung den Anwesenden Politikern, Anwohnern und Interessierten. Um diesem Mangel entgegenzusteuern müsse die ärztliche Versorgung auf dem Land gesichert werden, das hat für den Ortsvorsteher höchste Priorität. „Die Planung war sehr aufwendig“, so Janson, „viele planrechtliche Voraussetzungen mussten geklärt werden, das hat viel Zeit in Anspruch genommen. Daher freut es mich umso mehr, dass der Bau nun in den Startlöchern steht.“

    Wichtiges Element der Staatsversorgung

    „Das Gesundheitszentrum lässt keine Gesundheitsfragen mehr offen“, leitet Oberbürgermeister Kissel erfreut in seine Ansprache ein, „Die Gesundheitsversorgung ist ein wichtiges Element der generellen Staatsversorgung, doch durch den derzeit herrschenden demographischen Wandel, wird die Gewährleistung zunehmend schwieriger.“ Über 40 Prozent der Medizinabsolventen würden nicht mehr in den ärztlichen Dienst gehen und den Großteil der anderen 60 Prozent zieht es eher in Krankenhäuser oder in die Stadt. Dieser bedrohlichen Entwicklung muss auch aus kommunaler Sicht entgegen gewirkt werden.

    Logistisches Angebot

    „Ein großer Dank geht hier an Birgitt Sattler von der WoGe“, lächelt Kissel. Die WoGe kümmere sich und stehe stets zur Seite, wenn es um gesundheitliche Fragen gehe. Mit Ärztewochenenden werden neue Fachkräfte nach Worms geladen und zum Bleiben animiert. „Ein logistisches Angebot wie das neue Gesundheitszentrum erleichtert Ärzten und Apothekern den Zusammenschluss zu einer gemeinsamen Einheit“, so Kissel. Dies wiederum bietet den Medizinern Erleichterung sowie zusätzlichen Anreiz eine Stelle auf dem Land in Erwägung zu ziehen. „Worms ist auf einem sehr guten Weg“, sagt der Oberbürgermeister zum Abschluss, „die Hürden sind geschafft.“ Das ganze Projekt sei ein wahres Meisterstück von Volker Janson, lobt er schließlich.

    Grund zum Feiern

    Dr. Alexander Wilhelm, Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demographie des Landes Rheinland-Pfalz, hebt den positiven Effekt, den das Gesundheitszentrum Eisbachtal auf die Umgebung haben wird, stark hervor. „Die Versorgung im ländlichen Raum wird immer schwieriger, sogar im Eisbachtal, das sogar fast noch städtisch liegt“, erklärt er, „dieser Spatenstich ist ein wahrer Grund zum Feiern.“ Die haus- und fachärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz sei aktuell auf einem guten Stand, doch die zunehmend ältere Bevölkerung, die damit einhergehende Einschränkung der Mobilität der Patienten und die alternden Ärzte geben Grund zur Sorge auf. Ein Drittel der praktizierenden Ärzte in Rheinland-Pfalz sind über 60 Jahre alt. Bereits 2007 sei ein Masterplan zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung zusammengestellt worden, der mit Wiedereinstiegskursen und auch der Initiative einer Landarztquote sollen junge Menschen zurück aufs Land locken, doch man könne nicht jeden Hausarzt ersetzen. Die Kommune habe die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt und vorbildlich gehandelt.

    Guter Mix

    Dilaver Kilic, Investor der Firma ADA, die 6 Millionen Euro in das Gesundheitszentrum steckt verspricht, die geplante Bauzeit von 18 Monaten nicht zu überschreiten. Mit 960 Quadratmetern für die Ärzte und einer Grundfläche von 1300 Quadratmetern für die Wohneinheiten sei ein guter Mix entwickelt worden, der das Projekt attraktiv gestaltet.

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