Do., 14. Mai 2020, 10:52 Uhr
STADTRAT: CDU und SPD wollen mit Antrag Digitalisierung in Schulen weiter voranbringen
„Keine Kinder zurück lassen"
Gerade in der aktuellen Corona-Krise und der damit verbundenen Schließung von Schulen vielerorts wollen Sozial- und Bildungsdezernent Waldemar Herder sowie CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Karlin und SPD-Fraktionsvorsitzender Timo Horst Schulen in den Fokus nehmen, die keinen ausreichenden Zugang zum Online-Lernen haben. Dazu stellen die Koalitionspartner einen Antrag im Stadtrat, der sowohl Maßnahmen während Corona als auch nach der Krise erhält. Die Digitalisierung hat durch Corona einen unglaublichen Innovationsschub erfahren, deshalb ist auch die Ausstattung mit Tablets und Zugang zu freiem WLan eine wichtige Option. Die Partner wollen deshalb insbesondere die Planung und Realisierung von Campus-Wlan (mit niedrigen administrativen Aufwand) an allen weiterführenden Schulen zeitnah angehen. „Und um E-Learning in der aktuellen Situation auch von zu Hause pädagogisch sinnvoll nutzen zu können, ist eine belastbare IT-Infrastruktur nötig", unterstreicht CDU-Fraktionssprecher Klaus Karlin. Unter anderem werden die Schulen die technische Infrastruktur (z.B. Lizenzen, Serverkapazitäten etc.) benötigen, um den E-Mail-Verkehr, Chats, Videokonferenzen, Unterrichtsplattformen und so weiter stabil und dauerhaft anbieten zu können. Es sollen Schulen und außerschulische Einrichtungen wie Stadtteiltreffs dabei unterstützt werden, den Kontakt zu Schülern herzustellen, die sich aktuell nicht melden und keine schulischen Angebote wahrnehmen. In dem Antrag heißt es: "Schulen mit Kindern, die einen besonderem Hilfebedarf haben, sollen Möglichkeiten erhalten, erzieherische, lerntechnische bzw. sozialpädagogische Betreuung und ggf. auch mobile Endgeräte zu erhalten."
„Von erfahrung der Schulen profitieren"
„Wir wollen auch in der Corona Krise keine Kinder zurücklassen und notfalls die Bildung zu den Kindern bringen", unterstreicht Herder die Wichtigkeit der Maßnahmen. Hier sollen auch gegebenenfalls Kapazitäten der Stadt und der freien Träger genutzt werden, die durch die Schulschließung freigeworden sind. Durch das Sozialdienstleistereinsatzgesetz sind hier entsprechende Möglichkeiten eröffnet. Dazu bitten die beiden Kommunalpolitiker jetzt schon um Unterstützung bei den Trägern. Gemeinsam mit Schulen, freien Trägern und den städtischen Mitarbeitern will Herder ein Konzept in die Wege leiten, um zu verhindern, dass ein aus Bildungssicht "verlorener Jahrgang" entsteht. Die Stadtverwaltung Worms möge außerdem gemeinsam mit den Schulleitungen unter Federführung des Bildungsbüros ermitteln, welche weiteren Maßnahmen die Schulen in Zeiten der Corona-Krise favorisieren bzw. für notwendig erachten, um den Schulbetrieb zu verbessern. Die Vorschläge sind von der Verwaltung zu prüfen und ggf. den Gremien vorzulegen bzw. zu veranlassen, so Horst und Karlin in der Pressemitteilung. „Wir wollen von den Erfahrungen der Schulen profitieren und unsere Arbeit als Schulträger dadurch nachhaltig verbessern.", erklärt Timo Horst abschließend.