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  • Sa., 01. August 2015, 02:00 Uhr
    Andreas Bär Läsker beweist in seinem Buch, dass das Thema vegane Ernährung nicht immer brottrocken sein muss / NK verlost ein Kochbuch-Exemplar

    »Keine Panik, es ist nur Appetit«

    Von Vera Beiersdörfer Andreas "Bär" Läsker, 51, hat in seinem Leben schon häufig bewiesen, wie vielseitig er ist. Der langjährige Manager und Wegbegleiter der „Fantastischen Vier“ und einstige Juror bei "Deutschland sucht den Superstar", hat sich in diesem Jahr nun auch erfolgreich als Autor etabliert.  "No need for meat - Oder: Vegan ist, wenn man trotzdem lacht" ist eine gelungene, beschwingte Mischung aus Autobiografie und Ratgeber für vegane Ernährung. In seinem ersten Buch gibt Bär (so sein Spitzname) würzige Einblicke in sein Leben garniert mit einer Prise köstlichem Humor. Zusätzlich bekommt der Leser praktische Anwendungshinweise und Erfahrungsberichte aus dem Leben des überzeugten Veganers.


    NK: Herr Läsker, Sie verzichten seit etwa fünf Jahren auf Fleisch, Fisch, Milch und Eier. Wie kam es dazu?
    Läsker: Milch habe ich ohnehin nie gut vertragen und irgendwann einfach damit aufgehört Milcherzeugnisse zu mir zu nehmen. Fleisch habe ich auch schon zwei Jahre zuvor aus den üblichen Gründen  - Gesundheit und Ethik - nicht mehr gegessen. Da war es nur ein konsequenter Schritt schließlich komplett vegan zu leben. Der Stein des Anstosses war jedoch das Buch „China Study“ von Prof. T. Colin Campbell und seinem Sohn Thomas M. Campbell. Darin wird auf wissenschaftliche Art und Weise beschrieben, wieso selbst geringe Mengen tierischer Produkte  sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken können. Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Ernährung und der Entstehung chronischer Erkrankungen. Das war so entwaffnend, wenn man das gelesen hat, kann man gar nicht mehr anders als die Ernährung sofort und nachhaltig umzustellen.


    NK: Hat die Umstellung direkt reibungslos funktioniert?
    Läsker: Klar habe ich zunächst erstmal rumexperimentiert, aber da ich schon immer gern frisch gekocht habe, hatte ich auch viel Spaß dabei.


    NK: Wie hat Ihr Umfeld darauf reagiert?
    Läsker:  Meine Frau war erst ein wenig skeptisch, doch nachdem auch sie die „China Study“ gelesen hatte, hat sie direkt mitgemacht. Und Freunde und Arbeitskollegen lieben unsere veganen Grillpartys, da wird geschlemmt, bis der Arzt kommt. Besonders beliebt sind meine Rote-Beete-Mohrenküchle.


    NK: In Ihrem Beruf sind Sie nicht grade selten unterwegs. Was essen Sie denn, wenn Sie sich nicht selbst zu Hause etwas kochen können?
    Läsker: Man findet letztlich immer etwas. An Raststätten gibt es häufig schon eine Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten oder ich bestelle mir einfach Pellkartoffeln und Gemüsesuppe. Außerdem ist es auch totaler Quatsch zu denken, man müsse immer und überall was zu essen haben. Richtigen Hunger kennt unsere Nachkriegs-Gesellschaft ja gar nicht mehr und wir essen ja eh alle viel zu viel. Ich kann als zivilisierter erwachsener Mensch ohne Probleme von Frankfurt nach Hamburg fahren, ohne, dass ich unterwegs verhungere - es ist doch nur Appetit, der wenn überhaupt aufkommt und der bringt uns nicht um.


    NK: Was denken Sie, wieso es noch immer Menschen gibt, die ihre Essgewohnheiten nicht umstellen?
    Läsker: Weil Gewohnheit die größte Droge von allen ist. Es ist immer mit einem gewissen Aufwand und Selbstdisziplin verbunden, wenn man Gewohnheiten ablegen muss.  Und es gibt eben kaum Vergleichbares, das so schnell und einfach eine Pseudo-Befriedigung herstellt wie Essen - mittlerweile gibt es ja quasi an jeder Ecke eine Wurstbude.


    NK: Sie werden aber auch öffentlich für Ihre Lebensweise kritisiert - wie gehen Sie mit solchen Äußerungen um?
    Läsker: Leuten, die mich verbal angreifen entgegne ich nur, dass es im Laufe der Menschheitsgeschichte schon häufiger Zeit für einen Wandel war. Nur weil die Steinzeit Menschen Fleisch gegessen haben, heißt das nicht, dass der moderne Mensch das noch braucht. Wir leben ja auch nicht mehr in Höhlen. Seit dem Mittelalter verrichten wir unsere Notdurft auch nicht mehr auf dem heimischen Hof, weil erkannt wurde, dass  Krankheiten daher kommen.  Aber man bekommt natürlich ein dickes Fell, vieles lasse ich einfach umkommentiert stehen. So bezeichnen manche Menschen Veganismus als unmännlich - wenn ich so einen Mist lese oder höre kann ich nur den Kopf schütteln.


    NK: Sie haben sehr viel Gewicht verloren - liegt das nur an ihrer veganen Lebensweise?
    Läsker: Ich habe mich schon Ende der 90er Jahre mit gesunder, vollwertiger Ernährung auseinandergesetzt. Viel Obst und Gemüse zu mir genommen und regelmäßig Sport getrieben, da sind bereits die ersten Kilos gepurzelt. Mit dem Verzicht auf Fleisch und letztlich auf alle anderen tierischen Produkte sind dann die bisher letzten 15 Kilo geschwunden. Sodass ich mittlerweile voller stolz sagen kann, dass ich bei einer Körpergröße von 1.93 Metern nicht mehr 160, sondern nur noch etwas mehr als 100 Kilo wiege. Aber nicht nur das, ich schlafe besser, fühle mich sowohl körperlich als auch geistig fitter und verspüre keinerlei schlechtes Gewissen mehr, wenn ich was esse. Auch meine Cholesterin- und Fettwerte sind fantastisch. Die Entscheidung vegan zu leben war für meine Gesundheit wohl eine der besten in meinem Leben.


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